Eine zwanzig Jahre jüngere Frau lieben – Buchautor Burkhardt Niel im Interview

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Frau erotisch

Die Kombination älterer Mann und jüngere Frau ist immer noch häufiger anzutreffen, als dass Frauen eine Partnerschaft mit einem jüngeren Mann eingehen. Bei Affären hingegen haben Frauen in den letzten Jahren „aufgeholt“ und gehen öfter Beziehungen zu Männern ein, die jünger sind. Das hängt sicherlich auch mit den vielen Internetportalen zusammen, bei denen Affären und Seitensprünge nur einen Klick weit entfernt sind.

Doch auch wenn Männer häufiger mit Frauen zusammen sind, die um Jahre jünger sind, als dass es diese Konstellation umgekehrt gibt: dass es gleich zwanzig Jahre sind, die ein Paar trennen,  dürfte selbst bei altersunterschiedlichen Paaren nicht die Regel sein. Weder in Affären noch in Beziehungen. Umso interessanter ist es, einmal einen Einblick in eine solche Partnerschaft zu bekommen. Vor allem, wenn die Erotik zwischen den Beteiligten eine große Rolle spielt.

Eine zwanzig Jahre jüngere Frau lieben – Burkhardt Niel beschreibt eigenes Erleben

Einen solchen Einblick bekommt man im Buch „Katja – Sexualität ist ein dunkles Tier“ von Burkhardt Niel. Der Autor beschreibt aus seinem eigenen Erleben ein sehr intensives Liebesverhältnis zu einer Frau. Diese Frau – Katja – ist zwanzig Jahre jünger als er und gebunden. Das Verhältnis muss geheim bleiben, was so manche Schwierigkeit mit sich bringt. Die Protagonisten verzehren sich nacheinander – stets in dem Wissen, dass es für sie keine reguläre Beziehung geben kann.

Wie diese intensive Partnerschaft letztlich ausgeht, sei hier noch nicht verraten. Wer das Buch lesen möchte, findet alle Informationen dazu am Ende des Artikels. Und im Interview stand uns der Autor Burkhardt Niel Rede und Antwort:

erotisches Bild Po Frau

Burkhardt Niel hat seine Liebe zu Katja in einem Buch verarbeitet

FP: In Ihrem Buch „Katja – Sexualität ist ein dunkles Tier“ beschreiben Sie vordergründig Ihre Affäre mit Katja. Wann hatten sie die Idee, daraus ein Buch zu machen?

Ich hatte ja, wie ich in meinem Roman erwähne, Tagebuch geführt, einfach um diese intensiven Erlebnisse festzuhalten. Die Idee für ein Buch hatte ich da noch nicht. Die kam erst Jahre später und ich verdanke sie der Freundin meiner Ziehtochter. Sie wollte wissen, wie ich zu ihr, zu meiner Ziehtochter gekommen bin. Ich hatte da weit ausgeholt und auch das Verhältnis zu Katja erwähnt. Die Freundin fand das hochinteressant und sagte, „schreib doch ein Buch darüber.“ Bis dahin ahnte ich nicht, dass meine Affäre für Fremde von Interesse sein könnte. Die Freundin belehrte mich eines Besseren uns so begann ich mit dem Schreiben und konnte dabei durch das Tagebuch ‚aus dem Vollen schöpfen‘.

Hätte es doch eine Chance mit Katja gegeben?

FP: Im Buch offenbart sich dem Leser schnell, dass Katja seinerzeit Ihre große Liebe war. Bedingt durch Partner, Kind und Haus war es ihr nicht möglich, dauerhaft eine Beziehung zu Ihnen einzugehen. Denken Sie heute, dass Sie vielleicht die Chance auf eine „richtige“ Partnerschaft mit Katja nachdrücklicher hätten ergreifen sollen?

Ja, Katja war die Liebe meines Lebens, was sich erst nach und nach herausgestellt hatte. Clint Eastwood sagte mal in einem Interview, das einem so eine Liebe nur einmal im Leben begegnet. Ich bin dankbar, dass ich sie erleben durfte. Ich hatte es ja versucht, eine dauerhafte Beziehung daraus zu machen und ich glaube auch, dass es nachdrücklich genug war, nur waren eben die Umstände dagegen, auch weil Katja sich nicht befreien konnte oder wollte.

FP: Sexualität spielt in Ihrem Buch eine große Rolle. Zum Zeitpunkt Ihres Verhältnisses zu Katja waren Sie erheblich älter, 20 Jahre. Solche Verhältnisse dürften eher die Ausnahme sein – oder?

Ich denke, ja, doch gibt es gerade unter Prominenten viele solcher Verhältnisse und eben auch in der Literatur. Effi Briest zum Beispiel war erheblich jünger als Instetten, Faust viel älter als Gretchen. Ich halte den Wunsch nach einer jüngeren Partnerin nicht für so außergewöhnlich, nur läßt er sich selten erfüllen. Ich hatte dieses Glück.

Und heute? Ist Katja noch präsent?

FP: Haben Sie heute noch Kontakt zu Katja?

Ja. Wir telefonieren seit Jahren in unregelmäßigen Abständen miteinander und haben uns auch schon mehrmals bei einer Tasse Kaffee getroffen, was sehr schön war. Allerdings vermeidet Katja dabei, Erinnerungen wiederzubeleben. Wir sprechen dann stets über die Gegenwart, über ihre Kinder, über meine nicht leiblichen Kinder, über das, was uns aktuell beschäftigt.

FP: Wie ging es nach Katja weiter – haben Sie Ihr Liebesglück noch einmal gefunden?

Auch das kann ich bejahen. Nach einer Zeit der Einsamkeit fand ich eine Liebe, die sechs Jahre angehalten hatte und durch die ich zu meiner Ziehtochter und ihren Geschwistern gekommen bin. Durch sie habe ich heute auch Enkel und es ist wunderschön, sie aufwachsen zu sehen. Auf das Ende dieser Liebe hatte ich keinen Einfluss, hatte drei Monate ‚wie ein Löwe‘ um sie gekämpft, wie sich mein Freund Jockel ausdrückte. Letztendlich hatte ‚der Andere‘ gesiegt. ‚Meine Kinder‘ hielten aber weiter zu mir und ich gehöre heute immer noch zu ihnen, habe täglichen Kontakt. Meine Ziehtochter, die heute dreißig Jahre alt ist, und die ich ‚bekam‘, als sie zehn war, stellt mich überall als ihren ‚Papa‘ vor. Sie war es auch, die maßgeblich am Zustandekommen dieser Beziehung beteiligt war, hatte mich für ihre Mutter ausgewählt. Das Verhältnis zur Mutter ist heute freundschaftlich. Wir begegnen uns zwangsläufig ziemlich regelmäßig. Ich empfinde keinen Groll, auch nicht gegen meinen damaligen Widersacher.

FP: Verbotene Liebe ist immer ein Tabu-Thema. Zumindest im Umfeld derer, die sie leben. Dennoch geben sich täglich unzählige Menschen heimlichen Affären hin. Was denken Sie, warum das so ist?

„Der Mensch möchte so viel wie möglich erleben“

Ich denke, das hängt sehr damit zusammen, dass der Mensch nur einmal lebt und dabei so viel wie möglich erleben möchte. Manchem wird das erst recht spät bewusst und er versucht dann auszubrechen. Natürlich lässt sich das nicht immer mit der Moral vereinbaren. Es gibt ja auch unzählige Menschen, die mit ihrem Liebesleben, mit ihrer Partnerschaft bis ans Ende ihres Lebens zufrieden sind. Ich war es nicht, hatte immer das Gefühl, etwas zu verpassen, wie es Curd Jürgens in seinem Lied „Sechzig Jahre…“ besingt. Heute weiß ich, dass ich nichts verpasst habe. Etwas Schöneres, als die von mir beschriebenen Affären hätte mir nicht passieren können, auch das, was danach kam.

FP: Wurden Sie selbst schon einmal betrogen?

Genaugenommen, ja, eben durch die Frau, mit der ich sechs Jahre zusammen war. Ich hatte das aber sehr schnell mitbekommen und habe dagegen angekämpft, letztlich ohne Erfolg.

FP: Wie leben Sie heute – sind Sie wieder in einer Beziehung?

Heute lebe ich allein, fühle mich aber nicht einsam, habe täglichen Kontakt zu meiner Ziehtochter und ihren Kindern. Auch habe ich, bedingt durch meine malerischen Ambitionen, Kontakt zu Kindern in Kitas, wo ich diese drei- bis sechsjährigen Kinder künstlerisch betreue, sie malen lasse und sie dabei anrege und auch beeinflusse. Es entstehen immer wieder erstaunlich schöne Bilder, die ich auch schon in einer Ausstellung gezeigt habe. Die Eltern der Kinder sind mir für diese Tätigkeit sehr dankbar. Nach einer Partnerschaft habe ich kein Verlangen. Mein Leben ist ausgefüllt, auch ist es schwierig, in meinem Alter noch eine Partnerschaft zu beginnen, eine Partnerin zu finden. Ich muss das nicht haben.

FP: Planen Sie ein weiteres Buch oder widmen Sie sich anderen kreativen Prozessen? Wenn ja, welchen?

Ich schreibe zur Zeit an einem Kinderbuch, das von Tieren handelt, weil ich weiß, dass Kinder dafür sehr empfänglich sind. Mehr möchte ich jetzt dazu noch nicht verraten.

„Katja – Sexualität ist ein dunkles Tier“ von Burkhardt Niel

Bildnachweis: Cover: Burkhardt Niel, Bild (Symbolbild): pexels.com

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