Ferropolis: Bagger & Elefanten-Skelett locken zum Familienausflug

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Ein Gastbeitrag von Michelle. Für die meisten Familien stellt sich jedes Wochenende die gleiche Frage: wohin mit den Kindern zum Familienausflug?

Nun ist es ja so, dass jede Region in Deutschland massenweise Ausflugsziele bietet, allerdings kennt man vieles in seiner Umgebung schon. Und: ein Ausflug mit der ganzen Familie sollte idealerweise für jeden was bieten, obgleich natürlich meist der Fokus darauf liegt, dass es kindgerecht ist.

Ein schönes Ziel, das dahingehend mit Highlights sowohl für Groß als auch für Klein aufwartet, ist die Baggerstadt Ferropolis, in der Nähe von Dessau und Wittenberg (Sachsen-Anhalt) gelegen.

Auf dem sehr weitläufigen Gelände, das auf einer Halbinsel liegt und einst zum Bergbaurevier der Arbeiterstadt Bitterfeld gehörte, kann man tief eintauchen in die noch junge Geschichte des Bergbaus in dieser Region.

Die Attraktion sind fünf Großgeräte, die der Laie wohl auf den ersten Blick allesamt als Bagger bezeichnen würde.

Die ausgestellten Riesen aus Eisen aber unterscheiden sich in Eimerkettenschwenkbagger (Spitzname „Mad Max“),  Schaufelradbagger („Big Wheel“), zwei Absetzer („Gemini“ und „Medusa“) und Raupensäulenschwenkbagger („Mosquito“).

Der schwerste und gewaltigste unter den fünf Baggern ist der Absetzer „Gemini“ und besteht aus zwei Teilen: dem Aufnahme- und dem Abwurfgerät. Dieser Riesen-Koloss ist für Besucher begehbar und hat was von einem Aussichtsturm.

Allerdings sei angemerkt, dass die Treppenaufgänge nichts für Kinder unter sechs Jahren sind und das Großgerät auch für Rollstuhlfahrer im Normalfall nicht zugänglich ist.

Man bekommt auf dem Gerät selbst ein Gefühl für die schiere Größe dieses Industriedenkmals, das 1958 erbaut wurde und kann sich auch vom Inneren – der schweren Technik – in Erstaunen und Begeisterung versetzen lassen!

Wieder unten angekommen, kann man den Rundgang zu den anderen Geräten fortsetzen oder aber seine Schritte Richtung Spielplatz oder den kleinen, charmanten Strandabschnitt lenken.

Beides hat was für sich – letzteres wird wohl eher die Erwachsenen begeistern, der Nachwuchs wird den Spielplatz entern wollen.

Kein Wunder: der Platz, wo die Kindern klettern, spielen, buddeln, baggern und toben können, ist sehr schön gestaltet, die Geräte ausgefallen, vor allem die steile Rutsche.

Vorschulkinder werden von den kleinen Baggern im Sand angetan sein, mit denen sie die feinkörnige Substanz hin- und herschaufeln können.

Das ist aber noch nicht alles, was es in Ferropolis zu entdecken gibt – das Gelände wartet außerdem noch mit einer Ausstellung auf, die vielfältig gestaltet ist.

So erfahren die Besucher Spannendes zu Dörfern, die den Baggern weichen mussten, können Original-Bergmann-Uniformen inspizieren und einmal mehr die vielfältigen Facetten der Bergbau-Technik auf sich wirken lassen.

Im zweiten Obergeschoß wird’s dann frühgeschichtlich – und faszinierend! Denn hier hat man den Fundplatz eines Waldelefanten nachgebaut, dessen Skelett 1987 im Abraum des Tagebaus Gröbern gefunden wurde und das 120.000 Jahre alt ist – eine Sensation zu DDR-Zeiten, von der auch alte, ausgestellte Berichte aus den damaligen Tageszeitungen zeugen!

Das Original dieses besagten Skelettes befindet sich im nicht weit weg gelegenen Halle an der Saale, im Museum für Vor-und Frühgeschichte. In Ferropolis ist ein Abguss der gefundenen Knochen ausgestellt.

Und – noch etwas Außergewöhnliches gibt es auf dieser Etage: ein Standesamt! Es befindet sich in der Schaltwarte des ehemaligen Tagebaus und wartet mit dem nostalgischen DDR-Charme auf. Mal was anderes für Heiratswillige.

Wer hungrig ist, der kann die auf dem Gelände gelegene Osteria ansteuern. Alternativ nimmt man sich ein kleines Picknick mit und sucht sich auf dem weitläufigen Areal ein Platz zum Essen, vorzugsweise am Ufer der Halbinsel, die mit dem bereits erwähnten kleinen Strand gestaltet ist.

Für den Familienausflug eher nicht so interessant (abgesehen von der Größe), aber dennoch wichtig zu erwähnen, weil es eine Art Herzstück des Geländes ist: die Arena, mit tausenden Sitzplätzen, die restlos voll sind, wenn vor dieser einzigartigen Kulisse Konzerte und Events stattfinden.

Die Gegend um Ferropolis mag beschaulich sein, aber dennoch haben bislang zahlreiche nationale und internationale Rockgrößen den Weg für Auftritte hierher gefunden, so zum Beispiel Peter Maffay und seine Band, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Linkin Park, Metallica, Böhse Onkelz, Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Paul Kalkbrenner, Nena, Deep Purple, Alice Cooper und die Puhdys. Auch Musikfestivals finden regelmäßig in Ferropolis statt, für den einen oder anderen ja ein Grund, die faszinierende Baggerstadt auch mal ohne Nachwuchs zu besuchen.

Für den Familienausflug ist dieses Industriedenkmal-Gelände auf jeden Fall eine Anreise wert, wer eine längere Fahrt auf sich nehmen muss, der sollte den Besuch von Ferropolis unbedingt mit einen Ausflug nach Dessau und Wörlitz  sowie gern auch nach Altjeßnitz verbinden.

In Dessau befindet sich das weltberühmte Bauhaus und in Wörlitz der nicht minder bekannte Wörlitzer Park (mehr dazu hier: https://frauenpanorama.de/woerlitzer-park-ausflugsziel-fuer-jede-jahreszeit/). Das verträumte Altjeßnitz ist vor allem für seinen Irrgarten bekannt (mehr dazu hier: https://frauenpanorama.de/tag/altjessnitz-irrgarten-lohnenswertes-ausflugsziel/).

Außerdem liegt Ferropolis nur einen Katzensprung vom Waldgebiet der Dübener Heide entfernt – Naturfreunde kommen also ganz in der Nähe auf ihre Kosten (mehr dazu hier: https://frauenpanorama.de/duebener-heide-urlaubs-geheimtipp-fuer-familien/)!

Und – last not but least: Touristen von weiter her sollten außerdem ins nahe gelegene Wittenberg fahren. Die bekannte Lutherstadt bedarf keiner weiteren Erklärung, ist sie doch durch den bekannten Reformator berühmt geworden.

Ansonsten ist Ferropolis für Familien mit Kindern aus der (näheren) Umgebung als Halbtages-Ausflug zu empfehlen – ideal, um nach dem Mittagessen zum gemeinsamen Family-Trip aufzubrechen.

Für einen Besuch dort sollte übrigens das Wetter schön bzw. trocken und definitiv nicht windig sein – dann wird’s nämlich auf dem riesigen Gelände unwirtlich.

Mehr Infos:  https://www.ferropolis.de/de/cms/_redaktionell/4/Angebote.html

Bildnachweis: privat

 

 

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