HARTZ-IV-Kochbuch: so schmeckte das Test-Rezept!

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Schild 85 - GrundsicherungIch habe keine Ahnung, wieso sich in meinem Kochbuchbestand ein „Hartz-IV“-Kochbuch herumtreibt.

Da ich aber nicht selten an irgendwelchen Bücherkram-Kisten, auf dem Weg zum Parkhaus vorbei komme, ohne mir ein Schnäppchen zu gönnen, denke ich, dass das Werk wahrscheinlich auf diese Art in meinen Haushalt gelangte.

Wobei „Hartz-IV“-Kochbuch gar nicht der richtige Name des Kochbuchs ist, das von Uwe Glinka und Kurt Meier geschrieben wurde, denn es heißt wortwörtlich: „Das Sparkochbuch“.

Als Zusatz steht auf dem Titel: „Günstig und ausgewogen ernähren nach dem Regelsatz Hartz-IV“.

„Hartz-IV“ – das ist Schande und unrühmliches Kapitel zugleich – in der Geschichte dieses Landes.

Einfach deshalb, weil es ein Regelsatz ist, von dem man eigentlich nicht leben kann. Vor allem, wenn man davon noch andere lebenswichtige Kosten – wie z. B. Strom – begleichen muss.

Zudem sind Millionen von Kindern von Hartz-IV in Deutschland betroffen, die jährlichen Zahlen zur deutschen Kinderarmut sind für ein Land wie das unsere beschämend.

Dies aber nur am Rande, denn die meisten wissen: das ist ein Kapitel für sich und soll ein anderes Mal wieder Thema bei uns sein.

Heute geht es um das eingangs erwähnte Kochbuch und: egal, ob es nun den Hart-IV-Regelsatz thematisiert oder nicht – interessant ist es allemal.

Schon allein deshalb, weil es im Leben –zig Gründe gibt, zu sparen. Der häufigste (und traurigste) ist natürlich der Regelsatz-Status vom Amt, aber auch andere Situationen erfordern ein sparsames Leben. Vielleicht weil man gerade Geld für ein großes Ziel – eine Weltreise oder eine Anschaffung – beiseitelegt oder man den Gürtel aufgrund einer zukünftigen Reparatur, am Auto oder im eigenen Zuhause, enger schnallen muss.

Da dürfte es wohl für die meisten Menschen eine Kunst sein, täglich schmackhafte und auch gesunde Mahlzeiten zuzubereiten, die unter 10,00 € liegen.

Genau das aber verspricht das Kochbuch, dessen Autoren den Status der Arbeitslosigkeit aus eigener Erfahrung kennen und aus diesem Grund dieses Buch geschrieben haben.

Und da ich selbiges eben zufällig in meiner riesigen Kochbuchsammlung gefunden habe, machte ich mich kurzerhand daran, mal ein Rezept daraus auszuprobieren.

Da ich gern gesund esse und darauf auch penibel achte, fiel meine Rezeptauswahl auf das Gericht „Überbackener Blumenkohl“.

Um es vorweg zu nehmen: es hat vorzüglich gemundet – und absolut satt gemacht! Auch die Tatsache, dass Hackfleisch im Spiel ist und die Speise somit unter der Rubrik „Hauptmahlzeit“ rangieren kann, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Ein bisschen hat es nach „Lasagne“ geschmeckt – auch die Männer aus meiner Verwandtschaft, die ich nach einem anstrengenden Heimwerker-Einsatz in meinen vier Wänden damit beköstigte, empfanden das so. Und langten mit Begeisterung und großem Appetit zu.

Das ist ja – viele Frauen werden das bestätigen – oft nicht der Fall, wenn Gerichte mit (viel) Gemüse aufgetischt werden. Nicht wenige Vertreter des männlichen Geschlechts rümpfen hier allzu oft noch die Nase, wollen „was Richtiges“ auf den Tisch.

Nun – das hier ist was „Richtiges“ und auch für Männer deshalb bestens geeignet.

Wenn Sie nun Lust darauf bekommen haben, dies mal auszuprobieren – hier ist das Rezept.

Lecker und sparsam – für Menschen, die den Euro dreimal umdrehen müssen ebenso geeignet, wie für Leute, die im täglichen Leben sparen, um sich große Wünsche erfüllen zu können. Los geht’s:

Zutaten für zwei Personen:

1 Stück Blumenkohl

375 g gemischtes Hackfleisch

2 EL Speise-Öl

1 Tube Tomatenmark

850 ml (1 Dose) geschälte Tomaten

1 Prise Salz

1 Prise Pfeffer

1 Prise Zucker

40 g Gouda am Stück (ich habe eine Tüte Reibekäse gekauft…)

375 g Kartoffeln (wir haben es pur, ohne Kartoffeln gegessen…)

Und so wird eine Mahlzeit draus:

Den Blumenkohl putzen und gründlich waschen, in Salzwasser 15 bis 20 Minuten kochen. Das Hackfleisch in Öl anbraten, Tomatenmark hinzufügen und anschwitzen, dann die Tomaten aus der Dose dazugeben.

Bei starker Hitze 10 Minuten einkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und dem Zucker abschmecken.

Danach alles zusammen in eine Auflaufform füllen und mit dem geriebenen Käse bestreuen. Bei 200 Grad im Ofen 20 bis 30 Minuten überbacken.

Dann entweder mit Salzkartoffeln oder – so wie wir es gemacht haben – pur genießen.

Guten Appetit!

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/106292059

Datei: #106292059 | Urheber: Thomas Reimer

 

 

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