„Ich habe lange versucht, mich anzupassen“

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Wer als Berater, Trainer oder Coach vor Publikum und /oder auf Bühnen präsentieren muss, ist nicht immer frei von Nervosität und Lampenfieber.

Aber auch Menschen in ganz alltäglichen Berufen stehen manches Mal vor der Herausforderung, vor vielen Leuten sprechen zu müssen. Sei es eine Rede zum Unternehmensjubiläum oder dass auf einer Versammlung Firmenergebnisse präsentieren werden müssen.

Nicht wenige Frauen und Männer sind vor so einer Situation aufgeregt und haben Lampenfieber.

Ein Gefühl, das zudem auch viele große Stars vor Auftritten noch haben.

Doch wo sich internationale Künstler mit ganzen Entourages, bestehend auch aus Trainern und Coaches, umgeben, weiß so mancher Lampenfiebergeplagte „von nebenan“, kaum, wo er im Vorfeld Hilfe erhalten kann.

In solchen Situationen können Menschen, wie Christine Kohl professionelle Hilfe leisten. Die Unternehmerin mit künstlerischer Ader ist auf genau solche Fälle spezialisiert – unter anderem. Denn gebucht wird die Theaterpädagogin auch für weitere Thematiken.

Wie genau ihr Business ausschaut und warum die Welt des Theaters stets auch ein Bestandteil ihrer beruflichen Arbeit, in der sie sich selbst verwirklichen kann, ist, erklärt uns die energiegeladene Frau im Interview:

 FP: Christine, Du hast aus einer Leidenschaft, die Dich schon in Kindertagen prägte, ein Business gemacht – erzähle uns doch mehr darüber!

CK: Sehr gern. Ja, in der Tat ich habe schon als Kind Geschichten und Gedichte geschrieben und Theater gespielt. Damals hätte ich nicht gedacht, dass ich damit mal Geld verdienen würde. Eher dass ich mal „etwas Vernünftiges“ lerne. Ich gebe Theaterkurse an Schulen, aber auch Erwachsenen. Ich gebe das Wissen aus dem Schauspiel im Coaching weiter.  Alles zum Thema Körper – Sprache, Ausdruck und Wirkung, Kreativität und Selbstbewusstsein.

FP: Deine beruflichen Stationen waren verschiedener Natur – was gab den Ausschlag, dass dann das Theater eine große Rolle in Deinem beruflichen Leben spielen sollte?

CK: Auslöser war, dass eine Praktikantin mal sagte: „ Du bist wie ein zu großes Tier, das man in einen zu kleinen Käfig gesperrt hat.“ Und ich fand das Bild so treffend. Ich habe lange versucht, mich „anzupassen“. Den Job im Büro gut zu machen und fiel damit immer auf die Nase. Aber wenn es um Präsentation, Verkauf und mit Menschen ging, da hatte ich Freude und auch gute Arbeit gemacht. Und das war damals noch nicht so in aller Munde. „Wenn Du tust was Du liebst, musst Du keinen Tag mehr arbeiten“.  Damals dachte ich noch mit mir stimme etwas nicht. Heute suchen viel mehr Menschen ihre wahre Berufung und das finde ich richtig gut!

Allen Stationen gemein ist, dass ich mich immer mit dem Thema Kommunikation beschäftigt habe. Mit der Ausbildung zur Theaterpädagogik habe ich den Weg eingeschlagen hinzusehen, wer bin ich und was mag ich gern und was kann ich gut. Heute helfe ich anderen Menschen dabei.

FP: Du coacht Menschen. Was genau ist Dein Gebiet und wie spielt die künstlerische Welt des Theaters da mit rein?

CK: Schwerpunk:  Auftritt und Wirkung.

Du bist ein Gestalter quasi Regisseur Deines Lebensfilms. Wir arbeiten mit dem Körper, mit Bildern und Geschichten. Diese Transformation funktioniert über unser Unterbewusstsein und gibt unserem Gefühl viel Raum. Dieser Ansatz liefert uns tiefergehende und nachhaltige  Lösungen für unser Problem. Und hier greift das Theater und das Coaching: denn Du bist der Experte in Deinem Leben. Du kennst Deine Lösung bereits. Die „innere Stimme“ schaufeln wir gemeinsam wieder frei. Interessant ist, dass viele meinen Coaching heißt -ich gebe Ratschläge-. Manchmal gebe ich zwar mein Know how über das Auftreten weiter, aber im Coaching suchen wir Deine individuelle Lösung.

FP: Unter anderem bietest Du Hilfe für Leute an, die an Lampenfieber leiden? Wie hilfst Du hier professionell und welche Klientel bucht diese Leistungen?

Ja! Kennst Du diese Nervosität – meistens kommt die genau dann wenn es wichtig ist, eine neue Situation eintritt und du es gar nicht brauchen kannst?

Zu mir kommen Menschen, die bereits auf der Bühne präsentieren. Also Berater, Trainer und Coaches. Auch Angestellte, die einen neuen Job starten oder gerne weiterkommen möchten. Wir schauen uns an wo derjenige steht und ergründen dann die Hemmnisse. Meistens liegen die in den Gedanken, früheren Erfahrungen und blockierenden Körperhaltungen.

Anders: Wenn sie sich mit ihren Stärken beschäftigen und ihre Körperhaltung Erfolg ausstrahlt, füllen sie ihren Raum aus und strahlen, leuchten von innen heraus.

Wir lassen außen strahlen was in uns ist.

Manchmal ist es nicht hilfreich, wenn ich Dir sage: „Steh aufrecht!“ wir ergründen dann zusammen wie Du ein gutes Selbst/Körpergefühl entwickelst. Wenn Du das hast, sackst Du auch nicht so schnell wieder in Dich zusammen. Die Veränderung passiert so von innen heraus.

FP: Was meinst Du, warum heute so viele Menschen Blockaden haben oder an einen Punkt kommen, wo sie nicht weiter kommen? Oder sind es gar nicht so viele Leute mehr – hat sich eher in der Gesellschaft was geändert, ist die Hemmschwelle, sich Hilfe von außen zu holen, niedriger geworden?

In der Gesellschaft fehlt mir das spielen, die Fehlertoleranz und das Einbeziehen der Gefühle.

Ich habe das Gefühl, dass es einen Aufbruch in der Gesellschaft gibt.

Für den Einzelnen ist es schwer die Blockade zu erkennen: Unsere Wahrnehmung ist auf Autopilot gestellt, ermöglicht somit keine neuen Erfahrungen. Es ist ja so, dass wir immer das sehen was wir wollen und nur das bestätigt sehen was wir eh schon glauben. Im Spiel trainieren wir diese Offenheit und Bereitschaft für Veränderung – die neuen Erlebnisse.

Ich erlebe es so, dass wir gern helfen aber große Schwierigkeiten haben Hilfe anzunehmen. Als wäre es ein Makel. Wir meinen dass wir das schon schaffen müssen und machen es häufig viel zu lange mit uns allein aus.

Hinzu kommt: Man wurschtelt sich meist lange einfach so durch. Dann wird erst Hilfe geholt, wenn es wirklich „brennt“.

Ich wünsche mir eine Welt mit mehr Mut, Mitgefühl und Verbundenheit.

FP: Hast Du in Deiner Arbeit ein Feld, das Dir besonders viel Freude macht?

CK: Mir macht es sehr viel Freude Menschen zu begleiten. Kreativ sein darf ich auch.

FP: Für wen arbeitest Du, wie akquirierst Du Kunden?

CK: Für Schulen, öffentliche Institutionen, aber immer mehr für Karrierefrauen. Und Männer. Dabei konzentriere ich mich auf das Online-Marketing.  Und ich habe Glück- ich werde gern weiter empfohlen.

FP: Wie muss man sich einen typischen Arbeitstag bei Dir vorstellen?

CK: Zurzeit schreibe ich viel. Ich möchte gern einen Onlinekurs starten, dann kann jeder ganz bequem und günstig von zuhause aus damit arbeiten.

Zuletzt habe ich eine kostenlose Online – Challenge ausgearbeitet, in der es um eine aufrechte Körperhaltung geht. Ich arbeite Konzepte aus für Webinare, erstelle Umfragen, poste auf Facebook,  kreiere Grafiken und schreibe, schreibe, schreibe. Dann gebe ich Workshops und 1:1 Coachings. Das finde ich besonders schön, dann wieder im direkten Kontakt zu sein.

FP: Du bist Mutter – wie bringst Du Mamarolle und Job unter einen Hut?

CK: Gute Frage. Ich glaube mir hilft es, ohne Druck, die Dinge annehmen wie sie sind. Und wenn – dann flexibel sein und gut organisieren. Ich habe das Glück, dass meine Familie mich unterstützt. Das macht vieles einfacher.

FP: Was planst Du zukünftig, sind neue Projekte im Spiel, die Du schon verraten kannst?  

CK: Der Online-Kurs ist mein Traum. Ich habe nun Räumlichkeiten in Neuss und werde ab sofort regelmäßig einmal die Woche abends einen Workshop anbieten: Mit Impro den eigenen Auftritt stärken. Hier kannst Du Deinen Auftritt und den gezielten Einsatz der Körpersprache üben.

Das ist eine wunderbare Kombination aus Theater, Spiel- mit Humor und Persönlichkeitsentwicklung.

www.ego-echo.de

www.ego-echo.de/nervoes-vor-dem-auftritt

Bildnachweis/Copyright: Christine Kohl

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