Ich mache nichts halbherzig!

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Christian Gera - Blogger

Christian Gera – Blogger

Blogger Christian Gera im Interview.

 

Bloggen – die Gemeinde derer, die im Netz selbst verfasste Texte, Gedanken und Erfahrungsberichte veröffentlichen, wächst stetig. Parallel dazu aber auch leider die Berichte, die das Bloggen als DIE Geldquelle preisen.

Sogar Seminare á la „vom bloggen leben“ gibt es bereits. Dass das meiste davon nur heiße Luft ist, wissen oft nur die, die wirklich „Internet“erfahren und schon geraume Zeit im Netz präsent sind. Um hier einen realistischen Einblick in dieses spannende Thema zu geben, haben wir einen befragt, der es wissen muss: Christian Gera. Seit Jahren betreibt er im Web verschiedene Seiten und ist dahingehend eine feste Größe in der Blogger-Szene.

Wir haben mit ihm gesprochen. 

FP: Christian, Du bist eine feste Größe im Netz, betreibst mehrere Web-Portale, bezeichnest Dich selbst als „Berufsblogger“, Deine Themen reichen von Dating bis Social Media – wie kam es dazu? 

CG: Hallo Linda, danke für das Kompliment und für die Einladung zum Interview. Mein Talent zu schreiben erkannte ich bereits sehr früh- oder wohl eher besser mein alter Grundschullehrer. Gott habe ihn selig.

Ich danke ihm noch heute, dass er das in mir erkannt hat. Er lobte meine Phantasie, zahlreiche Aufsätze, die ersten kleinen Auswüchse, einen Fantasyroman schreiben zu wollen – welchen ich einfach so aus dem Stehgreif schrieb (liegt heut noch in der Schublade- vielleicht kommt der bald auch mal raus…!

Auch interessierte ich mich sehr für Ritter & Burgen – ich focht in meiner Phantasie regelrechte Schlachten aus. Zum Leidwesen meiner Schwester, die mit mir das Zimmer teilte. Auch Märchen und Sagen interessierten mich sehr. Ich denke, das alles war der Beginn – und ist bis heute mit meiner beruflichen, späteren Laufbahn – dem bloggen – verwachsen und erwachsener/ausgereifter geworden.

FP: Was sind Deine Lieblingsthemen in Deiner Blogosphäre?  

CG: Ich bin da in jeder Hinsicht offen – weil es so viele spannende Themenfelder zu bearbeiten gibt. Auch schreibe ich gerne für Firmen – wenn die Idee dahinter stimmt.

Sehr lieb sind mir jedoch Artikel über Beziehungen, zwischenmenschliches, realitätsnahes. Schon mehrmals bedankten sich Leser bei mir für mein geschriebenes Wort und dass ich Ihnen damit in Ihrer Partnerschaft weitergeholfen hätte – so ein tolles Feedback macht einen Blogger sehr glücklich.

Wenn man nur einen Menschen da draußen mit „seiner Arbeit“ oder seinem Schreibstil erreicht, schafft das ein enormes Glücksgefühl.

FP: Momentan fangen viele Menschen mit dem bloggen an, leider wird vielen suggeriert, dass man ruck-zuck viel Geld verdienen kann, was ja illusorisch ist – was rätst Du Leuten, die sich online was aufbauen wollen? Und – kann man vom Bloggen leben? 

CG: Schminkt Euch das ab! Die ersten Jahre kann man null davon leben. Auch ich musste mir einen kleinen Kredit aufnehmen um alles kleinschrittig über Jahre hinweg so zu verwirklichen, wie es jetzt läuft. Und selbst jetzt sind noch nicht alle meine Projekte fertig – sondern es wird unentwegt dran gearbeitet und gefeilt, diese weiterentwickelt. Das verschlingt Zeit und Geld.

Erfolg beim Blogging kommt nicht über Nacht. Trotzdem sollte jeder – auch nicht kommerziell & wenn er/sie Lust hat zu schreiben – sein Ding machen.

Es ist manchmal schon ein kleiner Erfolg für einen selbst, wenn man sich etwas von der Seele schreiben kann. Auch bei mir ist das bloggen manchmal noch Eigen-Therapie. Es ist auch nicht schlimm, wenn Deine Schreibe nicht massentauglich ist. Sei einfach Du selbst. Und wenn es Dir oder Deinen Mitmenschen gut tut – mach es!

Was aber für einen echten Durchbruch & Erfolg zählt, sind: Durchhaltevermögen, beständig schreiben, sich vernetzten, Kanäle aufbauen, sich mit anderen Bloggern befreunden, gemeinsame Projekte starten. Einzelkämpfer schaffen es in aller Regel nie.

Bloggen = jahrelange, harte Schreibarbeit. Wenn man aber Spaß, Leidenschaft und Berufung dabei verspürt, hört die Freude daran niemals auf. 

FP: Du selbst sprichst Dich – trotz dem Du Dich viel im Web bewegst – dafür aus, nicht permanent im Netz „abzuhängen“ und online zu sein. Denkst Du dass das überhand nimmt?  

CF: Stecker aus und raus. Ich gehöre zu einer Generation, die auch ohne das alles überlebensfähig ist. Freizeit und seine lieben Mitmenschen sollte man immer dem virtuellen Netz vorziehen – auch wenn uns dies Freiheit & alle Möglichkeiten suggeriert, ist es nicht vergleichbar mit dem echten brennenden Leben da draußen.

Schon jetzt verbringen die 15-29jährige Hauptzielgruppe, wie auch viele ältere Menschen zu viel Zeit im Netz. Das wird immer mehr auch zu einem (Therapie)-Problem.

…und WhatsApp Sucht zudem zukünftig ein großes Beschäftigungsfeld werden.

Viele Partnerschaften & Beziehungen leiden schon heute darunter- weshalb ich in diesem Bereich auch des öfteren Artikel zum Besten gebe, um dem vorzubeugen und den betroffenen Leuten weiterzuhelfen.

Ich würde übrigens nicht Christian Gera heißen, wenn ich nicht ein passendes „Real-Life“-Zitat dazu hätte:

“Das Leben ist wie eine Komposition, wie ein Lied. Am Anfang steht ein großes Geheimnis, und am Ende kommt die Bestätigung, aber in der Mitte, da wohnen die Gefühle, und wegen der Gefühle lohnt sich das alles.”

(Zitat: Nicholas Sparks aus dem Film “Mit dir an meiner Seite”)

FP: Wo tummelst Du Dich, wenn Du offline bist, wo lebst Du, was sind Deine Hobbys? 

CG: Ich bin da ganz normal, ganz klassisch gestrickt. Wohne im schönen Bochum/ im Herzen des Ruhrpotts. Genieße das Leben, die Freundschaften, die Liebe, die Familie. Mein Privatleben trenne ich strickt vom beruflichen. Ich lese beispielsweise gern und hab in letzter Zeit für mich entdeckt, dass viel Sport und laufen meiner Figur enorm zusagen…! 

FP: Welche Internet-„Trends“ nerven Dich? 

CG: Die unstillbare Neugier an den anderen auf den Facebook-Pinnwänden.

Mal ehrlich – das Leben derer ist auch nicht schöner oder besser als Deins – auch wenn es so dargestellt ist. Hierzu gibt es einen tollen Artikel in der WELT – : um mal alle Generationen zu verstehen und warum meine Generation so verrückt und oft auch unglücklich ist: http://www.welt.de/icon/article133276638/Warum-die-Generation-Y-so-ungluecklich-ist.html

Außerdem nervig: an „IceBucket“-Challenges oder „Zitronenfress-Videos“ teilnehmen und diese zu posten, ohne das jemand spendet – sondern nur aus Eitelkeit und Narzissmus, um sich selbst darstellen zu wollen, ohne sich überhaupt mit dem Hintergrund beschäftigt zu haben.

Oberflächlichkeit regiert bei vielen.

Dazu gehören auch, irgendwelche „Halloween-Monster“-Jugendliche mit Kettensägen, die ältere Leute mit Herzschrittmachern in Panik versetzen. Man kann nicht voraussetzen, dass sich die Älteren über jeden Mist der da im Netz passiert, bereits auseinandergesetzt haben.

Die tun sich eher schwer mit so real übergreifenden Späßen und Jüngere denken meist „nicht so weit.“ Wobei nicht jeder gleich ist. Das soll kein allgemeines Urteil sein.

Ich denke man sollte Grenzen ziehen und nicht alles eins zu eins auf das echte Leben übertragen. Im echten Leben jedoch spielt die Musik.

FP: Welche digitalen Erfindungen begeistern Dich?  

CG: Alle, die einem in der Realität weiterhelfen und nützlich sind. Und hierbei jedem das seine. Ich finde vieles nicht nützlich.

Digitale Erfindungen sollten erleichtern – nicht alles verkomplizieren und uns nur noch zu „Tech-Mutanten“ werden lassen, die blindlings ihre Daten überall preisgeben müssen für jeden Furz.

FP: Mit welchen Themen animierst Du Frauen zum Lesen Deiner Beiträge?  

CG: Mit Beiträgen zum Single-Dasein, Tipps für Dates, Insider-Informationen zu Männern und warum sie ticken wie sie ticken, schönen Zitaten und vor allem ganz viel schonungsloser Ehrlichkeit.

FP: Nach Deiner Seite www.freizeitcafe.info kam www.Bloggerherz.de – was gibt’s da im Moment aktuelles zu berichten und was sind Deine digitalen Pläne?  

Der Blog vom Freizeitcafe läuft wie bisher ganz gut – über 4000 Besucher am Tag ist keine Seltenheit und die Themen werden auch weiterhin dankend angenommen. Auch wenn ich jetzt wegen meinem Umzug etwas weniger schreiben konnte – die Kooperationspartner sind immer zufrieden.

Das Bloggerherz wird gerade offline überarbeitet, bekommt ein noch hübscheres Gesicht und die Einfachheit integriert, demnächst noch besser Artikel einzureichen, die jede/r Blogger/in auf Bloggerherz präsentieren möchte.

Hinzu kommen weitere zahlreiche, nützliche Spielereien, die noch geheim sind…! Soviel sei jedoch: Wir Blogger können uns darüber nun endlich austauschen, gegenseitig anschauen und sogar pushen. „Win-Win“ für alle – wie bisher.

Hierzu habe ich mich mit einem anderen, sehr erfolgreichen, Bloggern zusammen getan, auch das ist aber noch geheim. Wird demnächst aber groß promotet – durch alle Kanäle! Mehrwert muss sein. Ich mache nichts halbherzig oder veröffentliche etwas, wenn es nicht rundum fertig, ausgetestet, sowie userfreundlich ist.

Im Frühjahr 2015 nun ist dann auch endlich (nach sehr langem feilen und werkeln; ich muss mich fast schon dafür entschuldigen, aber Gutes braucht halt manchmal Zeit) die Community freizeitcafe.com dran – eine kostenlose Community für alle Freizeitler, Blogger und (Freizeit)- Unternehmen, die sich den Usern präsentieren.

Die Realität soll einladen – statt sich in unendlichen, virtuellen Welten zu verzetteln und damit seine Lebenszeit zu vergeuden.

Meine Prämisse.

Ich denke, das sehen auch viele andere da draußen so und das Feedback zu allen Projekten ist sehr großs. Ich freue mich sehr auf die nächsten Schritte.

Bildnachweis: Christian Gera

 

 

 

 

 

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