„Ich möchte beruflich erfüllt und glücklich sein“

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Sich als Mama selbständig machen – diese Option wählen viele Frauen, die Mutter geworden sind. Der Hauptgrund ist meist die flexiblere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Das gab auch für Doreen Riedel den Ausschlag, einen neuen Lebensabschnitt als Unternehmerin anzugehen. Einst als Flugbegleiterin weltweit unterwegs, konnte sie diesen Beruf nach der Geburt ihres Kindes nicht mehr ausüben.

Die Frau aus Nordsachsen bewies Mut und eröffnete in dem kleinen Dorf Hohenossig – gelegen an der Bundesstraße 2, zwischen Leipzig und Bad Düben, – einen Kinderladen.

„Kunterbunt“ – so der Name des Geschäfts – ist Programm. Hier gibt es Kleidung und Spielsachen für die Kleinen, sowohl als Neu- und Gebrauchtware. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei und einen ersten kleinen Stammkunden-Kreis hat sich die Existenzgründerin, die den Einstieg nebenberuflich wagte, auch schon aufgebaut!

Wir haben die sympathische Mama interviewt:

FP: Frau Riedel, Sie haben vor kurzem ein Geschäft für Kinderkleidung eröffnet. Neben neuen Artikeln bieten sie auch gebrauchte Kleidung und Spielzeug an. Die Besonderheit ist, dass Ihr Geschäft in Hohenossig liegt – einem kleinen Dorf mit einigen hundert Einwohnern. Was gab den Ausschlag, sich im ländlichen Raum selbständig zu machen?

DR: Einen Kinderladen zu eröffnen war gar nicht geplant. Ich habe viele Jahre als Flugbegleiterin gearbeitet. Dann kam mein Sohn vor vier Jahren auf die Welt und somit habe ich schweren Herzens meinen Job an den Nagel gehängt.

Ich war 20 Tage im Monat in der Welt unterwegs. Das konnte ich dann nicht mehr als Mutter vereinbaren. Somit hieß es, eine neue berufliche Aufgabe zu finden, die mich ausfüllt, vereinbar mit meinem kleinen Sohn ist und die mich glücklich macht. Ich habe lange gesucht.

Und dann – eines Tages, ich holte ich meinen Sohn aus dem Kindergarten ab – sah ich an dem roten Haus, das direkt neben der Kita steht, ein großes Schild: „zu verkaufen“.

Dieses niedliche Häuschen (im Bild links) hatte mir schon immer gefallen!

Und da war sie dann – meine neue berufliche Herausforderung!

Ich war von Anfang an Herz und Flamme für diesen Laden. Ich weiß natürlich, dass man im ländlichen Raum nicht die Kaufkraft hat, wie in der Stadt. Ich möchte auch nicht reich mit dem Laden werden. Ich möchte davon leben können und beruflich erfüllt und glücklich sein. Und das bin ich!

FP: Obwohl immer die Rede davon ist, dass ländliche Landstriche vergreisen, leben doch sehr viele Kinder in den Dörfern Mitteldeutschlands, gerade in Sachsen gibt es derzeit einen enormen Zuzug von Familien aufs Land. Spüren Sie das bezüglich Ihrer Kundschaft?

DR: Ja. Gerade Familien von den umliegenden Dörfern besuchen meinen Laden. Aber auch die Omas kommen ganz oft zu mir und kaufen für ihre Enkel. Gerade aus Hohenossig habe ich zwei, drei liebe Omas, die immer wieder zu mir kommen.

Das freut mich natürlich sehr.

FP: Wie wird Ihr Geschäft bislang angenommen und was wird am meisten nachgefragt?

DR: Es wird gut angenommen. Was mich aber erstaunt ist, dass gerade viele Eltern vom Kindergarten nebenan den Laden eher nicht annehmen. Das ist schade.

Am meisten sind die neuen Sachen jeglicher Art gefragt. Das liegt sicher daran, dass ich eine besondere Auswahl an Marken führe und dazu alles Neue bis 50% reduziert ist. Dies kommt sehr gut an.

FP: Sie bauen sich die Selbstständigkeit gerade auf, sind zunächst nebenberuflich gestartet. Was reizt sie daran, Ihr eigener Chef zu sein?

DR: Mich reizt es, alles selbst zu bestimmen und mein „eigener Herr“ zu sein…wie der Laden gestaltet ist (siehe links), was ich verkaufe, meine Ideen umzusetzen…Der ganze Laden wurde mit ganz viel Herz von mir ausgebaut. Das macht mich stolz.

FP: Vor welchen großen Herausforderungen stehen Sie aktuell als frischgebackene Laden-Inhaberin?

DR: Die große Herausforderung ist es, finanziell alles „passend“ hinzubekommen. Jeder der selbstständig ist, weiß was man alles für Kosten hat. Vorher habe ich nicht über solche Dinge nachdenken müssen.

FP: Sie sind auch Mutter – wie gestalten Sie die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie?

DR: Es läuft sehr gut! Dank meines Mannes, der mir sehr viel hilft. Gerade früh am Morgen, wenn ich im Hotel zusätzlich arbeiten gehe, kümmert er sich um unseren Sohn und den Hund. Ohne ihn wäre alles so nicht möglich. Ich habe ihm viel zu verdanken!

FP: Obwohl Sie derzeit sicher eine Menge zu tun haben, sei die Frage gestattet, was Sie in Ihrer Freizeit gern tun? Gibt es Hobbys?

DR: Viel Freizeit habe ich derzeit wirklich nicht. Umso mehr genieße ich die Wochenenden mit meiner Familie. Wir gehen gern große Spazierrunden mit unserem Hund, haben diesen Winter unsere Leidenschaft für das Schlittschuh fahren entdeckt und verreisen wahnsinnig gerne.

FP: Aktuell steht der Frühling schon vor der Tür – sind Aktionen bei Ihnen geplant? Wenn ja, welche? 

DR: Ich habe gerade den Laden mit Frühjahrs-und Sommerbekleidung umgeräumt. Meine Aktion: Es gibt immer auf alles Neue eine Reduzierung von bis zu 50%!

Kontakt: Kinderladen Kunterbunt, Dübener Straße 18, 04509 Hohenossig – https://www.facebook.com/Kunterbunt.Hohenossig?fref=ts

Bildnachweis: Doreen Riedel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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