Ihr reichts! Leserin schildert Gründe für Austritt aus Fraktion „Die Linke“

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Im Folgenden veröffentlichen wir einen Leserbrief von Anna, der uns gestern, am 9. Januar 2019, erreichte. In einem offenen Brief schildert sie die Gründe für ihren Austritt aus der Fraktion „Die Linke“. Der Text beinhaltet auch den Grund, warum die Frau ihren Nachnamen nicht nennen möchte. Lesen Sie selbst:

„#rechtszwodreivierlinkszwodreivier

Mit sofortiger Wirkung bin ich nach monatelangem Überlegen aus meiner kommunalen Fraktion ausgetreten und habe nach Jahren die Tätigkeit in „meinen“ beiden Ausschüssen nun niedergelegt. Warum?

Dazu reichen wenige Sätze bei Weitem längst nicht mehr aus.

Seit Längerem bereits hadere ich mit der von nahezu jeder Partei vertretenen Position zu Flüchtlingen, Migration, Abschiebung, Familienzusammenführung usw, sowie mit dem Umgang der Extrem-Linken innerhalb der Parteien mit der #AfD und fordere eine klare Distanzierung zur #Antifa, die sich für mein Verständnis in keinster Weise in ihrem Denken und Handeln von Rechtsextremen unterscheidet.

Links-Sein beinhaltet für mich nicht in der Hauptsache ausschließlich „gegen Nazis“ zu sein, für Viele aus Linke/Grüne/Spd/FDP/CDU scheint dies aber leider mittlerweile 90 % ihres Seins auszumachen.

Einerseits von der AfD fordern, sich von Rechtsextremen zu distanzieren und sie aus ihrer Partei zu entfernen (zu Recht), andererseits selber mit Linksextremen in der eigenen Partei nicht so verfahren, sich nicht mal klar von einer Antifa distanzieren, stellt für mich eine parteiübergreifende Doppelmoral dar, mit der ich mich nicht identifizieren kann und will.

Ganz davon abgesehen kenne ich aus fast jeder Fraktion/Partei Mitglieder, die man als rechtsradikal bezeichnen würde, wenn sie in der AfD säßen, das nur am Rande…

Einerseits bei jedem weiteren #Einzelfall von #Vergewaltigung #Messerattacke sofort fordern, nicht alle Flüchtlinge wegen einiger Weniger über einen Kamm zu scheren, andererseits selber eine ganze Partei wegen einiger Weniger als #Nazisraus pauschal verurteilen und damit nebenbei Millionen Wählern unterstellen, sie würden Nazis wählen, obwohl die AfD nachweisbar viele Positionen vertritt, die bis vor einigen Jahren noch vehement von der CDU incl. Frau Merkel vertreten wurden, was jeder ganz leicht googeln könnte, so er denn wollen würde. Einerseits jede klare Benennung von #Migrantengewalt und jeden empörten Protest dagegen als politische Instrumentalisierung kleinreden und damit von den vielen Taten ablenken, andererseits jede Gewalttat, die auch nur im Geringsten nach Rechtsradikalität riecht (z.B. #Bottrop ) dann selber politisch instrumentalisieren, um gegen eine demokratisch gewählte Opposition, deren Wähler sowie jegliche Proteste gegen diese Zustände zu hetzen.

Einerseits der Bundestagsfraktion der AfD vorwerfen, sie seien schuld an der Verschärfung des Tones, der Verrohung der Sprache und würden so die politischen Diskussionen mit Hass aufheizen, andererseits selber noch schlimmer und aggressiver die Dabatten im Bundestag, in Talkshows und sozialen Medien vergiften, teils mit sowohl falschen, verdrehten als auch erfundenen Behauptungen, sowie bitterböser häme, bis hin zu deutlichen Gewaltaufrufen.

Wer z. B. im letzten Jahr Bundestagsdebatten live verfolgte, ist dann teils doch sehr erstaunt bis fassungslos, welche aus dem Zusammenhang gerissenen, den Inhalt verfälschenden „Zusammenfassungen“ dann in TV-Nachrichten und Online-Medien einer breiten Masse präsentiert wurden, die diese Debatten nicht live verfolgen konnte, während sie fleissig die üppigen Diäten der dort diskutierenden Parlamentarier erwirtschafteten. Die verzerrten Teile an Zitaten, die dann dem interessierten Bürger im Feierabend-TV als Garnierung der allabendlichen Brotzeit serviert werden, haben allzu häufig nicht mehr viel mit den tatsächlich geführten Debatten oder Aussagen zu tun. Leider meinen aber immer noch zu Viele, Tagesschau & Co. würden wahrheitsgetreu berichten und nicht etwa manipulativ wegschneiden, aufbauschen oder weglassen.

Auch Politiker, die sich selber auf ihren Accounts in sozialen Medien äußern, bilden da keine Ausnahme. Das stelle ich nicht nur von Linken fest, sondern auch von allen anderen Parteien und ihren Vertetern, unterstützt von den gängigen Medien. Aktuelles Beispiel sind die Berichte über den shitstorm, den eine #nicolediekmann angeblich damit lostrat, weil sie #nazisraus twitterte und dadurch Bedrohungen und dergleichen ausgesetzt war. Fakt ist aber, dass es ihr tweet war, in dem sie (angeblich scherzhaft, wie hinterher behauptet) konstatierte, Nazi sei für sie jeder, der nicht die Grünen wähle.

Dann wird ein #Özdemir nur halb zitiert, wo er die Gewalt gegen den Bremer AfD-Mann verurteilt, den 2. Teil seines tweets, wo er die Tat quasi rechtfertigt, indem er andeutet, dass die Ursache der Hass sei, den die AfD verbreite und noch genüßlich mit einem #nazisraus nachtritt, hat man in den ihn zitierenden Medien sicher nur vergessen zu erwähnen?

Die vielen Angriffe der letzten Jahre (es sind mittlerweile wohl über hundert) auf Büros, Veranstaltungen, Geschäfte, Familien und Mitglieder der AfD sind u.A. Folge dieser pauschalisierenden Hetze sowohl von vielen Politikern als auch von Medien und erinnern in ihrer Dynamik immer deutlicher an eine sehr dunkle Zeit, in der man wegen seiner politischen Ansichten Angst um Eigentum, Geschäft, Familie und das eigene Leben haben musste. Wer diese Parallele nicht erkennt, ist blind und taub und hat im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst, wie es damals anfing! Der Gipfel der Absurdität ist dabei dann noch, genau dieses eigene Vorgehen permanent einzig der AfD vorzuhalten.

Die Verurteilung dieses Angriffs auf Herrn #Magnitz bekommt bei vielen Politikern und Medien ein etwas halbherziges, unaufrichtig wirkendes Beigeschmäckle. Gewünscht hätte ich mir eine aufrichtige Anteilnahme bei gleichzeitiger Einsicht und Reue, dass man als Politiker jedweder Couleur selber nicht unerheblich zu Eskalationen beitragen hat, statt ständig mit dem Fingerchen auf die AfD zu zeigen, die daran zwar auch nicht unschuldig ist, aber nicht allein dafür verantwortlich, wie sehr von allen nur erdenklichen Seiten der Hass auf sie beständig geschürt und gesteigert wird.

Schön zusammengefasst in einem Artikel der Schweizer NZZ .

Den Gipfel erreicht die bösartige Häme der Selbstgerechtigkeit aber nun, seit bekannt wurde, dass die schlimmen Verletzungen ja „nur“ durch den Sturz und Aufprall von Herrn #Magnitz entstanden, nachdem er von hinten niedergeschlagen wurde. Schon wird fröhlich mit neu entflammter hetzerischer Energie der Hass auf die Partei geschürt.

Verständnis dafür, dass auch die Parteikollegen sicher erst mal zutiefst schockiert waren und nach den vielen Angriffen unterschiedlichster Art auf ihre Partei in der Vergangenheit, sowie bei der vorerst nicht einschätzbaren Schwere der schlimm anzusehenden Kopf-Verletzung im Überschwang des eigenen Entsetzens u.a. von einem #Kantholz sprachen, wobei niemand wirklich weiß, wer selbiges denn nun überhaupt zuerst erwähnte, dieses Verständnis sucht man vergeblich. Lieber unterstellt man ein unmenschlich bösartig motiviertes politisches Kalkül.

Ich wage mir nicht auszumalen, wenn die 1. Nachricht in dieser Nacht gelautet hätte, dass z.B. Özdemir vermutlich von Rechten niedergeknüppelt worden wäre. Und ich erinnere mich noch sehr gut an die Welle der genauso empörten, wie falschen Hysterie, als ein nichtssagendes 22-Sekunden-Video einer Antifa-Zeckenbiss Hetzjagden auf Ausländer behauptete und sämtliche Politiker und Medien sich quasi gegenseitig übertrumpften, dass sich sogar eine Merkel ausnahmsweise dazu herabließ, öffentlich dazu etwas zu sagen. Der Witz ist ja, dass diese von allen sofort hinausprosaunte Lüge bis heute nie richtig gestellt wurde, sie bis heute aufrecht erhalten wird, obwohl man mittlerweile sogar sicher weiß, wer dieses Video drehte und wie es zu dieser Szene einer angeblichen Hetzjagd die gar keine war überhaupt kam, bzw. was von Seiten der angeblichen Opfer vorausging.

Ich muss mich seit einigen Jahren immer öfter allen Ernstes fragen, aus welchen Richtungen heutiger Faschismus tatsächlich kommt, unter welchen unterschiedlichen Mäntelchen er sich so alles tarnt. Er scheint mir nicht mehr nur einzig von offensichtlichen Rechtsradikalen zu kommen, die ohnehin meist keinen Hehl aus ihrer Gesinnung machen. Vor 30 Jahren war ich selber in der Antifa, habe auf Mahnwachen gegen den 1. Irak-Krieg gesessen, Häuser besetzt, gegen Nazis (damals Skinheads) demonstriert und irgendwann begriffen, dass „meine“ Seite nicht weniger fanatisch und engstirnig agiert und denkt, als das was sie vorgeben an Gedankengut zu bekämpfen und kehrte dieser Bewegung deshalb vor langem den Rücken. Dies ist ganz offensichtlich nicht besser, sondern im Gegenteil noch viel schlimmer geworden und mittlerweile wohl auch in nahezu sämtlichen Parteien nicht nur als „normal“ angekommen, sonder sogar als „politisch korrekt“ Konsens.

Ich verlegte mein Engagement nach der sehr ernüchtert beendeten Episode „Antifa“ vor über 25 Jahren in andere Bereiche, es folgten viele Jahre ehrenamtliche Tätigkeit gegen Kindesmissbrauch + Partnerschaftsgewalt, seit einigen Jahren zusätzlich politische Arbeit in 2 kommunalen Ausschüssen für eine Fraktion (nein, nicht die AfD). Seit der #Flüchtlingskrise stelle ich zunehmend fest: Faschistisches Denken, Reden und Handeln, sowie Propaganda, Meinungsdiktatur, Hetze und Lügen sind bei Weitem kein Monopol von Rechtsextremen.

Das Vorgehen in #Chemnitz oder #Kandel z.B., diese Proteste bundesweit als angeblich rein rechts motiviert darzustellen diente nur einem Zweck: Spalten, diesmal neben Links-Rechts obendrein noch in Ost-West und damit verhindern, dass die spontanen Proteste tausender friedlicher Bürger sich bloß nicht ausweiten. Keine Angst von Herrschenden, egal wo auf diesem Planeten, könnte größer sein, als diese.

Auch hier wieder die Doppelmoral, die mit zweierlei Maß misst:

Einige wenige Rechte hoben in Chemnitz den Arm zum Hitlergruß. ZACK, überall war nur noch die Rede von einem rechten Aufmarsch, wo doch eigentlich zu 99% normale Bürger auf der Straße waren und es doch in der Hauptsache um eine weitere brutale Tötung durch einen Migranten ging. Wo aber hunderte (!) Schwarzvermummte halb Hamburg beim G20-Gipfel in Schutt und Asche legten und tausende Anwohner in Angst und Schrecken versetzten, verweist man auf die vielen friedlichen Protestler, den Begriff linksradikale Aufmärsche nahm da keiner in den Mund. Ein Böller vor einer Moschee ist ein Anschlag, ein gesprengtes AfD-Büro eine Detonation.

Diese Liste könnte man endlos fortführen, natürlich nicht ohne dazu auszuführen, dass obendrein immer wieder der unberechtigte Vorwurf kommt, die Gewalt von rechts würde angeblich verharmlost. Wo das doch eigentlich nur bei Gewalt jedweder Art durch #Flüchtlinge der Fall ist, die hier alles mögliche suchen, nur keinen Schutz. (nein, nicht alle… muss man ja immer dazu sagen, weil das sonst eh sofort kommt, aber eben auch nicht gerade wenige)

Da heißt es dann ständig: „Wir stehen zusammen gegen rechte Gewalt“, nicht etwa gegen Gewalt an sich. Wann gab es je ein so deutliches, klares offizielles Statement gegen linke Gewalt, islamistische Gewalt, Migrantengewalt, Vergewaltigungen? Wo war diese überdeutliche Verurteilung von echten Hetzjagden auf deutsche Passanten durch Migranten in #Amberg ? Wo ist die glaubwürdige solidarische Ankündigung angesichts von zig #Tötungen #Vergewaltigungen #Massenvergewaltigungen #Überfällen #Übergriffen im öffentlichen Raum allerorten auf #Frauen, dass man geschlossen dagegen steht und gedenkt, dem rigoros Einhalt zu gebieten? Wie wäre es mit einem herzhaft knackigen und längst überfälligen: „Wir stehen zusammen gegen Migrantengewalt und Islamisten gegen Einheimische“? Fehlanzeige!

Wer Aussagen der letzten Jahre dazu von Politikern und Medien vergleicht mit dem, was bei beim kleinsten Anzeichen rechter Gewalt regelmäßig losgetreten wird, merkt sehr schnell den deutlichen Unterschied. Und das sind mittlerweile immer mehr Bürger, die das bemerken.

Nein, ich meine nicht die spöttisch als #besorgtebürger Verunglimpften, sondern ganz normale Menschen jeden Alters und aus allen Schichten unterhalb der privilegierten „oberen Zehntausend“. Menschen, die die Zustände deutlich bemerken, weil sie sich täglich in Bussen, Parks, Straßen, Geschäften, Bahnhöfen, Freibädern, Diskotheken, auf öffentlichen Festen usw. damit konfrontiert sehen. Also unmittelbar in der 1. Reihe und quasi mittendrin statt nur dabei.

Also Orte in freier Wildbahn, an denen sich die meisten der Politiker, Prominenten und Finanzelite entweder garnicht oder nur von einer Armada Sicherheitskräften umgeben aufhalten und sicher schon gar nicht in ihrem täglichen Alltag. Bemerken sie solche Zustände dann doch mal und benennen dies, wie #BorisPalmer von den #Grünen, stehen sie sofort unter Beschuss der Parteikollegen und Medien und das immer wieder „gern-genommene“ Damokles-Schwert des Nazi-vorwurfes schwebt wie eine unheilvolle Verkündung über ihrem Kopf.

Diese Erfahrung durfte ja selbst #SarahWagenknecht schon machen, als sie es wagte, mit der Linie der restlichen Parteiführung bzgl. dieses Themas nicht ganz konform zu gehen, woraufhin sie aus den eigenen Reihen in die rechte Ecke geschoben wurde. Lächerlicher gehts kaum noch.

Die regelmäßige mediale, öffentliche und politische Verurteilung richtet sich so scharf und eindringlich nahezu ausschließlich „gegen Rechts“, schön nachzulesen unter #wirsindmehr , aber nicht mal annähernd so deutlich gegen radikalen Islam (der übrigens sehr viel mehr Anhänger hat), Migranten- oder Flüchtlingsgewalt oder gar gegen Linksradikale und enttarnt sich [mit dieser Vorgehensweise der Doppelmoral, die sich nicht zu schade ist für bewusste Lügen + Fehlinformationen] für jeden aufmerksamen, neutralen Beobachter doch selber lediglich als faschistische Propaganda, wo jeder Andersdenkende in einer mittlerweile immer schlimmer werdenden Meinungsdiktatur von den angeblich „politisch korrekt“ Denkenden diffamiert und verfolgt wird, nämlich durch das Erzeugen der Angst, als Nazi bezeichnet zu werden oder gar Schlimmeres, falls diese Meinung offen ausgesprochen wird.

Das reicht ja von einem beklatschten Kino-Rauswurf wg. einer Parteizugehörigkeit, über Meldung beim Arbeitgeber dass man in der AfD sei, bis hin zu persönlichen Daten die per #Hackerangriff von der Antifa veröffentlicht wurden. Komischerweise interessierte das damals kaum jemanden, als es nur Mitglieder der AfD betraf, erzeugt aber jetzt einen Riesenaufschrei, als es nun andere Parteien und Prominente betraf, natürlich nicht ohne zu betonen, dass nur die AfD nicht betroffen sei, was implizieren sollte, dass diese da vermutlich ihre Finger im Spiel hatte.

Da ich all die Jahre, sowohl online als auch im realen Leben mit sehr vielen ganz unterschiedlichen Menschen offen rede, sei es beim Einkaufen, im Eiscafé oder bei öffentlichen Festen o.ä., weiß ich, dass es sehr vielen Menschen so geht, dass sie ihre Ansichten aus genau diesem Grund nicht offen kundtun und lieber für sich behalten. Eins habe ich dabei deutlich begriffen: Diese mediale und politische Hetze incl. möglicher drohender Negativkonsequenzen im persönlichen Umfeld gegen jeden, der bestimmte Punkte kritisch benennt, sowie das Negieren, Lügen und Schönfärben von Vielem, hat (neben den wachsenden sozialen Mißständen) überhaupt erst dazu geführt, dass Rechte immer stärker wurden. Gratulation! Daran wird auch groß angelegter Wahlbetrug wie in Hessen nichts mehr ändern.

Für Viele reicht ja schon die vorsichtige Andeutung der Gefahr durch den eingewanderten radikalen Islam, der unsere Werte ablehnt, sogar klar abschaffen will, auf Umwegen die Freiheit von Frauen massiv einschränken will und dies alles ja sogar real schon mm für mm vorantreibt, um als Nazi, islamophober Verschwörungstheoretiker o.ä. betitelt zu werden.

Obwohl die einfache Beschäftigung mit der historischen Entwicklung mit der einst sehr offenen, liberalen und fortschrittlichen Gesellschaft im Libanon ausreichen würde, sich diese sehr reale Gefahr vor Augen zu führen. Oder vielleicht einfach mal mit einem Libanesen der älteren Generation reden? Oder sich einfach mal ehemalige Muslime oder die Aussagen kritischer Islamwissenschaftler zu Gemüte führen und diese dann auch noch ernst nehmen? Gibts ja nun wahrhaftig genug von. Wie dem auch sei.

Ich stehe nun mal auf dem Standpunkt, dass 2 + 2 auch dann noch = 4 ist, wenn die AfD das ebenfalls sagt. Diese Rechnung wird nämlich in der Tat nicht unwahr, nur weil die AfD zu dem gleichen Ergebnis kommt. Genau das scheint aber bei Vielen im Kopf einen pawlowschen Automatismus des #nazisraus -Widerspruchs auszulösen und dazu zu führen, dass bei ihnen dann halt 2 + 2 = 5 ist. Aus Prinzip, aus ideologischer Verblendung, aus Überzeugung dass dann selbstverständlich nur die 5 die „gute und richtige“ Lösung sein kann, aber keinesfalls die von der AfD errechnete 4.

Auch ich stand übrigens nun vor der Entscheidung, ob ich meinen realen Namen unter dieses Statement setze, weil ich normalerweise gerne offen dazu stehe, was ich denke und dies auch hierbei gerne würde und habe mich aus einem einzigen Grund doch dagegen entschieden: Mein noch minderjähriges Kind!

Wenigstens kann ich nun viel besser hautnah nachvollziehen, statt nur in der Schule nachzubeten, wie „DAS“ damals vor 70 Jahren möglich war und wie es vielen Bürgern damals wohl damit gegangen sein muss. Geschichtsunterricht live, mehr authentisches Nachempfinden dürfte wohl kaum noch möglich sein. Ich freu mich ja schon so auf diese Schilder, wo dann draufstehen wird „Kauft nicht bei Nazis“ an Geschäften von AfD-lern und die hübschen kleinen gesetzlich vorgeschriebenen Sticker auf deren Jacken. Ok, für die tätowierten Nummern dürfte bei so Manchem evtl. kein Platz mehr sein, was solls, gibt ja Chips, die implantiert werden können in dieser unserer ach-so-fortschrittlichen Zivilisation, nicht wahr?

Und bevor der Ein oder Andere jetzt Schnappatmung kriegt… Ja, ich beherrsche den bitterbösen Zynismus ebenso gut, wie die ganzen so unglaublich „Politisch-Korrekten“ auf der vermeintlich „guten Seite der Macht“, die sich aktuell so köstlich mit diversen # auf Twitter oder anderswo im Netz amüsieren und für die ich mich derzeit einfach nur noch fremdschämen möchte.

Ich gestehe, ihr erzeugt bei mir momentan einen noch schlimmeren Brechreiz, als es die AfD bisher jemals fertig gebracht hätte und DAS will wirklich was heißen. Liegt vermutlich an dieser wirklich übelkeitserregenden Kombination aus diesem buntschillernden Mäntelchen in grün-rot-schwarz-gelb-getupft über der braunen Gesinnung. Stramme Leistung.

Die Masse der hämischen und hasserfüllten Kommentare zu #Kantholz #Magnitz und #AfDlieder zeigt sehr deutlich, dass das Ende der Fahnenstange offenbar noch lange nicht erreicht ist. Ich rechne fast schon damit, dass es 2019 den ersten Toten in der AfD aufgrund dieser seit Jahren anhaltenden Propaganda, Meinungsmache und Hetze geben wird und befürchte, dass es bei sehr vielen dieser angeblichen Antifaschisten, die selber nichts anderes sind als Linksfaschisten, auch dann noch zu frenetisch hämischen Beifall führen wird, während öffentliche politische Vertreter jeglicher Couleur dann wieder Betroffenheit heucheln, die ihnen eh kaum einer noch abkaufen mag, während sie insgeheim feixen.

Man fühlt sich unwillkürlich an den psychopathischen Partnerschaftsgewalttäter erinnert, der ständig tatsächliche Abläufe und Fakten verdreht und der der verprügelten Frau (und allen anderen drumherum) einredet, sie sei ja selber schuld daran, wie er sie behandelt habe und dass er ausgerastet sei. Erst beschimpft er sie permanent, oft auch sehr versteckt und subtil als angeblich dumm, unfähig und frech, schreit sie an, beleidigt sie, unterstellt ihr dauernd Dinge, die sie so nie getan oder gesagt hat, stellt sie überall bloß u.v.m…. schlägt zu, würgt, tritt usw., behauptet dann nach eskalierten Entgleisungen obendrein jedes Mal, SIE habe IHN ja provoziert, mit ihrem unmöglichen Verhalten das Ganze heraufbeschworen und feiert sich letztendlich frenetisch selbstinszenierend als gerechten Kämpfer, der doch eigentlich für eine „gute Sache“ kämpft (die Beziehung) und angeblich ja nur Opfer ihrer angeblichen Verfehlungen wurde. Schuld an der Prügel und den Knochenbrüchen ist aber sie selber, weil sie ja…

Diese Parallele in der Dynamik der derzeitigen politischen Argumentationen ist nicht zu leugnen und sie widert mich zutiefst an. Dass immer weniger Bürger sich ob dieser Entwicklungen trauen, ihren Mund aufzumachen, ist nur ein vorrübergehender Effekt, fürchte ich.

Zumindest im Westen ist das ja bisher noch großflächig so. Der Osten ist diesbezüglich etwas anders gestrickt und noch nicht so medial konsumgeschwängert weichgespült in der Birne, hat er ja auch noch viel präsenter vor Augen, wie die Dinge damals in der DDR so gehandhabt wurden und erkennt die nahezu gleichen Methoden daher offenbar etwas schneller, während der Westler derzeit noch unter seinem in 70-Jahren einzementierten Nazischuldkomplexmäntelchen qualvoll zusammenzuckt.

Wie diese aufmerksame, widerspenstige und etwas mutigere Art und Weise des Ostens in den Medien dargestellt wird, auch das hat man spätestens seit dem #Sachsenbashing nach #Chemnitz ja live erlebt. Aber der Westen holt diesen Rückstand langsam aber stetig auf, da bin ich zuversichtlich.

Wenn das mal langfristig für die Verantwortlichen nicht derbe nach hinten losgeht!

Wenn in West und Ost also gewissermaßen Rechts und Links allen dämmert, dass sich nur dann wirklich was ändert, wenn ALLE von #unten gemeinsam #aufstehen, dann is sowas von zappendustere Götterdämmerung im Himmel auf Erden bei euch da #oben.

Aber das wißt ihr eh, gell? Daher ist ja keine Methode, das zu verhindern, zu schmutzig.

Im Klartext:

Ich glaube nicht mehr an neutrale Medien, die Fakten aufdecken und benennen wollen. Ich glaube nicht mehr an diese Demokratie, dieses parlamentarische Parteiensystem und möchte auch auf der kleinsten kommunalen Ebene nicht mehr Teil dieses verlogenen Systems sein. Ich glaube nicht mal mehr an Lösungen durch politische Entscheidungen. Und ich weiß, dass dieser politisch-medial inszenierte Links-Rechts-Krieg nur in die Katastrophe für Deutschland und Europa führen kann, denn Spaltung schwächt und nur Einigkeit macht stark.

#giletsjaunes #Gelbwesten Viva la Revolution !

Die viel bedrohlicheren Gefahren für unsere westliche Welt heißen #Islamisierung durch unkontrollierte Migration und #sozialeUngerechtigkeit. Das Eine ein Haupt-Thema der Rechten. Das Andere ein Haupt-Thema der Linken.

Beide haben in Teilen recht und eine Lösung kann nur eine Vereinigung aller sein, die bereit sind, die von oben inszenierte Spaltung zu überwinden und ein gemeinsames #Aufstehen jenseits all dieser Extreme zu schaffen.

ps: es wird meinerseits keineswegs der Anspruch erhoben, die einzig wahre Sichtweise der Dinge gepachtet zu haben, ich denke aber in der Tat, dass ich zumindest in den meisten Aspekten der Realität und Wahrheit doch ziemlich nahe kommen dürfte.

ps2: Nein, ich werde auch jetzt keine AfD wählen oder ihr gar beitreten, sehe allerdings leider weit und breit auch keine wählbare Partei, die meine Ansichten vertritt oder von der ich gar annehmen würde, sie sei in der Lage, große Veränderungen herbei zu führen und weiß, dass ich mit diesem Dilemma weiß Gott nicht alleine da stehe.“

Bildnachweis (Symbolbild):  picture alliance/dpa

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