Immobilien – wer gekauft hat, lacht am besten!

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Haus mit Garten

Haus mit Garten – der Traum vieler Deutscher

Wer viel Zeitungen, Magazine oder Online-Artikel liest, weiß, dass das Abraten vom Kauf einer Immobilie in fast allen großen Medien lange ein Thema war. Es wurde aber in den letzten Jahren nicht nur von der Investition in eine Immobilie abgeraten, nein: nicht selten wurden Häuslebauer, vor allem Familien, verächtlich gemacht. Ich erinnere mich an einen SPIEGEL-Artikel, in dem man sich über Gärten mit Trampolines und Carports lustig machte und medial höhnisch auf deren Besitzer herabschaute.

Leute, die Immobilien abstottern, wurden lange belächelt

Wer informiert ist, weiß, dass die Verfasser solcher Artikel meist in Großstädten leben und den Lebensstil dort als Nonplusultra empfinden und anpreisen. Zudem ist dieser Typ Mensch meist kinderlos und mit der Zeit offenbar immun geworden gegen den Urin-Geruch, der einem auf so manchem großstädtischen Balkon – von der nächsten U-Bahn-Station herüber wehend – in die Nase zieht. In Berlin zum Beispiel.

Ein solcher Gestank wird demnächst allerdings wohl das kleinste Problem für Leute in Berlin und anderswo sein.

Vor allem jene, die bislang so stolz auf ihre Heimat-Unverbundenheit und ihr digitales Nomadentum („Heimat ist da, wo ich gerade bin“) sind, werden sich in Kürze bald umschauen. Stichwort: Mieten.  Denn wer heute noch arrogant über Familien mit Eigentum auf dem Land oder in der beschaulichen Vorstadt lächelt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Mieterhöhungen der nächsten zwei Jahrzehnte schutzlos ausgeliefert sein.

Wie groß das Minus auf deren Verliererseite dann ist, hat die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT in ihrer Ausgabe vom 12. April 2019 sehr anschaulich dargelegt. Und zwar im Rahmen eines Vergleichs zweier fiktiver Familien in Mannheim.

Vergleich fokussiert Besitzer von Immobilien und Mieter

Das Blatt schreibt:

„Wir nehmen zwei ganz gewöhnliche deutsche Ehepaare: die Schröders und die Hubers sind Anfang sechzig, beide wohnen in Mannheim, haben zwei Kinder. Mit einem Haushaltsnettoeinkommen von jeweils 3.200 Euro gehören sie zur Mittelklasse. Allerdings gibt es einen Unterschied: Die Hubers wohnen im eigenen Haus, die Schröders zur Miete“

Die JUNGE FREIHEIT geht nach diesen Zeilen auf die „Experten“ ein, die in Zeitungen Artikel veröffentlichten, mit Inhalten, die den Menschen einredeten, dass es zwischen Mietwohnung und Eigenheim keinen Unterschied gäbe und man lieber in Aktien denn ins eigene Haus investieren sollte.

Dazu ist zu lesen:

„(…)aber eine simple Vermögensrechnung zeigt, daß die Hubers in ihrem Leben viel mehr Vermögen aufgebaut haben als die Schröders – und das ist nur einer von vielen Vorteilen. Die Hubers haben ihr Einfamilienhaus auf einem 500-Quadratmeter-Grundstück im Stadtteil Lindenhof im Jahr 1992 für 220.000 Euro gekauft – mit 20 Prozent Eigenkapital und 176.000 Euro über die Sparkasse finanziert. (…)In all diesen Jahren lagen die Monatsraten der Hubers erst bei 1.500 Mark und später bei 1000 Euro, was bedeutet: Inklusive Nebenkosten haben die Hubers all die Jahre ihr halbes Einkommen in ihr Haus gesteckt(…).“

Mieter konnten mehr konsumieren, müssen aber Mieterhöhungen fürchten

Soviel zu den Eigenheimbesitzern. Die JUNGE FREIHEIT zeigt auch den Lebensstil der anderen Familie auf – der Mieter. Und zwar wie folgt:

„Bei den Schröders ist es anders gelaufen. Die wohnen auch in Lindenhof, aber in einem renovierten Mietshaus aus dem Jahr 1951, das einer Genossenschaft gehört. Für ihre 100 Quadratmeter mit Balkon zahlen die Schröders im Monat 750 Euro Kaltmiete, mit Nebenkosten kommen sie auf 950 Euro. Die Schröders hatten also nach Abzug der Kosten für das Wohnen die meiste Zeit deutlich mehr Geld als die Hubers. Deshalb haben sie immer neue und teurere Autos gefahren als die Hubers, machen dreimal im Jahr Cluburlaub und zeigen ihren Besuchern stolz die neue Ledersitzgruppe, ihre mittlerweile dritte Küche und einen schaufenstergroßen Fernseher.

Viele Journalisten empfahlen über Jahre das Modell Schröder und gossen über Leute wie die Hubers, die ihr Haus über Jahrzehnte abstotterten, Hohn und Spott aus. Das Eigenheim sei keine Vermögensanlage, sondern ein „Buch mit sieben Siegeln“, ein „Klumpenrisiko“ oder eine „Geldvernichtungsmaschine“. Jetzt hat ausgerechnet das wahre Leben solche „Experten“(…)spektakulär widerlegt. Denn seit 2011 steigen die Immobilienpreise in Deutschland. Gleich von Anfang an kamen die üblichen Unkenrufe: Kann nicht lange dauern, trifft nur wenige Großstädte, betrifft nur Eigentumswohnungen, stimmt nur bei Neubauten. Alles falsch. Die Preise steigen seit Jahren kontinuierlich, und zwar für alle Immobilien(…). Ein Ende ist nicht in Sicht.(…)“

Immobilienbesitzer sind die Gewinner

Das Fazit, das die JUNGE FREIHEIT zieht, wird das Herz eines jeden Immobilienbesitzers lachen lassen:

„(…)Fast jeder, der eine Immobilie gekauft hat, ist inzwischen reicher damit geworden. Wer aber auf Wirtschaftsjournalisten und Vermögensberater gehört und keine gekauft hat, der ist jetzt damit konfrontiert, daß er sich möglicherweise nie mehr eine Immobilie leisten kann und lebenslang die steigenden Mieten bezahlen muß – oder für Haus und Garten viel mehr als früher hinlegen muß. Eine Immobilie ist die beste Sparbüchse für Ruhestand und Alter, wie das Beispiel der Schröders und der Hubers eindrucksvoll zeigt. Das Haus der Hubers ist heute 550.000 Euro wert(…)“. Die Hubers wollen in ihrem abbezahlten Haus noch viele Jahre leben, die monatlichen Kosten von 500 Euro für Gas, Strom, Wasser, Kanal, Grundsteuer und Renovierungen schaffen sie locker.

Und zu der Beispielfamilie Schröder konstatiert das Blatt folgendes:

„(…)Und da sie den Rest ihres Lebens zur Miete wohnen müssen, sind sie den Mieterhöhungen der nächsten 20 Jahre schutzlos ausgeliefert.“

Tja – wenn das kein Argument für das eigene Haus ist! Dass immer mehr Familien sich diesen Traum verwirklichen – vor allem auf dem Land – ist derzeit eine Tatsache. Auch wenn das Landleben von „Journalisten“ oftmals ebenso verächtlich gemacht wird, wie Familien, die bauen oder sich ein Haus kaufen.

„Wohnen für ALLE“ mit Popcorn beobachten

Warten wir deshalb einfach mal ab, wer zuletzt lacht. Die ersten ziehen ja schon durch die Straßen, mit Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum. Dass es oftmals dieselben sind, die auch für „WOHNEN FÜR ALLE“ auf die Straße gingen oder gehen, sollte ein Grund für Immobilieneigentümer sein, sich das Popcorn noch besser schmecken zu lassen. Gern darf der zuletzt lachende, vormals oft gescholtene und verächtlich gemachte Hauseigentümer auch ein Glas Champagner dabei trinken.

Wobei? Na, beim beim entspannten Zurücklehnen und Beobachten der sich täglich verschärfenden Misere.

Recherche-Nachweis: JUNGE FREIHEIT, Ausgabe 16/19

Bildnachweis (Symbolbild): pixabay.com

 

 

 

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