Leitungswasser trinken & warmes Wasser abgestellt: Politik & Medien auf Krisen-Zielgeraden

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Gutverdienende Redakteure und Politiker haben ein Problem derzeit nicht: Sich einen Kopf über die explodierenden Alltagskosten machen zu müssen. Aber auch mancher urbane „Was-mit-Medien“-Praktikant kann sich, bevor er den Kitt aus den Fenstern frisst, immer noch in gut bezahlte „Gegen-Rechts“- oder „Demokratie“-Projekte retten – die Töpfe hierfür sind prall gefüllt.

Einzig die Krankenschwester, der Arbeiter, die Bürokraft, der Gärtner, der Handwerker oder die freiberufliche Grafikerin (um wenige zu nennen) zerbrechen sich derzeit den Kopf darüber, wie sie mit ihrem Monatsbudget Sprit-Mondpreise und Butter für 4 Euro stemmen sollen.

Ratschläge über Ratschläge auf der Krisen-Zielgeraden

Damit diese Leute offenbar nicht auf dumme Gedanken kommen, schreibt sich das Medien-Heer – Regierungs-Groupies gleich – seit Wochen die Finger wund, um den Bürgern Ratschläge für die Krise zu erteilen. Willige Partner für haltungsbesoffenes Geschreibsel sind die üblichen Verdächtigen, die dann so dumm-dreiste „Tipps“ wie „Pullover anziehen“ oder „das Duschen reduzieren“ lancieren.

Doch die von der Bevölkerung GEZahlten öffentlich-rechtlichen Medien wären nicht, wie sie wären, wenn sie nicht auch genug eigenen Unsinn durch ihre Kanäle unter die Leute bringen. Der neueste Schrei kommt vom ZDF und birgt den Tipp, doch eher Leitungswasser zu trinken, als Wasser einzukaufen. Kann man machen. Tot umkippen wird in Deutschland keiner, nachdem er einen kräftigen Schluck aus dem Wasserhahn genommen hat.

Doch ob man dem kühlen Nass aus dem Hahn zu hundert Prozent trauen kann, ist fraglich. Erst vor einiger Zeit erschien die Meldung, dass im Berliner Abwasser Drogenrückstände wahrgenommen wurden.

Kaltes Wasser an Schulen und Turnhallen im Lahn-Dill-Kreis

Abwasser ist zwar kein Leitungswasser, aber wem bewusst ist, dass beim Wasserkreislauf vieles zusammenhängt, der wird diesem angepriesenen Genuss vielleicht doch skeptisch gegenüberstehen. Auch andere Berichte über Leitungswasser entfachen nicht unbedingt tiefes Vertrauen.

Am Ende muss jeder Verbraucher selbst entscheiden, wie er das handhabt, „Ratschläge“ vom Relotiusheer indes sollte man mit Skepsis begegnen.

Für gefühlt die ganze Welt ist Geld da – Deutsche ziehen den Kürzeren

Wo die einen noch mit Tipps aufwarten, machen die anderen schon Nägel mit Köpfen. Oder besser gesagt: Kaltes Wasser. So wurde im Lahn-Dill-Kreis an Schulen und Turnhallen das warme Wasser dieser Tage schon mal abgestellt – Frieren für den Frieden ist schließlich „in“! Drauf gepfiffen, ob mancher nach dem Sport vielleicht doch gerne warm duscht…Hauptsache, die Kommune spart Geld. Geld, das vielleicht zur Verfügung stünde, würde nicht unser Land seit Jahrzehnten die Welt retten.

Und sowohl Taliban mit deutscher Steuerkohle, als auch Indien mit einer Milliarde für unter anderem E-Rikschas mit warmem deutschen Geld bedenken. Erarbeitet von jenen, deren Kinder in mancher Turnhalle jetzt nur noch kaltes Wasser zum Duschen haben. Oder kein warmes Wasser zum Händewaschen in der Schule. Aber egal: Jene, die das zu verantworten haben, wollen doch „Ein Zeichen setzen“, wie einem im Folgenden erwähnten rtl.de-Artikel zu entnehmen ist. Welcher haltungstreue Elternteil mit Hang zum Wahl-Kreuz bei den Grünen oder der CDU mag da widersprechen?

Auf rtl.de war in diesem Zusammenhang am 31. Mai 2022 folgendes zu lesen:

„(…)Es wird kalt im hessischen Lahn-Dill-Kreis – zumindest was das Wasser angeht. Ab dem 1. Juni bis zum 18. September verzichtet der Kreis in Schulen und Turnhallen auf Warmwasser und Heizungen. Grund dafür sind die stark angestiegenen Energiekosten. Mit der Abschaltung will der Kreis bis zu 100.000 Euro einsparen.(…)“

Es wird wohl jedem klar denkenden Menschen bewusst sein, dass in einem Land wie Deutschland 100 000 € der Peanut vom Peanut sind.

Warmwasser-Gelder sollten kein Thema sein

Schon allein weil vor allem Kinder und Jugendliche von der Maßnahme betroffen sind, sollte diese – im Verhältnis gesehen – Mini-Ausgabe hierzulande kein Thema sein.

Ist es aber. Vielleicht erhoffen sich die Verantwortlichen ja ein Haltungs-Bienchen von Gestalten wie dem Alt-Bundespräsidenten Gauck, der vor Wochen davon faselte, dass man doch „für die Freiheit frieren könnte“. Wahrscheinlich bringt das Bibbern im Zusammenhang mit der Verteidigung der Freiheit soviel, wie es westlichen Soldaten am Hindukusch brachte.

Fakt ist: Mit solchen Maßnahmen und dem Geseihere derer, die nie frieren oder Geldprobleme haben werden, hält man den Unmut der Deutschen bestimmt nicht im Zaum. Aber vielleicht muss dieser sich erst mal Bahn brechen, um dringende gesellschaftliche Veränderungen voranzubringen.

Bildnachweis (Symbolbild): stock.adobe.com / WH_pics

Recherche-Nachweis: rtl.de vom 31.05.22 und Tweet ZDF-Account auf Twitter vom 01.06.22
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Michael
Michael
24 Tage zuvor

Ja, so ist das.
Da waren wir schon mal, während der Zeit der Industriellen Revolution. Einige wenige wurden superreich, alles anderen ausgebeutet.

Die Ehefrauen der Fabrikbesitzer entblödeten sich nicht, für die Ehefrauen der geschundenen und unterbezahlten Arbeiter auch noch Koch- und Haushaltsbücher mit „tollen Tips“ zum sparsamen haushalten zu schreiben (und diesen zu verkaufen).

Und da sind wir wieder: Alle diese Gestalten, die diese Misere verschuldet haben, kommen jetzt mit ihren „tollen Tips“ zum Sparen um die Ecke.

Geschichte widerholt sich. Und die Dummheit der Menschen auch. Wie viele von denen, die sich jetzt Essen und Heizung nicht mehr leisten können, hat auch noch die letzten Monate rot und grün gewählt? Oder wie jetzt im Saarland rot und schwarz? Oder schwarz, grün und rot in NRW? Sind das Masochisten?

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