Macht das Web einsam?

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Young woman working with binary code, concept of digital technology.

Stundenlang am Rechner oder Smartphone hängend, Freunde und – nach und nach – sämtliche sozialen Kontakte verlierend:

so wird die heutige Generation der – vornehmlich jungen und ganz jungen – Internetnutzer in Studien und von Experten gern dargestellt.

Zusammengefasst hört man dann häufig, dass das Internet einsam macht.

Weil sich die Kontakte – angeblich – viel zu viel auf virtueller Ebene bewegen und der gemeine Web-Nutzer Freunde aus Fleisch und Blut immer seltener trifft.

Nun, solche Fälle mag es geben und – ja – das Internet bringt tatsächlich viele digitale Zombies hervor (man schaue nur aktuell auf die Pokémon-Spiele), aber ansonsten ist das Gegenteil der Fall.

Nämlich, dass das Web die Menschen einander näher bringt.

Insofern sei auch mal eine Lobeshymne auf diese Erfindung gesungen, denn niemals hätte es ohne das World Wide Web so viele Möglichkeiten gegeben, sich mit anderen Menschen zu vernetzen.

Gerade für einsame Leute kann es gar nichts Besseres geben als die digitale Leitung.

Nur virtuell ist es nämlich möglich, sich erst mal an andere Leute heranzutasten, sich mit ihnen zu schreiben und nach und nach auf Tuchfühlung zu gehen.

Unmöglich wäre das im realen Leben.

Zudem ist das Internet vor allem auch für Leute mit speziellen und ausgefallenen Hobbies ein Eldorado, denn wo, wenn nicht im Web, können sich Leute mit – sagen wir – einem Faible für ausgefallen Batik-Techniken vernetzen?  Genau!

Erwähnt werden müssen auch die Singlebörsen.

Zwar überwiegt hier offenbar die Flopquote (durch die vielen Lügner und Heiratsschwindler sind eher Portale wie www.wen-datet-er-noch.de, zum Aufdecken der Lügen, gefragt), aber einige Leute lernen sich ja doch durch Onlinedating kennen.

Der digitale Draht kann zudem auch als Rettungsanker dienen, wenn man umziehen und in einer fremden Stadt neu zurecht kommen muss.

Um sich hier mit Leuten zu vernetzen, anzufreunden und Gleichgesinnte für gemeinsame Unternehmungen zu treffen, gibt es seit Jahren schon die Plattform www.new-in-town.de, auf der sich Menschen registrieren können, die neu in einer Stadt sind und Kontakte für die Freizeit suchen.

Auch hier verlegt sich der digital Draht schnell ins reale, ich weiß das so genau, da ich new-in-town.de bei einigen Umzügen genutzt habe. Teilweise bestehen die darüber entstandenen Freundschaften heute noch.

Jenseits von Liebe, Hobbys und Freundschaften wird das Internet – am meisten wahrscheinlich – von den Menschen genutzt, die politisch aktiv sind.

Gerade in diesen Tagen, nachdem Deutschland die blutigste Woche seit Ende des zweiten Weltkrieges erlebte, sich hier ausländischer Terror am laufenden Band Bahn bricht, ist das Internet für polit- und asylkritische Menschen (und auch für Menschen, die diesen Wahnsinn noch immer befürworten) das wichtigste Vernetzungsinstrument.

Bürgerinitiativen rufen darüber zum „sich anschließen“ auf, Veranstalter von Demonstrationen veröffentlichen ihre Veranstaltungen und Politaktivisten präsentieren kreativen Protest im Netz und rufen zur gemeinsamen Vernetzung auf.

Nicht zuletzt kommen im Internet, vornehmlich durch die sozialen Netzwerke, die  Menschen miteinander in Kontakt, die ein gemeinsames Thema antreibt.

Derzeit dürfte das die verheerende Asylpolitik der Kanzlerin sein.

Vielen Leuten tut es gut, auf andere Gleichgesinnte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.

Der Großteil dieser Menschen verlagert den digitalen Kontakt ins reale Leben. Man trifft sich mit anderen Gleichdenkenden auf Demons, bei Bürger-Initiativen oder im privaten Kreis. Von Einsamkeit keine Spur.

Im Gegenteil: den meisten von uns tut es gut zu wissen, dass man in seiner Denkweise nicht alleine ist und begrüßt es, wenn sich einstige Online-Kontakte ins reale Leben verlagern und man so seinen Bekanntschafts- und auch Freundeskreis erweitert.

Insofern gilt es, ein gutes Fazit in Sachen „Internet“ zu ziehen.

Weil es nämlich das Gegenteil von „einsam“ ist: gemeinsam! Interpretiert auf unsere aktuellen, instabilen Zeiten, ergibt sich aus den Online-Kontakten nämlich ein „Gemeinsam sind wir stark!“.

Für alles was noch kommt in diesem Land.

Bildnachweis: Fotolia,

Datei: #115988440 | Urheber: Vasily Merkushev

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