München: CSU-Frauen wollen Dealer an „Angst-Brennpunkt“ mit Zumba-Tanz vertreiben

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Frau in traditioneller Kleidung Der Alte Botanische Garten in München galt „früher“ als schönster Park der Bayernmetropole und ist heute – laut BILD-Zeitung – zur Angst-Zone verkommen.

Sexuelle Übergriffe, Raub und Drogen – in München genießt so mancher das bunte Leben in vollen Zügen! Nur, dass immer mehr einheimische Frauen nicht mehr unbeschwert am öffentlichen Leben teilnehmen können. Joggen zum Beispiel fällt an solchen Brennpunkten gänzlich flach – man kennt`s ja schon von anderen Orten.

Zur Erinnerung: in Leipzig hat die Polizei vor nicht allzu langer Zeit Frauen den Rat gegeben, im Rosental – einem ähnlich schönen Ort wie der Alte Botanische Garten – lieber zu zweit zu joggen. Vorausgegangen war ein brutaler Angriff auf eine Frau, durch einen „Mann“.

Diese Empfehlung hat landesweit für Empörung gesorgt, aber dennoch ist sie – das muss man konstatieren – nicht falsch. Allerdings: selbst zu zweit fühlen sich Frauen gegenwärtig an und auf vielen öffentlichen Plätzen, Gärten, Parks und Straßen nicht mehr sicher.

Zu hoch ist seit 2015 die Gefahr, Opfer eines Raubes, einer Vergewaltigung oder einer Messerattacke zu werden.

In München hat man sich zu diesem Thema offenbar auch Gedanken gemacht, von politischer Seite – in CSU-Kreisen. Und ist dort auf die Idee gekommen, die Dealer einfach wegzutanzen. So zumindest schreibt es die BILD in ihrer Online-Ausgabe. Und sie berichtet auch darüber, wer diese Tanz-Maßnahme plant. Nämlich keine geringeren als CSU-Frauen aus München.

Das Blatt vermeldet diesbezüglich am 20. Februar 2019 auf BILD.de folgendes:

„München – Raub, Drogen, sexuelle Übergriffe – der Alte Botanische Garten, der früher als schönster Park Münchens galt, ist zum Schandfleck und zur Angst-Zone verkommen.

Damit soll jetzt Schluss sein: Die CSU-Frauen vom Bezirksausschuss (BA) 3 Maxvorstadt wollen Dealer mit Zumba-Tanz vertreiben!

BA-Mitglied Britta Gürtler (44, CSU) hat die Idee „Fit im Park“ beantragt: „Wir müssen schauen, dass wieder mehr Leben im Alten Botanischen Garten stattfindet. Eltern können dann mit ihren Kindern hier tanzen oder Gymnastik machen.“

Weiter sagt sie: „Je mehr Leute da sind, um so mehr fühlen sich Kriminelle und Dealer gestört. Der Botanische Garten muss wieder positiv werden.“

Die Idee mit einem kostenlosen Tanz- und Gymnastikprogramm ist ihr beim Spaziergang im Luitpoldpark gekommen. „Da tanzten 100 Leute zur Musik und mit einem Vorturner. Warum soll das nicht hier funktionieren“, meint Britta Gürtler.

►Früher war der Garten zwischen Hauptbahnhof und Stachus eine beliebte Joggingstrecke. Heute wird das Grün-Areal gemieden. Gerade von Frauen.

„Ich würde da heute nicht mehr joggen“, sagt Fotografin Rita Modl (34). Sie ist Vorsitzende vom Verein „Südliche Maxvorstadt – mehr Grün, mehr Sauberkeit, mehr Sicherheit“.

Sie begrüßt die Pläne des Bezirksausschusses: „Das wäre total super. Alles was man machen kann, um die Kriminellen zu vertreiben, ist gut.“ Der Antrag liegt jetzt beim Sportreferat. Gürtler: „Wir gehen davon aus, dass er genehmigt wird.“   

Bleibt die Frage, warum diese CSU-Frauen nicht ihre politischen Ämter nutzen, um die Situation politisch anzugehen? Denn sind wir doch mal ehrlich: in der Angst-Zone lauert im Allgemeinen nicht der stiernackige, glatzköpfige Proll mit Bomberjacke, der Frauen an die Wäsche oder Drogen verticken will. Und es geht ganz bestimmt auch nicht um abgerissene Alkoholiker aus der Obdachlosen-Szene, die diesen einst schönen Ort nun mit ihrer Anwesenheit zur NO GO Area machen. Nein, wenn die Frauen ehrlich wären, dann würden sie darüber berichten, WER das Areal zur Angst-Zone macht.

Das jedoch tun sie nicht! Man (FRAU) könnte ja sofort mit der Nazi- oder Rassismus-Keule angegangen werden. Oder hat es gar den Hintergrund, dass diese Frauen politisch gar keine Zusammenhänge erkennen (wollen)?

Da lieber Zumba tanzen.

Als ob sich Dealer und Kriminelle durch ein paar zuckende, bayerische Weibsbilder in die Suppe spucken lassen! Und überhaupt: wie lange wollen denn die CSU-Frauen ihre Becken kreisen lassen? Tag und Nacht? Das wäre wohl nötig, wenn sie mit ihrer Anwesenheit Kriminelle vertreiben wollen. Und selbst dann wäre es fraglich, ob nicht eher die Ladies für ihr Ansinnen Polizeischutz benötigen, als dass sich Dealer, Räuber und andere Kriminelle durch Zumba-Tanzen vertreiben lassen!

Den CSU-Damen sei daher eher ein Blick nach Dresden empfohlen: dort gehen die Leute gegen Drogen und Verlotterung rund um den Dresdner Hauptbahnhof und an Brennpunkten fast wöchentlich auf die Straße. Mit der Aktion „Keine Drogen in Dresden“. Selbst das hat bislang kaum Wirkung gezeigt – was die fast alltäglichen Polizeimeldungen beweisen.

Aber dennoch treten sie dem über ihre Stadt hereingebrochenen Irrsinn mit bürgerlichem Engagement entgegen und werden in ihren Forderungen – zu Recht – politisch.

Diese Möglichkeiten hätten die CSU-Frauen umso mehr. Allein – sie nutzen sie nicht.

Ein Tanz erscheint ihnen offenbar wirkungsvoller gegen Groß- und Kleinkriminelle, als sich Kraft ihres Amtes den über Bayern hereingebrochenen Wahnsinn politisch zu widmen.

Mia san mia? Von wegen! Armselig sind Sie, liebe CSU-Frauen!

Warum? Weil Sie mit solchen Gaga-Aktionen nichts, aber auch gar nichts, für die Sicherheit der Frauen im einst schönen München tun. Schämen Sie sich!

Bildnachweis (Symbolfoto): pixabay.com

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