„Muttergehalt wäre mehr als gerecht“

Von  |  0 Kommentare

Dass im Wort „Mutter“ auch das Wörtchen „Mut“ steckt, ist kein Zufall. Das sieht auch Barbara Schulz so, deren Herzensprojekt die MUTterSTIMME ist. Dass sich die lebenslustige Frohnatur, die Herzlichkeit und Mütterlichkeit ausstrahlt, dieser Aufgabe widmet, liegt in einem Schlüsselerlebnis begründet, das die Powerfrau aus Kiel während einer Mutter-Kind-Kur hatte.

Seit dem vermittelt sie Frauen mit und ohne Kindern die wichtige Botschaft, zunächst an sich selbst zu denken. Was damit konkret gemeint ist, erzählt Barbara im Interview.

FP: Barbara, erzähle uns doch bitte etwas über Dein Projekt „Mutterstimme“.

BU: Liebe Linda, Du fragstest mich nach meinem Herzensprojekt MUTterSTIMME. Um die „Geburt“zu erklären, bedarf es etwas Raum. Ich wuchs in einer sehr sozial engagierten Familie auf. So war es wenig verwunderlich, dass der sozial/pädagogische Bereich auch meine berufliche Heimat wurde. Während meiner zwei Familienphasen – als Mutter von 4 wundervollen Gottesgeschenken – war ich auch in der Frauenbewegung  recht aktiv.

Dass ich diese Richtung einschlug, habe ich meiner sehr willensstarken Mutter zu verdanken, die ihrer Zeit immer sehr weit voraus war.

Die Initialzündung zu MUTterSTIMME löste eine Mutter-Kind-Kur, die ich im Jahre 2015 mit meinen beiden Nachzüglern machte, aus. Ich begegnete dort Müttern, die durch die Doppelbelastung Familie/Beruf im wahrsten Sinne des Wortes „am Boden lagen“. Ich schaute in leere Augen, die ihre neben ihnen spielenden oder quängelnden Kinder und auch sich selbst nicht mehr wahrnehmen konnten. Mir zerriss dieser Anblick fast mein Herz. Manche von ihnen waren bis zu 30 Jahre jünger  als ich.

Noch in der Klinik fasste ich den Entschluss, mein Leben komplett neu auszurichten, denn ich wollte diesen Frauen und somit auch ihren Kindern helfen. Ich schmiedete einen Plan und bat um Hilfe und suchte nach Lösungen.

Jahrelang hatte ich mich mit Psychologie, Ernährung, Pädagogik, alternative Heilweisen und Persönlichkeitsentwicklung auseinandergesetzt. Nun folgte die Aneinanderreihung von Fügungen, damit ich mehr an Wert in das Leben anderer Menschen tragen konnte. Ich machte eine Ausbildung in Sachen Mentalcoaching und auch zur Trainerin, um große Gruppen anzuleiten  und somit Reichweite aufzubauen.

Meine große Lebensvison ist somit auf dem Weg, sich zu realisieren.

Kinderaugen die so hell leuchten wie die Sterne am Himmel – das ist mein Ziel. Dies bedarf umsichtiger Bezugspersonen, die zuerst gut für sich selbst sorgen. Ferner hat die Schriftweise von MUTterSTIMME ihre bewusst gewählte, ureigene Bedeutung.

Es bedarf einer großen Portion MUT, täglich diese Herausforderung zu meistern. Der liebe Gott hat uns allen eine wundervolle, unverwechselbare STIMME gegeben. Unsere STIMME ist ein sehr wichtiges Instrument, um wertvolle Botschaften mitzuteilen.

Viele Frauen haben es als Kind nie gelernt, ihre STIMME für die Durchsetzung des eigenen Willens oder der klaren Positionierung einzusetzen. Auch wenn sie einen noch so starken Schreiimpuls spüren, unterdrücken sie diesen dennoch. Dies führt unweigerlich in die sog. Krankheit.

Dem werde ich in meinen Kursen entgegen wirken. So geschieht Heilung auf allen Ebenen. Lasst euch von mir überraschen..

FP: Denken Alleinerziehende weniger an sich?

BU: Es gibt sicherlich die verschiedensten Ansätze von verschiedenen Menschen im Alltag. Aus diesem Grund kann ich nur für mich sprechen. Meiner Meinung nach ist die Beantwortung deiner Frage von mehreren Faktoren abhängig .Vom Alter der Kinder, vom Grund der Trennung und auch von meiner Grund- und Werteeinstellung.

Als meine Kinder noch klein waren, da war ich froh, dass meine Grundbedürfnisse nach  Nahrungsaufnahme und Schlaf gestillt waren. Heute genieße ich meinen Frei-Raum und fülle ihn mit wachstumsfördernden Seminaren, Lesen, Spaß, Sport und lasse es mir so richtig gut gehen. Meine beiden Jüngsten sind mit ihren fasst 15 Jahren die perfekten Spiegel. Aus dieser Sicht, ist alles nur eine Frage des Zeitpunktes. Gut für sich selbst zu sorgen, ist für viele eine der größten Herausforderungen der sie sich zu stellen haben.

Welchen Rat gebe ich den Frauen – ob alleinerziehend oder mit Partner der quasi entweder physisch selten anwesend ist oder eben auch wenn er anwesend ist, trotzdem psychisch abwesend und somit keinerlei Hilfe darstellend?

Ich motiviere die Frauen/Mütter dahingehend, sich auf jeden Fall ein Netzwerk auch innerhalb anderer Alleinerziehender oder der Nachbarschaft aufzubauen. Leider empfinden viele Frauen den Akt des um Hilfe Bittens als Schwäche oder „Was sollen die anderen von mir denken?“

Dem entgegne ich meistens mit dem schönen, mich sehr berührenden afrikanischen Sprichwort:

„Es bedarf der Mithilfe eines gesamten Dorfes um ein Kind zu erziehen.“ Für mein Weltbildverständnis gehören wir alle zu einer großen Familie.“

In meinem Fall, hatte ich unsagbares Glück, dass meine Kids erstens sehr selten krank waren und ich immer auf die Mithilfe meiner erwachsenen Töchter zählen durfte. Ein großes Geschenk, wie ich im Nachhinein feststellen darf.

FP: Haben Alleinerziehende keine Lobby?

BU: Ich merkte schon bei der Überlegung meiner Antwort zu dieser Frage, wie sich in meinem Brustraum etwas regte. Es war ein Gefühl der Wut, des „ach die erzählen jetzt kurz vor den bevorstehenden Wahlen wieder alle vom Paradies, welches sie dann einrichten wollen, wenn nur genug Menschen ihre Stimme genau für diese Partei abgeben“.

Ich habe mir bereits zu Beginn meiner Familienmanagerinnenzeit, vor fast 30 Jahren, sehr viele Gedanken zum Thema Wertigkeit und Anerkennung in der Gesellschaft der Berufung MUTTER gemacht. So wie mein Verständnis für die TÄTIGKEITSBESCHREIBUNG einer Mutter ist, wäre es mehr als gerechtfertigt, diese über Jahre erbrachten 24-Stunden- Schichten mit einem dieser Leistung und dem Stundenumfang angemessenen Muttergehalt zu vergüten.

Vor allem sollte sich keine Mutter Gedanken darüber machen müssen ,wie sie ihre Kinder ernähren kann und kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie in sich das Bedürfnis verspürt, in der ersten Lebensjahren ihre Kinder intensiv zu begleiten, ohne sich ständig im Leistungsstress der Gesellschaft zu bewegen. Es käme vor allem auch den KINDERN zugute, wenn sie die Gelassenheit der Mutter spüren.

Die Wertschätzung dieser Reproduktionsarbeit sollte innerhalb unserer Gesellschaft genau die Anerkennung bekommen, die ihr auch gebührt. Ich sage den Frauen immer: „gebt euch selbst die Wertschätzung für euer Handeln“!

Noch ist die Gesellschaft sich dessen nicht bewusst.

Für mich als Betroffene wäre es wünschenswert, dass, wenn keinerlei Kontakt zum Unterhaltspflichtigen besteht, keine Vergünstigungen durch den Abzug des hälftigen Kindergeldes besteht.

Ich wünsche mir auch eine fairere Besteuerung der Alleinerziehenden. Und im Falle, dass der Unterhaltspflichtige nicht zahlt, müssten andere Maßnahmen greifen, denn wir können auch nicht sagen : “nein dafür bin ich nicht zuständig“.

FP: Womit wenden sich die Frauen an Dich?

BU: Mit welchen Problemen suchen mich die Frauen auf? Da alle „Herausforderungen“ (als lösungsorientierte Frau liegt mir der Begriff näher) miteinander verbunden sind, werde ich natürlich zu den verschiedensten Anliegen des menschlichen Daseins kontaktiert.

Viele Menschen stehen an dem Punkt, in dem es um die Selbstliebe/Selbstwert geht, vor einer großen Hürde. Hier beginnt meine Tätigkeit. Alles andere bedingt einander. Wenn ich nicht lerne für mich selbst zu sorgen, für meine und auch die Rechte meiner Kinder einzustehen, finde ich mich sehr schnell in der Opferrolle wieder. Streife anderen den Mantel der Schuld über und gebe ihnen somit die Macht.

Bei vielen Klienten steht der finanzielle Mangel im Vordergrund. Dies begünstigt dann im weiteren Verlauf die Entstehung sogenannter Krankheiten, die eigentlich große Geschenke des Körpers darstellen, wenn sie sie dann als solche sehen können.

MUTterSTIMME habe ich nicht nur für Alleinerziehende ins Leben gerufen, sondern für alle Frauen. Ob mit oder ohne Kinder. Ich möchte mein Wissen, das ich in diesem Leben sammeln durfte, nicht nur als Mutter, sondern auch als Frau weitergeben.

FP: Wie läuft ein Coaching mit Dir ab?

BU: In den genialen Zeiten der Technik bieten sich uns verschiedene Möglichkeiten. Je nach Wunsch meiner Klienten führe ich die Coachingsession am Telefon, per Skype oder auch gern eins zu eins bei mir in der Praxis durch. Für intensiveres Arbeiten biete ich auch ein Naturcoaching -mit Hilfe von Mutter Natur – an. Bei mir ist die Kundin Königin.

FP: Welche beruflichen Projekte stehen bei Dir an?

BU: Es stehen großartige berufliche Projekte vor ihrer Planungsvollendung, denn ich möchte möglichst vielen Frauen einen Mehrwert in ihr Leben bringen, damit sie sich und es wieder voll auskosten können.

Zur Zeit arbeite ich an einem 2-Tagesworkshop mit dem Thema „Sorge zuallererst gut für dich selbst“. Auch wenn es in vielen Mutterherzen jetzt schreit, weil ihre Kinder ja das Wichtigste ist, dürfen sie in meinen Workshops und Webinaren ganz behutsam lernen, dass sie selbst der wichtigste Mensch in ihrem Leben sind.

Außerdem dürft ihr ganz gespannt auf mein neues Baby sein, denn ich kreiere ein Selbstwerttraining für Frauen.

Zum Abschluss ist es mir ein Herzensbedürfnis, noch ein paar persönliche Worte an euch richten. Wir leben in einer sehr schnelllebigen – an manchen Stellen anonymer werdenden – Zeit. Seid euch bewusst, welche Höchstleistung ihr täglich für das große Ganze erbringt.

Erkennt das Geschenk in eurer jetzigen Lebenssituation, die von einer genialen Wachstumschance für euch geprägt ist.

Stützt euch gegenseitig, Nehmt euer Gegenüber (und natürlich euch selbst) wahr und bietet eure Hilfe an, wenn es der/dem (noch) nicht möglich ist, um Hilfe zu bitten. Für viele ist es ein Zeichen von Schwäche, um Hilfe zu bitten.

Wertet nicht, sondern bleibt in der Liebe. Wir wissen nicht warum etwas geschieht/geschehen soll.

Mir hat das Interview sehr große Freude bereitet.

Herzlichen Dank, liebe Linda, dass ich mich hier mit meinem SoSein zeigen darf. Authentisch, klar, liebevoll und positiv ausgerichtet.

Kontakt: Barbara Schulz – MUTterSTIMME@gmx.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.