Nach Mutter-Kind-Drama in Südtirol: wie gut markiert sind Ski- & Rodelpisten?

Von  |  0 Kommentare

Schlitten aus HolzTragisch: eine Mutter, die mit ihrer acht Jahre alten Tochter zum Wintersport nach Südtirol gefahren ist, hat jetzt kein Kind mehr und liegt derzeit selbst noch auf der Intensivstation. Der Unfall der beiden berührt und hat zudem eine Debatte über die Sicherheit von Rodelpisten bzw. die Warnung vor selbigen entfacht. Aber zunächst zu den Verunglückten.

Mutter und Tochter waren mit Schlitten und ohne Helm zu den Ski- und Rodelpisten unterwegs

Emily Formisano, das kleine Mädchen aus Italien, fuhr mit ihrer Mutter (38) mit der Gondel zur Bergstation des Rittner Horns (Nähe Bozen, Südtirol). Die Bergstation befindet sich auf circa 2000 Metern Höhe. Beide hatten einen Schlitten dabei und waren ohne Helm unterwegs.

Hier nun nahm das Drama seinen Lauf.

Denn von der Bergstation aus führen zwei Skipisten für geübte Skifahrer ins Tal. Beide Pisten waren eingeteilt in eine „schwierige blaue“ und eine „extrem schwierige schwarze“. Außerdem gibt es in diesem Wintersportgebiet noch einen schwach abfallenden Rodelweg und eine Langlaufloipe.

Mutter und Tochter gerieten aus Versehen auf die besonders schwierige Piste mit dem Namen „Schwarzsee II“. Diese ist für Schlittenfahrer gar nicht vorgesehen und auch nicht als Rodelpiste gekennzeichnet.

Warnschild zeigt durchgestrichenen Schlitten

„Rodeln verboten“ warnt in deutscher Sprache ein Schild davor, dass die Piste keine Rodelpiste ist. Neben der Warnung findet sich ein rotes Piktogramm, das einen Schlitten, der durchgestrichen ist, abbildet.

Nachdem das Mutter-Tochter-Gespann mit dem Schlitten Fahrt aufgenommen hat, erreichte das Schneegefährt auf der Piste, die keine Rodelpiste ist, eine hohe Geschwindigkeit und prallte gegen einen Baum.

Das kleine italienische Mädchen, Emily, war sofort tot. Die Mutter musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Bozen geflogen werden. Dort liegt sie zum aktuellen Zeitpunkt – wie bereits eingangs erwähnt – noch immer.

Zwischenzeitlich hat sich der Mann der Frau, Emilys Vater, eingeschaltet und erhebt schwere Vorwürfe.

Vater des toten Mädchens macht fehlende Warnung auf italienisch für Unfall verantwortlich

An den Betreiber des Skigebiets Rittner Horn richtete er die Aussage, dass, wenn das „Keine Rodelpiste“-Schild auch auf italienisch vorhanden gewesen wäre, seine Tochter noch am Leben wäre. Auch einige italienische Medien monieren das Fehlen der Warnung auf italienisch.

Hintergrund: Rund zwei Drittel der Einwohner der autonomen Provinz Südtirol sind deutschsprachig.

Zwischenzeitlich soll seitens der Betreiber des Skigebietes eine weitere Warnung angebracht worden sein. Doch aufgrund der Ausdrucksweise droht neuer Ärger. Denn auf dem Schild steht jetzt als Warnung: „Vietato slittare“.

Ganz korrekt ist das nicht, denn ins italienische übersetzt heißt das „Schleudern verboten“.

Im Zweifelsfall auf Abfahrt verzichten und andere Rodelpiste aufsuchen

Allerdings: der gebeutelten Familie helfen jetzt keine Diskussionen um die Kennzeichnung der Rodelpiste mehr (anderen Wintersportlern aber sehr wohl!). Die Mutter ist schwerst verletzt und muss sich zudem wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung verantworten. Obgleich sie eigentlich schon genug gestraft ist…!

Dieser tragische Unfall zeigt allerdings allen anderen Wintersportbegeisterten (vor allem Anfängern) einmal mehr: lieber etwas genauer auf die Beschilderung schauen, als sein Leben auf der Rodelpiste oder am Skihang riskieren!

Bei einem schlechten Bauchgefühl gilt – wie so oft im Leben -: lieber sein lassen.

Und für das kleine Mädchen bleibt der Wunsch, dass sie in Frieden ruhen möge!

Bildnachweis (Symbolbild): pixabay.com

 

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.