Nebenjob Escort-Dame: Ein gefährlicher Beruf?

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Gläser mit Champagner

Champagner – im Leben einer Escort-Dame oft präsent.

Vor kurzem haben wir in die Welt der Camgirls reingeschnuppert und einiges dazugelernt. Wie sieht es aber mit den Callgirls aus? Escort wandelt sich immer mehr vom verruchten Geheimnis zum Lifestyle? Gebildete Frauen, die Lust auf Abenteuer haben, sich gerne in neue Rollen begeben und raus aus den gesellschaftlichen Zwängen wollen, können in kurzer Zeit viel Geld als Begleitdamen verdienen. Solvente Herren, Luxushotels und angesagte Restaurants sind die glamouröse Seite des Berufs. Aber spätestens seit eine Escort-Dame den Wutausbruch des ehemaligen Radprofis Jan Ullrich medienwirksam schilderte, wird das Thema Gewalt in dieser speziellen Berufsgruppe heiß diskutiert.

Wir möchten mehr über die Schattenseiten dieses Metiers erfahren. Wie gefährlich ist der Job als Luxus-Begleiterin wirklich? Wie können sich die Frauen schützen? Darüber haben wir uns mit der Berliner Escort Agentur Daphne´s unterhalten.

Safety first

Die Sicherheit der Escorts ist für die Agentur oberste Priorität. Die erste Hürde, die ein Klient zu nehmen hat, ist die Buchungsanfrage. Dabei werden die persönlichen Vorlieben und Wünsche besprochen. Die ausführliche Kommunikation zwischen Klient und Agentur dient auch einer Vorab-Einschätzung des Kunden. Bei respektlosen Äußerungen, unorthodoxen sexuellen Vorlieben usw. kommt ein Date nicht zustande. Seriöse Agenturbetreiber bearbeiten keine Anfragen zu später Stunde, da nachts häufig Alkohol und Drogen im Spiel sind.

 Hier wird der Kunde überprüft: Der Kontrollanruf

Ist das Treffen ausgemacht, erfolgt die nächste Sicherheitsprüfung: der Safety Call. Der Klient teilt der Agentur den Hotelnamen und nach dem Einchecken die Zimmernummer mit. Durch einen diskreten Anruf auf das Hotelzimmer vergewissert sich die Agentur, ob der Herr sich tatsächlich im genannten Zimmer befindet.  Auch der Klient ist sich dann bewusst, dass die Dame gecovered wird. Eine Escortlady ohne vorherigen Check loszuschicken – das machen nur unseriöse Anbieter. Ist die Dame beim Treffpunkt angekommen, wird eine Meldung an die Agentur verschickt. Viel wichtiger ist jedoch die pünktliche Abmeldung. Bleibt der Rückruf aus, werden umgehend Sicherheitsmaßnahmen von Seiten der Agentur eingeleitet.

Das Rendezvouz lässt sich jederzeit beenden

Sollte die Dame sich unwohl in einer Situation fühlen, kann sie zu jedem Zeitpunkt das Date abbrechen. Von der Agentur aus sind keine negativen Konsequenzen zu befürchten – der Einschätzung der Frauen wird vertraut. Die in der Regel gut gebildeten und selbstbewussten Escorts lernen schnell, wann es nötig ist, „Stopp“ zu sagen. Auslöser können verdächtiges oder unhöfliches Verhalten sein, aber auch übermäßiger Alkoholkonsum oder die Einnahme illegaler Substanzen führen zum Abbruch eines Dates. 

Gesundheitsberatung, aber keine Untersuchung

Obwohl HIV heutzutage kein Todesurteil mehr bedeutet, bleibt es eine schwere, unheilbare Erkrankung. Auch im Hinblick auf andere STIs sollte immer geschützter Verkehr stattfinden. Das neue Prostituiertenschutzgesetz sieht daher eine Gesundheitsberatung für Sexarbeiter*innen vor, jedoch keine Untersuchung. Aufklärung über Geschlechtskrankheiten, Verhütung und Hygiene und Anlaufstellen bei gesundheitlichen Problemen sind die Themen, die behandelt werden. Die Behörden bemühen sich, mit der Thematik und den im Gewerbe Tätigen verständnisvoll und sensibel umzugehen. Für Prostituierte mit niedrigem Bildungsstand ist es eine durchaus sinnvolle Strategie, für gebildete Begleitdamen eher ein notwendiges Muss.

Seit dem 01.07.2017 gilt außerdem Kondompflicht. Kunden und Sexarbeiter*innen haben dafür Sorge zu tragen, dass beim Geschlechtsverkehr Kondome verwendet werden. Neu ist dabei, dass auch Oralsex nur geschützt angeboten werden kann.

Das Gesundheitsamt empfiehlt zudem, sich gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen.

Anmeldepflicht schreckt ab

Laut dem neuen Gesetz haben die Sexarbeiterinnen die Pflicht, sich behördlich als solche anzumelden. Nicht alle Betroffene sehen das positiv. Insbesondere Damen, die einer geregelten, bürgerlichen Tätigkeit nachgehen oder ein Studium absolvieren, fühlen sich diskriminiert und sind verunsichert. Auch die Betreiber der Daphne’s GmbH sind nicht komplett einverstanden mit der neuen Herangehensweise der Gesetzgeber. Schutz vor Menschenhandel, Gewalttaten und Preisdumping lassen sich mit diesen Mitteln nicht bekämpfen.

Sorge um Datenspeicherung

Die Meldepflicht löst vor allem bei den höher gebildeten Freizeit-Prostituierten Sorge aus. Was passiert mit den Daten? Wer hat Zugriff darauf? Absolutes Horrorszenario ist der Datenklau. Die Behörden sind sich bewusst, dass es sich um hochsensible Daten handelt, daher ist der Zugriff auf die Datenbank streng kontrolliert. Nur wenige Behörden haben Zugriff, darunter das Finanzamt. Da es sich um eine legale Tätigkeit handelt, unterliegt diese natürlich der Steuerpflicht. Eine Weiterleitung der Daten ans Ausland ist grundsätzlich nicht gestattet. Nur bei einem Ermittlungsverfahren gegen die entsprechende Person dürfen Informationen weitergegeben werden.

Für Behörden gehört die Registrierung als Sexarbeiterin zum Alltag

Alle 2 Jahre muss die Anmeldung erneuert werden. Bleibt diese aus, werden alle Daten innerhalb der nächsten 3 Monaten gelöscht. Bei der Anmeldung wird ein Pass erstellt, der bei jeder Aufnahme der Tätigkeit mitzuführen ist. Der Pass kann auf einen Aliasnamen ausgestellt werden. Auch die Angabe einer separaten Post-Zustelladresse ist möglich. Da Berlin sehr offen im Hinblick auf die Prostitution ist, sind die Mitarbeiter sehr freundlich. Angst vor komischen Blicken ist unbegründet.

Risiken für Escorts sind unter Kontrolle

Fazit: Arbeitet die Dame mit einer seriösen Agentur zusammen, sind die Risiken überschaubar. Es gibt immer eine sexuelle Selbstbestimmung. Verkehr mit Kondom ist selbstverständlich, theoretisch auch bei der Fellatio. Auch der Gesetzgeber gewährleistet durch eine speziell dafür erstellte Software Schutz vor Datendiebstahl. Last but not least, Schäuble und Co nicht vergessen! Beim Finanzamt auf Risiko zu gehen ist unvernünftig und kann sehr teuer werden.

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