Vieles nur als Neuware & nicht aufs Land: Erste Irritationen in Sachen Ukraine-Flüchtlinge

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Das Internetportal TV Halle hat am 18. März 2022 auf seiner Facebook-Seite eine Liste der Stadt Halle/Saale veröffentlicht, in der zu Spenden von dringend benötigten Dingen für die in Massen hereinströmenden Ukraine-Flüchtlinge aufgerufen wird.

Viele User sind ob des Postings empört, denn man erbittet etliche Alltagsgegenstände ausschließlich als Neuware.

Für Ukraine-Flüchtlinge sollen viele Gegenstände Neuware sein

 

 

Zitat aus der Liste der Dinge, die man als Neuware erbittet:

„(…)Aus hygienischen Gründen ausschließlich als Neuware und wegen der Transportfähigkeit möglichst originalverpackt werden benötigt:
– Bettsets (Kissen: 80 x 80 cm; Decken: 135 x 200 cm)
– Bettwäsche (Kissen: 80 x 80 cm; Decken: 135 x 200 cm; Laken: 90 x
 200 cm oder 160 x 200 cm)
– Bettmatratzen (90 x 200 cm oder 160 x 200 cm)
– Geschirr (möglichst 24-teilig; 4-Personen-Sets)
– Topfsets, Pfannensets
– Besteck (möglichst 16-teilig; 4-Personen-Sets)
– Gläser (möglichst 6er- oder 12er-Sets)
– Dosenöffner, Flaschenöffner, Korkenzieher, Scheren, Kochlöffel,
Schneidemesser
– WC-Bürsten, Besen, Schrubber, Kehrsets, Scheuerlappen, Eimer,
Wischlappen
– Abfalleimer, Wäscheständer
– Mülltüten, Toilettenpapier(…)“
Dass keiner gebrauchtes Toilettenpapier anbringen wird und dass auch gebrauchte Matratzen grenzwertig sind, ist klar. Aber: Angesichts der horrend gestiegenen Preise in Deutschland für alle möglichen Alltagsdinge mutet diese Bitte im Ganzen doch recht irritierend an. Vor allem deshalb, weil Geschirr, Pfannen Wäscheständer & Co. von deutschen Ein- oder Zwei-Eltern-Familien mit schmalem Haushaltsbudget hierzulande gern auch mal aus zweiter Hand gekauft werden – ebay-kleinanzeigen lässt grüßen…
So mancher hat zudem vielleicht noch das eine oder andere frisch gewaschene Bettwäsche- oder Gläser-Set übrig und könnte es als schnelle Hilfe zur Verfügung stellen. Aber wenn hier nur Neuware angesagt ist? Befremdlich!

Viele User haben wenig Verständnis

Entsprechend sind die Reaktionen derer, die auf der Facebook-Seite des Portals kommentieren.
So schreibt User Tobias (Rechtschreibung immer im Original):
„Ich finde es traurig die Aussage NEUWARE .Es gibt viele die bekommen auch nur gebraucht Ware. Jeder der auf das Amt angewiesen ist bekommt auch nur Gutscheine für das gebraucht Möbelhaus.“
Eine andere Userin – Anne – indes formuliert es weitaus drastischer, Zitat:
„Also meine ehrliche Meinung ist ich spende bestimmt nicht sollen zu sehen wie die es her bekommen weil, wir müssen auch zu sehen wo wir alles her bekommen…. Armes Deutschland…. Und für uns spendet auch keiner was ich sag nur die Kaufhallen wo man nix mehr bekommt egal ob es Klopapier, Nudeln, Öl oder Babynahrung usw… Also von mir gibt’s NIX“
Irritationen gibt es aber nicht nur im Bereich Sachspenden, auch, welche Vorstellungen die Ukraine-Flüchtlinge in Sachen Unterbringung haben, lässt aufhorchen.
Das Internetportal tag24.de schreibt dazu in einem Artikel vom 18. März 2022 über die Lage in Sachsen. Auszug:

„(…)Die Landesdirektion Sachsen (LDS) hat in dieser Woche mit ersten, provisorischen Verlegungen auf die Landkreise begonnen. Dafür standen laut LDS-Präsidentin Regina Kraushaar (57) in den Kreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Meißen, Bautzen und Mittelsachsen 200 Plätze zur Verfügung. Aber nur 162 von ihnen seien dazu bereit gewesen, sich verlegen zu lassen. „Das war für uns überraschend“, so Kraushaar. Aber: Laut EU-Beschluss können Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ihren Aufenthaltsort frei wählen. Als Grund für die „Weigerung“ vermutete Kraushaar die Angst, bei einer Verlegung aufs Land später nicht schnell genug wieder nach Hause zurückzukommen. Zudem kristallisiere sich heraus, dass viele in Familienverbänden von bis zu 15 Personen in Sachsen ankommen und selbstverständlich zusammenbleiben wollen. Offenbar ist auch das individuelle Sicherheitsgefühl im Kreis vieler Landsleute größer als „allein“ in einer Wohnung.(…)“

Dass Asylbewerber lieber in der Stadt als auf dem Land wohnen, ist bekannt und war schon bei der „Flüchtlings“welle 2015 so. Doch während man bei dem Zustrom von #EinMännern aus Afrika und Arabien das Ganze noch nachvollziehen kann (die wollen bekanntlich dort nisten, wo Großstadt-Brennpunkt-Viertel und Clans ihresgleichen sind – #ausGründen….), befremdet das Verhalten der Ukraine-Flüchtlinge.

Von denen viele doch gerade so dem Bombenhagel entkommen sind, wie es allabendlich Restle, Slomka und die üblichen GEZ-Gesichter herunter beten…

In deutschen Städten herrscht schon jetzt Wohnraum-Mangel

Diese Anspruchshaltung ist ja vielleicht für den einen oder anderen „Wir-haben-Platz“-Gröhler, Politiker oder/und Journaktivisten ein Aufwachen in der Realität. Schon vor ein paar Tagen schlagzeilte die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG mit einem fast naiv-erstaunten Unterton, dass in Sachsen zu wenig Wohnraum für die hier gestrandeten Ukrainer zur Verfügung steht.  

So manchen scheint das offenbar erst jetzt aufzufallen.

Guter Rat ist aktuell also teuer und man darf gespannt sein, wie die Verantwortlichen, denen die Wünsche Fremder nur allzuoft Befehl sind, die Dinge nun angehen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass unzählige Deutsche aktuell auch nach geeignetem Wohnraum suchen und nichts Passendes finden.

Ein besseres Verteil-System wäre angebracht gewesen

Eventuell wäre in den ersten Tagen des Zustroms das rasche Festlegen einer Verteil-Quote auf verschiedene EU-Staaten die bessere Lösung gewesen. Aber wie so oft: Deutschland muss sich hervortun, Deutschland zeigt Haltung, Deutschland hat Platz – und das für alle, wie die antifaschistische Innenministerin Faeser gleich zu Beginn des Flüchtlings-Ansturms verkündete.

Insofern dürfte es nicht verwundern, wenn es demnächst in dem einst so ruhigen Deutschland zu sozialen Verwerfungen kommt. Denn es ist längst nicht gesagt, dass alle, die hier aufgenommen werden, dankbar und bescheiden sind. Und wenn man schon von Beginn an auf solchen Luxus wie Neuware für Flüchtlingswohnungen setzt, aber vor der Tür die eigene Kinder- und Altersarmut hat, hält man – bildlich gesprochen – bewusst den Streichholz an die Lunte!

Recherche-Nachweis: Facebook-Seite TV Halle vom 18.3.22 und tag24.de vom 18.03.22

Bildnachweis (Symbolbild): picture alliance / EPA | STEPHANIE LECOCQ

 

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