Psychisch krank durch Hormonspirale?

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Sie gilt vielen Frauen als DIE Alternative zur Pille: die Hormonspirale.

Weil sich ein  Teil der weiblichen Zeitgenossinnen nicht den Nebenwirkungen der Pille aussetzen möchte oder aus anderen Gründen nicht täglich zur Tablette greifen mag, hat sich  die Spirale lange schon als Verhütungsmittel etabliert.

Doch in letzter Zeit häufen sich die Stimmen von Frauen, die angeben, durch das Hormonpräparat krank geworden zu sein.

Einem Bericht des SPIEGEL Nummer 23 / 2017 zufolge, stehen die Hormonspiralen des Pharmakonzerns Bayer im Verdacht, krank zu machen.

Das Magazin berichtet von Frauen, die psychische Veränderungen an sich wahrnahmen, seit sie von ihren Frauenärzten diese Spiralen eingesetzt bekamen.

Schlafstörungen, Gereiztheit, Panikattacken und Erschöpfung stellte zum Beispiel eine Mittdreißigerin an sich fest.

Die junge Frau und Mutter trug das Hormonpräparat bereits das siebte Jahr in ihrem Körper, als sie ihr Bauchgefühl dazu verleitete, im Internet in Sachen Spirale zu recherchieren. Dort fand sie rasch eine Vielzahl der Symptome, die auch sie bei sich verspürte und tat das einzig Richtige:

sie ließ die Hormonspirale aus ihrem Körper entfernen.

Danach verschwanden die Panikattacken und die Nervosität, sie konnte ihren Alltag auf einmal wieder entspannt leben.

Wie dem Nachrichtenmagazin zu entnehmen ist, deutet einiges darauf hin, dass Hormonspiralen häufiger psychische Nebenwirkungen verursachen als oft behauptet und neben Depressionen – auf deren etwaiges Auftreten in den entsprechenden Beipackzetteln hingewiesen wird – eine ganze Bandbreite seelischer Beschwerden mit sich bringen.

Derzeit werden gegenwärtig die Präparate, die den Wirkstoff Levonorgestrel enthalten aus diesem Grund überprüft. Neben der Hormonspirale Mirena sind das – laut SPIEGEL – auch Jaydess und Kyleena.

Alle drei Produkte stammen vom Konzern Bayer, der jedoch dem Magazin aus Hamburg die Auskunft gab, dass es „keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass es zwischen der Verwendung von levonorgestrelhaltigen Intrauterinsystemen und der Entwicklung von schwerwiegenden psychiatrischen Erkrankungen einen Zusammenhang gibt“.

Allerdings beschäftigen sich zwischenzeitlich schon Wissenschaftler mit dem Zusammenhang des Wirkstoffs Levonorgestrel und psychischen Beschwerden.

So hat der Wissenschaftler Steven Kushner, der als Professor für neurobiologische Psychiatrie am Erasmus University Medical Center in Rotterdam wirkt, während eines eher zufälligen Tests, bei dem die Teilnehmer sozialem Stress ausgesetzt waren, herausgefunden, dass Probandinnen, die eine levonorgestrelhaltige Hormonspirale trugen, größere Mengen des Stresshormons Kortisol ausschütteten und auch eine höhere Herzfrequenz aufwiesen.

Er forschte daraufhin weiter und seine Experimente zeigten, dass levonorgestrelhaltige Hormonspiralen nicht nur lokal in der Gebärmutter wirken.

Auch eine weitere Frau kann davon ein Lied singen – die ebenfalls im SPIEGEL zitierte Frau K.

Sie hatte während der Pilleneinnahme unter Depressionen und Stimmungsschwankungen gelitten. Bei einer solchen Vorbelastung kann die Spirale Mirena anfällig für einen Rückfall machen. Nur dass diese Information nicht auf den deutschen Beipackzetteln des Präparats steht, sondern in Kanada. Bayer erklärt dazu laut SPIEGEL, dass die Inhalte der nationalen Produktinformationen auf Beipackzetteln variieren können.

Ohne Worte!

Auch die im Nachrichtenmagazin erwähnte Frau K., die sich irgendwann auch für eine Spirale aus dem Hause Bayer entschied und mit Depressionen und Konzentrationsstörungen zu kämpfen hatte, recherchierte auf eigene Faust in Sachen Nebenwirkungen ihrer Spirale. Sie wurde fündig und ließ sie kurzerhand entfernen.

Den Tag der Entfernung bezeichnete sie als „besten Tag ihres Lebens“.

Fälle wie die im SPIEGEL porträtierten sind es, die mittlerweile auch die Politik auf den Plan rufen. So fordert bereits Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, dass „Frauen, die verhüten, besser geschützt werden müssen“.

Da aber bislang mehr oder weniger nur diese Forderung im Raum steht und der Pharmakonzern Bayer Anhaltspunkte für Zusammenhänge zwischen den psychischen Erkrankungen und dem Tragen seiner Hormonspiralen nicht sieht, ist nur jeder Frau, die sich für dieses Produkt entscheiden möchte oder schon entschieden hat, zu raten, genau darauf zu achten, was mir ihr – mit ihrem Körper – passiert.

Und im Fall der Fälle – neben dem unbedingten Betreiben von Eigenrecherche – einen Arzt aufzusuchen!

Zudem ist der im Beitrag erwähnte Artikel des SPIEGEL zum Thema auch online abrufbar – allerdings als kostenpflichtiger Beitrag.

Bildnachweis: pexels.com

 

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