Beck: „Berichte á la Kandel wie Kinderzeitungen gestalten, um Bürger vor Fehleinschätzungen zu bewahren“

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Kurt Beck„Klappe Vierhunderttausend zum Thema importierte Kriminalität und doofe Bürger“ – so in etwa könnte man die gestrige Sendung von Markus Lanz, in der Kurt Beck eine unrühmliche Rolle spielte, übertiteln.

Halten Beck & Co. die Bürger wirklich für so dumm?

Das jedenfalls kam mir spontan in den Sinn, als ich gestern, nach einem Netzwerktreffen mit patriotischen Frauen, noch ein Glas Wein vor dem Fernseher trank. Ich schalte das Ding so gut wie gar nicht mehr an, aber ich kann, wenn ich abends von irgendwo her komme, nicht direkt ins Bett gehen. Auch wenn es spät ist. Und schon gar nicht, wenn ich von so aufwühlenden Terminen komme. Denn im patriotischen Frauennetzwerk war sie wieder einmal Thema: die Kriminalität á la Kandel, die in unserem Land seit 2015 von sich reden macht.

Diskussion über Kriminalität á la Kandel im bekannten Duktus!

Also: noch ein Glas Rotwein geschnappt und mal die Glotze eingeschaltet. In dem Moment fing die Lanz-Runde gerade an. Neben zwei weiteren Gästen (bis zu denen ich es dann gar nicht geschafft habe) waren Kurt Beck und Walter Wüllenweber geladen. Letzterer ist Buchautor und schreibt für den STERN. Aber offenbar hat er sich vorgenommen, den Kriminologen Christian Pfeiffer abzulösen, der mit seinen Gaga-Einschätzungen zur Kriminalität im Lande schon mehrfach Entsetzen auslöste.

Ein Google-Klick zu Herrn Wüllenweber bestätigt diesen Eindruck.  In einem STERN-Artikel von ihm, in dem er praktischerweise gleich über sein eigenes Buch („Frohe Botschaft“) schreiben konnte, findet sich diese Passage:

„Die klassischen journalistischen Medien haben über Jahrzehnte Regeln für die seröse Informationsverbreitung entwickelt und eingeübt. Die sozialen Medien sind der wilde Westen ohne Sheriff. Bei den Revolverhelden des Netzes gilt: erst schießen, dann fragen. Wahrheit hat dabei keine hohe Priorität.“

Zugegeben, ich habe den Mann erst nach seinem bizarren Auftritt bei Lanz gegoogelt, aber diese Zeilen bestätigten mir mein ungutes Gefühl bei dem schlimmen Gefasel, das der Mann gestern im ZDF – GEZahlt freilich von uns allen – einem Millionenpublikum vorstellen konnte.

So sagte er in der Lanz-Runde über die neuen Medien (es ging vordergründig um soziale Medien):

„Alle rufen Alarm“.

Oder:

„Ein „Immerschlimmerismus“ greift um sich“.

Letzterer Ausdruck soll eine Wortschöpfung von Matthias Horx sein, dem Zukunftsforscher. Diesen habe ich bei einem Zukunftskongress vor -zig Jahren mal am Stehtisch, bei Sekt und Häppchen, getroffen – ein total arroganter Typ, aber das nur nebenbei.

Einmal mehr werden Sorgen der Bürger verächtlich gemacht

Man ahnt, dass diese Wortschöpfung verwendet wird, um die Sorgen der Deutschen, was für Zustände sich mittlerweile in unserem Land abspielen, einmal mehr verächtlich zu machen. Kennt man ja nun mittlerweile alles.

Aber natürlich kann uns der fesche Herr Wüllenweber – ganz im Stile von olle Pfeiffer – beruhigen. Er sagte in diesem Zusammenhang gestern Abend bei Lanz folgendes:

„Noch nie haben Menschen so sicher gelebt, wie die Deutschen heute“.

Wie gesagt: ganz in pfeifferscher Manier! Aber es kommt noch besser.

Denn Wüllenweber möchte offenbar gern auch – wie so viele seiner Medienkollegen – Politik machen. Bezogen auf das angeblich falsche Gefühl der Bürger sagte er:

„Es darf nicht sein, wenn wir uns so sehr irren (auf die Kriminalität bezogen – die Redaktion), wenn die Menschen ein so starkes falsches Bild haben, dann dürfen wir unsere Politik nicht an dem falschen Bild orientieren!“

Übersetzt kommt das so bei mir an: „Liebe Politiker, lasst die Grenzen offen, kontrolliert die Identität der nach wie vor hier her kommenden, fremden Personen nicht und sorgt auch weiterhin dafür, dass Messerstecher, Mörder, Vergewaltiger und Grapscher sich im Lande aufhalten dürfen.“

Kurt Beck hat Vogel abgeschossen!

Keine Ahnung, was die „Journalisten“ der etablierten Medien seit 2015 reitet, Menschen aus der Ferne, von denen zumeist kein Mensch weiß, wer sie sind oder was sie hier vorhaben, so zu vergöttern! Offenbar lebt die feiste Medienclique mittlerweile ebenso abgeschottet in ihren Parallelwelten, wie wir es von Politikern und Ex-Politikern ja sowieso schon kennen.

Den Vogel abgeschossen hat aber in der Lanz-Runde Kurt Beck, der Ex-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Nicht nur, dass er – sichtlich stolz – betonte, dass er kürzlich an einer Gegendemo gegen die Demonstranten in Kandel, die seit dem perfiden Mord an Mia immer wieder an die verrohte, importierte Gewalt erinnern, teilgenommen hat, nein: er fiel auch mit einem Gaga-Vorschlag auf.

Und zwar dergestalt, dass er vorschlug – nachdem Lanz auch das Stichwort der Ereignisse der berühmten Kölner Silvestenacht gegeben hat – die Berichterstattung nach deartigen Fällen mal ganz anders zu gestalten. Und jetzt halten Sie sich fest, denn er schlug doch allen Ernstes Info-Kästen vor, die  solche Berichte begleiten könnten! Info-Kästen, wie man sie aus Kinderzeitungen kennt. Solche farblich abgesetzten – Sie wissen schon!

Darin könnten – laut der Vorstellung von Beck – dann die „Fakten“ stehen!

„Die Menschen solten nicht glauben, wir leben in einer Katastrophe“

fügte der beleibte Ex-Ministerpräsident dann noch feist hinzu, was natürlich (typisch ZDF!) vom Publikum frenetisch beklatscht wurde.

Was soll in diesen Infokästen stehen?

Also führen wir uns Becks Vorschlag mal vor Augen. Nehmen wir den nächsten Mädchen- oder Frauenmord. Stellen wir uns vor, übermorgen wird von einem Frauenmord in irgendeiner deutschen Kleinstadt berichtet. Man erfährt, dass diese Frau von ihrem afghanischen Exfreund mit mehreren Messerstichen getötet wurde. DAS sind doch dann die Fakten, oder? Und ein solcher Mord, zumal vor dem Hintergrund der bereits begangenen Morde, eine richtige Katastrophe. Nicht nur für die Angehörigen des Opfers, sondern auch für deutsche Bürger, die über solche Zustände entsetzt sind. Zumal sich derartige bestialische Taten nicht auf Leute beschränken, die sich kannten (Stichwort Beziehungstat – wird ja gerne genommen, um es herunterzuspielen…!).

Nein, jeder hier im Land (schon länger) Lebende kann an jedem Ort und zu jeder Zeit Opfer einer schlimmen Gewalt- oder Messerattacke durch „Flüchtlinge“ werden (durch Deutsche freilich auch, aber erstens fielen in den letzten Jahren kaum Deutsche durch Messer- oder Kopft-Tret-Attacken auf und zweitens können wir Deutsche nirgendwohin abschieben, während wir aber NICHT damit leben müssten, unzählige ausländische Verbrecher im Lande zu haben!).

Das beweist einmal mehr der Fall einer Frau, die am hellerlichten Tag in Leipzig von einem Asylbewerber niedergestochen wurde. Mitten im Zentrum der einst strahlenden Stadt! Und warum? Weil sie dem Zugewanderten zu leicht bekleidet war! Also nix mit Beziehungstat! Die Medien berichteten und die Fakten waren nun mal dergestalt, dass eine Frau mitten am Tage von einem Asylbewerber niedergestochen wurde.

Was um Himmels willen sollte denn dann noch in einem solchen Kasten, wie er Kurt Beck vorschwebt, stehen? Die fast täglichen Fälle sprechen doch für sich und da haben wir noch nicht mal von Terror, Raubattacken, Grabschereien und Vergewaltigungen gesprochen!  Selbst wenn in so einem kindgerecht aufgemachten Kasten Zahlen stehen würden, die beruhigend wären (wo wollen `se die eigentlich hernehmen, denn immerhin haben Experten die „offiziellen“ Zahlen längst schon auseinandergenommen?), würden die auch die Bürger beruhigen?

Wohl kaum!

Kriminalität ist sehr wohl gestiegen – das realisiert man auch ohne Statistik!

Wenn mit der Kriminalität in Deutschland alles so in Butter wäre, dann hätte man ja in der vergangenen Weihnachtszeit nicht deutschlandweit so viele Weihnachtsmärkte eingezäunt und mit Pollern versehen! Und die dunkle Ahnung, die offenbar Behörden, Politik und Geheimdienste haben, die haben die Leute aus dem gemeinen Volk eben auch!

Nur eben zusätzlich im Zusammenhang mit den fast schon alltäglich gewordenen Straftaten. Wo eine Stadtverwaltung in weiser Voraussicht den Weihnachtsmarkt mit Wassertanks umsäumt, trifft eben der normale Bürger, ob der Gewalttaten, von denen er über die etablierten Medien oder aber von Privatpersonen im Netz Kenntnis bekommt, auch seine Vorkehrungen. Und nimmt – loooogisch!!! – unser Land als ein Land mit einer erhöhten Kriminalität wahr. Nicht, weil er zu blöde ist, die Fakten auseinanderzunehmen, sondern weil ihn sein Gefühl nicht trügt und er – im Gegensatz zu vielen Politikern und Journalisten – die Realität wahrnehmen kann!

Da können die üblichen Verdächtigen kindgerechte Farb-Infokästen in die Berichte einbauen, wie sie wollen! Das wird nichts nützen. Außer dass die Leute zu dem logischen Schluss kommen, dass die Verantwortlichen nicht mehr alle Tassen im Schrank haben!

Allen voran Kurt Beck!

Am besten schreibt ihm mal jemand einen realen Artikel über die Lage in Deutschland. Mit fett umrahmten Infokasten, damit Kurt Beck begreift!

Bildnachweis: Picture Alliance /ImageBROKER

 

 

 

 

 

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