Belügen sich Fremdgeher selbst?

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Mann erschrocken

Wenn es um Untreue und Fremdgehen geht, wird unablässig nach Ursachen gesucht, werden Gründe herangezogen, warum das so ist, wird nicht selten in psychologischen Gewässern gefischt.

Vieles spielt für Fremdgeher eine Rolle

Nur: ist es nicht so, dass oftmals gar nichts von alledem eine Rolle spielt, wenn Leute fremdgehen? Dieser Tage tauchte nämlich im Netz die Frage auf, ob Fremdgeher sich vielleicht selbst belügen? Ich wage zu behaupten, dass es in der heutigen digitalen Gesellschaft einfach die vielen Möglichkeiten sind, die Menschen, auch viele, viele Männer, fremdgehen lassen. Selbst die, die womöglich ihre Partnerinnen gar nicht betrügen und belügen würden – wenn es das Internet nicht gäbe.

Internet begünstigt Fremdgehen total

Denn, sind wir doch mal ehrlich, wenn vielleicht der Kollege im Seitensprungportal surft, sich der Kumpel in der Singlebörse mal eben als „solo“ ausgibt und im Netz auf Schritt und Tritt Werbung für Online-Dating und Kontakte-Börsen eingeblendet wird, dann ist auch die Versuchung für „eigentlich“ treue Männer groß.

Selbstredend ist das keine Entschuldigung, denn – ganz klar – die Männer sind ja auch dann noch „Herr der Lage“, wenn sie auf solche Angebote stoßen. Nur dass diese dann eben auch wahrgenommen werden. Der gebundene Mann erstellt ein Profil in der Singlebörse, der Geschäftsmann legt sich am Ort seiner beruflichen Aktivität eine „Zweitfrau“ zu, derjenige, der vor kurzem eine tolle Frau kennen gelernt hat, datet mal eben weiter parallel, fährt mehrgleisig.

Viele dieser untreuen und lügenden Zeitgenossen sind sich nicht mal ihres negativen Verhaltens bewusst, sehen das – wenn überhaupt – als Kavaliersdelikt. Dass sie dann auch noch auf den Gedanken kommen sollen, dass sie sich selbst belügen – hm. Unwahrscheinlich!

Gelegenheit macht Untreue – ganz oft!

Eher, so meine Vermutung, sind sie erfreut über die vielen Gelegenheiten, die sie heutzutage in Sachen Kennenlernen so haben. Zudem – das glaube ich eher – gaukeln viele Männer Frauen ernsthaftes Interesse nur vor. Das gilt vor allem für die Phase des Kennenlernens und ist eine unschöne Gepflogenheit bei nicht wenigen Männern geworden, die online Kontakte zu Frauen suchen. Oft in Singlebörsen, die eigentlich auf Singles, die was Festes suchen, zugeschnitten sind. Nur dass manche Männer solche Portale eher als digitale „Pralinenschachtel“ sehen, denn als Möglichkeit, darüber eine feste Partnerschaft aufzubauen.

Die berühmte „Warmhalteplatte“ spielt vor allem beim Online-Dating eine große Rolle. Der einen Frau wird vorgegaukelt, dass man ernsthaft an ihr und an einer gemeinsamen Beziehung interessiert ist und die andere Frau hat man(-n) längst schon im Visier.

Miese Masche hat neue Begriffe hervorgebracht

Aufgrund dessen, dass bei manchen Männern dieses Gebaren schon Standard geworden ist, haben sich für diese Zeitgenossen schon eigene Begriffe etabliert: „Online-Casanova“ ist so einer. Und auch das Wort „Paralleldating“ findet seine inflationäre Verwendung aufgrund von Singlebörsen, Seitensprungportalen & Co. Was natürlich nicht heißt, dass das Heer der Heiratsschwindler seine Profession aufgegeben hat. Die meisten von denen sind einfach nur umgestiegen von offline auf online. Und es hat sich eine weitere kriminelle Struktur entwickelt: die Romance-Scammer, die meist in anderen Länder sitzen und besonders fies – mittlerweile aber auch durchschaubar – auftreten.

Betrogene Frauen können viel über Fremdgeher lesen oder in Erfahrung bringen

Allerdings gibt es – bedingt durch die rasante Zunahme des Online-Datings, der Fremdflirts und der Seitensprünge – auch verschiedene Dienstleisungen für Frauen, die misstrauisch sind und vermuten, dass sie belogen oder betrogen werden, richtet. Oder Internetportale wie das Männliche-Untreue.de , das Tipps, Erfahrungsberichte und Beiträge zum Thema Untreue und Fremdgehen bereit hält.

Denn: Fremdgeher, Lügner, Parallel-Dater und Online-Casanovas belügen weniger sich, sondern ihre Partnerinnen oder neu kennen gelernten Frauen. So wird wohl eher ein Schuh draus…!

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1 Kommentar

  1. Emma

    11. Januar 2019 at 14:20

    Interessant, dass es ein Wort wie „Online-Casanova“ gibt. Wenn ich den Verdacht hegen würde, dass mein Mann mich ebenfalls hintergeht, könnte dann ein Privatdetektiv helfen? Ich würde ihm gern auf die Schliche kommen, fürchte aber auch, dass unsere Beziehung darunter leiden könnte.

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