Untreue: vom Singlebörsen-Fehlgriff zur Geschäftsidee

Von  |  0 Kommentare

hand using phone white screen on top view

Es gibt Themen, die sind heute so aktuell wie vor zwanzig Jahren und werden wahrscheinlich auch in 100 Jahren noch auf dem Tapet sein…! Die Untreue, das Fremdgehen gehören dazu – leider.

Auch mir so ein fieses Lügenspiel widerfahren – einige Jahre ist das nun schon her.

Vorangegangen war meine Mitgliedschaft in einer Singlebörse, einem Parkett, dem ich mich heute eher fern halte, das aber freilich nicht per se verdammt werden darf!

Denn es ist nun mal Tatsache, dass gute Partner nicht an jeder Ecke zu finden sind. Schon gar nicht, wenn man Ende Dreißig oder beruflich stark eingespannt ist. Oder aber auf dem kargen Lande wohnt.

Es soll Frauen geben – nicht zu knapp! – auf die passen alle Kriterien. Und wo bitte soll man als Frau auch suchen, wenn man vielleicht 42 Jahre alt ist, einen fordernden Job hat und auf dem Lande lebt?

Disko? Macht man in dem Alter nicht mehr. Singles im Freundeskreis? Mehr als knapp, eigentlich nie vorhanden und wenn dann nur in der Kategorie „guter Freund“, ohne Sexappeal.

Volkshochschul- oder Sport-Kurse? Zum Leute treffen okay, aber Mr. Right ist eher selten dabei. Urlaub im schicken Single-Ressort unter südlicher Sonne? Meist toll, aber über einen knackigen Urlaubsflirt geht’s eben selten hinaus.

Deshalb also wählen Millionen Frauen den Weg über das Online-Dating. Weltweit. Und weltweit geraten auch –zig Millionen Frauen an Lügner, Fremdgeher, Paralleldater oder Heiratsschwindler. Im Netz, in den Weiten der Singlebörsen.

Das Infame dabei: meist fangen diese Geschichten überaus bezaubernd an, als Frau hat man endlich das Gefühl, angekommen und fündig geworden zu sein. Man wird umworben, unternimmt viel gemeinsam, die Erotik stimmt, Zukunftspläne werden geschmiedet. Nur ist man eben – das ist die harte Realität – nicht selten die einzige Frau, die in diesem 7. Himmel schwebt….!

Genau so erging es nämlich mir vor einigen Jahren. Über eine bekannte Singlebörse habe ich einen Mann kennen gelernt, wo all das Aufgezählte dabei war und für mich – vermeintlich – alles stimmte.

Obendrein sah mein damaliger Traummann super aus, hatte beste Manieren und lebte in geordneten und gut situierten Verhältnissen. Nach einem ersten Treffen telefonierten wir täglich, sahen uns häufig und waren irgendwann zusammen.

Hier könnte die Geschichte positiv enden, aber leider war es SO natürlich nicht.

Denn: irgendetwas stimmte nicht. Signalisierte mir mein Unterbewusstsein. Das Blöde war ja, dass ich es nicht wirklich einordnen konnte, was da mein inneres Bauchgefühl so von sich gab.

Ich wurde nur stutzig, weil sich irgendwas veränderte oder mit der Zeit verstärkte, was sich aber nicht richtig anfühlte.

Zum Beispiel das tägliche Telefonieren: es fand immer nur zu ein- und derselben Uhrzeit statt und IMMER rief er mich an. Lange bemerkte ich nicht, dass das was komisch ist, bis ich ihn eines Tages – nach unserem Telefonat – nochmal anrufen wollte, weil ich vergessen hatte, ihm was Wichtiges zu sagen. War aber nichts, nur die Mailbox blökte mir entgegen. Er bleib unerreichbar an diesem Abend.

Und noch was irritierte mich: wir sahen uns zwar fast jedes Wochenende, aber verbrachten längst nicht das ganze Wochenende zusammen. Wenn er Freitagabend bei mir eintraf, trollte er sich am Samstag bereits vor dem Frühstück, ähnlich das Spiel, wenn er Samstag bei mir eintraf. So wie er da war, war er auch schon wieder weg. Als Vorwand dienten stets seine europaweiten Geschäfte, die auch an Wochenenden nicht warten konnten.

Angeblich.

Fuhr ich zu ihm, in seine Stadt, trug sich das Spiel umgedreht zu. Traf ich Freitagabend bei ihm ein, scheuchte er mich am nächsten Tag, oft noch im Morgengrauen, raus, servierte ein karges Frühstück und dann hieß es: Aufbruch. Die Geschäfte warteten mal wieder.

Klar, dass ich ziemlich enttäuscht, traurig und frustriert war.

Der einzige Lichtblick war unser „Jubiläum“. Als wir nämlich so ca. ein Jahr zusammen waren (so genau weiß ich das gar nicht mehr, denn die Zeit heilt eben wirklich Wunden …), beschlossen wir, das in einem schönen Restaurant zu „feiern“.

Zu dieser „Feier“ wollte ich, als Höhepunkt sozusagen, mal die alten E-Mails, die wir uns am Beginn unseres Kennenlernens in der Singlebörse geschrieben haben, aus der Plattform ausdrucken.

Ich ging also auf diese Online-Dating-Seite (in die ich mich bis dato, seit ich mit „ihm“ zusammen war, nie wieder eingeklickt habe) und wollte unser allererstes digitales Liebesgeflüster rausziehen.

Da traf mich fast der Schlag! Denn er – den ich bei wichtigen Geschäften wähnte – war ONLINE! Darüber gab nämlich der hämisch blinkende „Online“-Button auf dieser Singlebörse Auskunft. Ich war wie gelähmt und konnte keinen klaren Gedanken fassen.

Während der Online-Button weiter und weiter blinkte und mir damit belegte, dass ER wahrscheinlich gerade mit anderen Frauen am Schreiben oder Chatten war oder sich nach anderen weiblichen Zeitgenossinnen umsah, starrte ich auf den Bildschirm wie die „Katze auf dei Waschmaschine.“

Ich überlegte fieberhaft, was ich tun sollte.

In diesem Moment kam mir der Gedanke, dass es im Internet ein Portal geben sollte, wo man zu genau DEN Frauen, die der Partner offenbar noch datet, Kontakt aufnehmen konnte. Auch hatte ich in diesem Moment stark das Bedürfnis, die andere Frau (oder gar mehrere andere Frauen) zu warnen. Denn immerhin war ER ja offiziell noch in einer Beziehung mit mir.

Mir schwebte ein Service vor, wo man sich als Frau darüber erkundigen kann, ob der eigene Partner oder der neu kennen gelernte Mann noch woanders wildert, sprich: parallel datet oder gar Heiratsschwindeleien nachgeht.

Kurzum:

noch bevor ich diesen untreuen Typen abservierte, war meine Idee für mein Lügner- und Fremdgeher-Aufdeckportal www.wen-datet-er-noch.de geboren. Die Domainadressen reservierte ich sofort.

Dann erst stellte ich meinen fremd wildernden, damaligen, Partner zur Rede. Am Telefon. Er war sich um eine Klassiker-Ausrede nicht verlegen und behauptete tatsächlich, dass er „sich gerade dort in der Singlebörse abmelden wollte“. Just in diesem Moment…!

Geglaubt habe ich es ihm nicht.

Und schon Tage später war unsere Beziehung Geschichte. Danach stürzte ich mich mit ganzer Kraft in die Umsetzung meiner Geschäftsidee, meinem Online-Service für misstrauische Frauen. Es sollte noch einige Zeit ins Land gehen, bis ich wen-datet-er-noch.de dann tatsächlich hochfuhr, ein großer Liebeskummer über diese leidige Geschichte blieb nämlich leider auch nicht aus…!

Jetzt ist das schon Jahre her und für Frauen, die – offline oder online – einen Mann kennen lernen, der ihnen bald schon ein schlechtes Bauchgefühl verursacht und sie Lügen, Fremdgehen oder Paralleldating bei ihm vermuten, hat sich das Lügner- und Fremdgeher-Aufdeckportal im Netz als führende Plattform etabliert.

Wen-datet-er-noch.de ist aber auch für Frauen im realen Leben, offline, gedacht. Denn wo es früher nur schwerlich möglich war, Gewissheit zu erlangen, wenn eine Frau in – sagen wir – Bayern, den Verdacht hatte, dass ihr Mann auf seinen Geschäftsreisen in – beispielsweise – Hamburg vielleicht eine andere Frau oder gar schon ein Doppelleben aufgebaut hat, kann heute die besagte Plattform eine Chance bieten, zu wissen was los ist.

Das Portal funktioniert ein bisschen wie eine Singlebörse – nur, dass bei einem Matching nicht der potentielle Traumpartner präsentiert wird, sondern es eine Übereinstimmung von Angaben (die nur durch die jeweiligen Frauen eingegeben werden) gibt, die darauf schließen könnten, dass er fremdgeht oder/und lügt. Und es noch eine andere Frau (oder mehrere andere Frauen) gibt, die sich als seine „Nummer 1“ wähnen.

Die Funktion, die ich hätte seinerzeit gebrauchen können, als ich IHN unerwartet in der Singlebörse online sah, ist natürlich auch enthalten: dass man mit anderen Frauen, die denselben Mann bei wen-datet-er-noch.de hinterlegt haben, Kontakt aufnehmen und rasch Gewissheit erlangen kann!

Mehr zu dem Service und wie er funktioniert auf www.wen-datet-er-noch.de

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/93998804,

Datei: #93998804 | Urheber: blackzheep

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.