Unser Autorenspecial aus Österreich: Claudia Rossbacher

Ebenso wie Copyright ORF_Allegrofilm_Petro DomeniggKrassnitzer, Donna Leon, Wilsberg und Dieter Bohlen. 638.000  Zuschauer in Österreich sahen den LandKrimi Steirerblut bei der Erstausstrahlung am 20.12.2014 um 20.15 Uhr in ORF eins. Die Vorlage für diesen spannenden Thriller schrieb die Autorin Claudia Rossbacher.

Geboren wurde die Bestseller-Autorin in Wien, doch schon während ihrer Kindheit war sie von fernen Ländern und fremden Kulturen geprägt. Eine Zeit lang lebte sie mit ihrer Mutter in Teheran, bevor die Revolution des Ayatollah Khomeini sie zurück nach Wien zwang. Es folgten mehrere längere Aufenthalte bei ihrem Vater in Jakarta.

( Copyright-ORF_Allegrofilm_Petro-Domenigg1)

Steirerkrimis_Band1bis5 Nach dem Tourismus-managementstudium zog es sie als Model in die Modemetropolen der Welt. Danach war sie Jahre lang als Texterin und Kreativdirektorin in internationalen Werbeagenturen tätig. Seit 2006 arbeitet sie als freie Autorin in Wien. Ihr erster Alpen-Krimi Steirerblut wurde von Wolfgang Murnberger verfilmt. Die Folgebände konnten sich, wie schon der erste Fall für LKA-Ermittlerin Sandra Mohr, monatelang in den österreichischen Bestsellerlisten behaupten, Steirerkreuz wurde zudem als beliebtester Krimi  des Jahres mit dem “Buchliebling 2014” ausgezeichnet. Steirerland – der fünfte Band erscheint im Februar 2015.

(Quelle: www.claudia-rossbacher.com)

Claudia Rossbacher fand es sehr erfrischend, Interview-Fragen gestellt zu bekommen, die noch keiner gestellt hat.  “Na, dann schau ma mal …“

AK: Der Klassiker zum Aufwärmen und eine erste wohlwollende Geste. Wie geht‘s Dir gerade?

„Ehrlich gesagt bin ich dir gerade sehr dankbar, dass du mir mit dem Interview eine gute Ausrede lieferst zu prokrastinieren. Eigentlich sollte ich nämlich an meinem nächsten Steirerkrimi weiterschreiben.“

Dreh Steirerkind_07

AK: Geboren und aufgewachsen in…?

„In Wien, unterbrochen von einem etwa anderthalbjährigen Auslandsaufenthalt in Teheran, wo meine Mutter eine Krankenhaus-Baustelle bis zur Fertigstellung hätte leiten sollen. Das wusste Ayatollah Khomeini mit seiner Revolution zu verhindern und wir mussten Hals über Kopf den Iran verlassen.“

 AK: Gab‘s in Deiner Jugend unerfreuliche Überraschungen?

„Siehe oben. Eine Revolution radikaler Moslems ist höchst unerfreulich bis lebensgefährlich. Als Kind realisiert man die Gefahr aber gar nicht in ihrem vollen Umfang.“

 AK: Deine ersten Worte?

„Angeblich: „Meine Puppe!“ Sie war mir aus dem Kinderwagen gefallen.“Claudia Rossbacher_Kind

 AK: Ist Heimat ein großes Versprechen?

„Heimat ist da, wo das Herz ist. Dieser Spruch stimmt für mich hundertprozentig.“

Claudia_Hannes_Rossbacher AK: Familienstand?

„Seit 20 Jahren mit einem Steirer verheiratet. An dieser Stelle setzt normalerweise Applaus ein. Keine Ahnung, warum ;-)“

 AK: Das Geheimnis einer langjährigen Ehe?

„In meinem Fall ein sehr verständnisvoller, in sich ruhender Partner, der mich in allen Belangen voll unterstützt und kein Problem damit hat, auch mal in der zweiten Reihe zu stehen.“

 AK: Verstehst Du das Phänomen „Mann“?

„Ja. In mir steckt ja auch ein männlicher Anteil. Und der ist ziemlich macho.“

 AK: Was ist wirklich wichtig für das eigene Leben?

„Sich selbst zu lieben, ohne ständig nur um sich selbst zu kreisen.“

 AK: Bildung ist gut, Werte sind besser. Wenn Du die Wahl hättest: Lagerfeuergespräch mit Cindy von Marzahn oder Astrid Korten (ja, ich weiß, das ist gemein)? Warum?

„Steht Cindy für Bildung und du für Werte? Oder wie darf ich diese Frage verstehen? Egal. Natürlich, entscheide ich mich für dich, weil wir ein wesentliches gemeinsames Interesse haben: das Schreiben von Romanen.“ (Die Redakteurin grinst.)

 AK: Keine Angst vor der Konkurrenz?

„Warum denn? Ist doch genug Platz für alle, die ihr Handwerk verstehen. Was die anderen betrifft, so trennt sich die Spreu sowieso irgendwann vom Weizen.“

 AK: Wirst Du manchmal missverstanden?

„Selten. Am ehesten von mir sehr nahestehenden Personen, bei denen ich mich nicht ganz so klar ausdrücke, weil ich irrtümlich davon ausgehe, sie müssten ohnehin verstehen, was ich wie meine.“

Claudia Rossbacher_Buchliebling 2014 (Foto: Claudia Rossbacher_Buchliebling 2014)

AK: Drei Begriffe, die Dich beschreiben?

„Zielstrebig. Offen. Zuverlässig.“

AK: Was sollte auf deinem Grabstein stehen?

„Das ist mir so was von wurscht. Also, dieser Spruch sollte nicht draufstehen. Obwohl es mir auch egal wäre.“

AK: Was treibt dich auf die Palme?

„Ungerechtigkeit.“

AK: Dein Hobby?

„Reisen, wobei das meist mit Recherche und/oder Lesungsreisen verknüpft ist, also nicht als reines Hobby zu betrachten ist. Ähnlich verhält es sich mit Spaziergängen in der Natur, die oft auch der Ideenfindung dienen. Ansonsten spiele ich gerne Tennis, der bisher einzige Sport, der mir dauerhaft Spaß macht.“

 AK: Deine Werke?

„Abgesehen von unzähligen Kurzkrimis für diverse Anthologien und Rätselkrimis für die ‚Presse am Sonntag‘, von denen 30 auch im Sammelband ‚Enter ermittelt‘ (Gmeiner, 2013) erschienen sind:

‚Hillarys Blut‘ – Karibikthriller (Kontrast, 2007)

‚Drehschluss‘ – Thriller (echomedia, 2009)

Und meine Steirerkrimi-Serie (Gmeiner):

‚Steirerblut‘ – Ein Alpenkrimi (2011)

‚Steirerherz‘ – Sandra Mohrs zweiter Fall (2012)

‚Steirerkind‘ – Sandra Mohrs dritter Fall (2013)

‚Steirerkreuz‘ – Sandra Mohrs vierter Fall (2014)

‚Steirerland‘ – Sandra Mohrs fünfter Fall (2015)  Dazu noch ein Reisebuch, das ich zusammen mit meinem Mann verfasst habe: ‚Griaß eich in der Steiermark‘ (Gmeiner, 2013)

 Copyright Siegi_Gallhofer

AK: Dein aktuelles Buch? – Bitte kurz beschreiben.

„Da der Erscheinungstermin unmittelbar bevorsteht, ein paar Worte zu ‚Steirerland‘, dem fünften Fall der LKA-Ermittlerin Sandra Mohr. Ihre Auszeit nach einem Zusammenbruch im letzten Band ‚Steirerkreuz‘ neigt sich dem Ende zu, als sie der Ruf des Chefinspektors Sascha Bergmann zu einem Leichenfund ereilt. Diesmal muss das ungleiche Ermittlerduo einen Serienmord im Steirischen Vulkanland aufklären. Anders als in vielen anderen Krimis, in denen Leichenteile gefunden werden, bekommen es die beiden in ‚Steirerland‘ mit verstümmelten Leichen zu tun, denen unterschiedliche Körperteile fehlen. Warum der Täter diese seinen Opfern abgetrennt hat und was er damit bezweckt, erfährt der Leser, wie es sich in einem guten Krimi gehört, am Ende.   Steirerland_PS

 AK: Wie gehst Du mit einer 1*-Sterne-Kritik um?

„Bisher waren das seltene Ausreißer. Meistens kommen schlechte, oftmals unfundierte Kritiken von neidischen Zeitgenossen, manchmal auch von (Möchtegern-) Autoren, die einem den Erfolg nicht gönnen und die zu dumm sind, sich ausreichend zu tarnen. Dennoch: Schlechte Kritiken haben leider noch immer einen größeren Effekt auf meine Autorenpsyche als positive. Aber ich leide immer kürzer darunter. Ein Trick: Ich lese mir die vielen positiven Kritiken durch und gehe zur Tagesordnung über.

 AK: Vermitteln Deine Romane Einblick in Deine Arbeit oder sind sie ein Spiel mit der Wirklichkeit?

„Meine Romane vermitteln eine fiktive Geschichte, die so oder so ähnlich passieren könnte. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich die Realität in einem Roman vorweggenommen habe. Das ist ziemlich spooky.“

Leykam_Citypark_Graz (Foto: Copyright Leykam_Citypark_Graz)

AK: Warum schreibst Du (Thriller, Romane, Kurzgeschichten)?

„Ich schreibe, was mir am meisten Spaß macht und was ich selbst gerne lesen würde. Am meisten faszinieren mich die Charaktere und Szenen, die beim Schreiben plötzlich in meinem Kopf auftauchen und die wie selbstständige Wesen agieren, deren Leben ich aber steuern kann. Dieser Schöpfungsprozess macht den besonderen Reiz am Schreiben aus. Und die Freude am Formulieren.“

 AK: Was macht Lust auf das große Abenteuer des Lebens?

„Die Begegnung mit Menschen. Vorzugsweise netten.“

 AK: Schon mal selbst eine kleine Sünde begangen? Ich höre?

„Wenn ich schon sündige, dann ordentlich. Meistens aber nur theoretisch und professionell.“

 AK: Wird ein Ausländer einen andern Ausländer jemals wirklich verstehen, wenn die Seelen ihrer Kulturen sich gravierend unterscheiden?

„Diese Frage würde ich umformulieren: Versteht ein Mensch einen anderen Menschen … Schließlich gibt es auch Inländer aus unterschiedlichen Kulturkreisen, und wir alle sind in den meisten Ländern Ausländer 😉 Meine Antwort lautet: Ja, wenn man Vorurteile beseiteschiebt, hinterfragt und zu verstehen oder zumindest zu respektieren versucht.

 AK: Was glaubst Du, welche Formen der Orientierung brauchen wir heute?

„Wir sollten endlich kapieren, dass man Geld nicht essen kann und dass weder Reichtum noch Berühmtheit zwangsläufig glücklich machen.“

 AK: Welche Illusion lässt Du Dir nicht nehmen?

„Das ich alles erreichen kann, was ich mir in den Kopf setze.“

 AK: Definition von Leidenschaft?

„Leidenschaft ist ein wunderbarer Antrieb. Leider verflüchtigt sie sich, sobald sich die Gewohnheit einschleicht.“

 AK: Ganovin oder Edelfrau? Warum?

„Ganovin. Die Herausforderung ist doch viel größer und spannender.“

AK: Ist Dein Leben eher ein Roman- oder ein Sachbuch?

„Ganz klar ein Roman.“

 AK: Wie dürfen wir uns Deinen Schreibtisch vorstellen?

„Keineswegs ordentlich. Bunte Zettelchen und Post-its dominieren, auf denen spontane Einfälle notiert werden, die mich meist außerhalb meines Arbeitszimmers überwältigen. Leider schaffe ich es nie, alle Gedanken zu ordnen und so in mein aktuelles Notizbuch zu übertragen, dass ich sie schneller wiederfinde, wenn ich sie brauche. Also bleiben die Notizzettel liegen, bis das jeweilige Buch abgeschlossen ist.“     2015-01-21 08.40.17

 AK: Wo auf Deinem Schreibtisch liegen die Büroklammern?

„Die sind in einer Schublade, da ich selten welche benötige. Heftklammern sind mir sympathischer, die Klammermaschine liegt in derselben Lade.“

 AK: Beste Schreibzeit: Highnoon oder Mitternacht?

„Weder noch. Vormittags und nachmittags.

 AK: Dein Mittel gegen Müdigkeit?

„Schlafen.“

 AK: Entwickelt sich das Autorendasein zum Showgeschäft oder war das schon immer so? Wie geht man damit um?

„Wie es früher war, kann ich nicht beurteilen. Seit ich Autorin bin, genügt es jedenfalls nicht, ausschließlich im stillen Kämmerchen zu sitzen und zu schreiben. Mir kommt das entgegen, weil der Beruf heute viel mehr Abwechslung bietet. In mir steckt auch ein Zirkuspferd, das performen möchte, sobald die Scheinwerfer angehen. Es macht mir Spaß, mich und meine Geschichten zu präsentieren, meinen Lesern zu begegnen und ein direktes Feedback zu bekommen. Danach ziehe ich mich umso lieber wieder ins stille Kämmerchen zurück.“

 AK: Was glaubst Du, wie sieht es denn nun wirklich in den Köpfen der Verlagsspitzen aus?

„Nicht viel anders als in den Köpfen anderer Führungsspitzen. Verlage sind gewinnorientierte Unternehmen. Gut so, sonst könnte ich nämlich vom Bücherschreiben nicht leben. Ich bin allerdings sehr froh, mit Armin Gmeiner einen Verleger zu haben, bei dem auch das Menschliche passt.“

 AK: Heute werden Lesungen inszeniert. Würdest Du auf einer Lesung im Kampfanzug oder Dienstkleidung erscheinen?

„Wo es passt, erscheine ich auch im Kampfanzug, in meinem Fall in einem Dirndl. Ansonsten kleide ich mich dem Anlass entsprechend adrett, keinesfalls im Schmuddellook.“

 Copyright Matom   (Copyright Matom)

AK: Verliert der Schriftsteller nicht seine Balance zwischen den zahlreichen Verlagsanforderungen und der Wahrung einer stabilen Autorenidentität, wenn er/sie den Clown mimt?

„Das kommt ganz auf den Charakter des Autors an. Was mich betrifft: Von mir fordert der Verlag nichts, was ich nicht auch selbst von mir fordere. Ich möchte meine Leser unterhalten, auch bei meinen Lesungen. Ich muss nichts mimen und bleibe authentisch.“

 AK: Peinlich oder Erfahrungen sammeln?

„Mir ist kaum etwas peinlich.“

 AK: Was darf ein Autor unbedingt nicht können?

„Nichts.“

 AK: Dein allererstes Buch? Hat es Dir gefallen?

„Ich kann mich leider nicht erinnern, welches mein erstes Buch war. Am stärksten im Gedächtnis geblieben sind mir außer Märchen, die mir vorgelesen wurden, ‚Max und Moritz‘, ‚Das kleine Ich bin ich‘ und ‚Die Abenteuer des Tom Sawyer‘. Stark geprägt haben mich auch die unzähligen am liebsten gruseligen Hörspielplatten von ‚Dracula‘ bis ‚Die kleine Hexe‘.

 AK: Gott oder Teufel?

„Gegenpole, die einander bedingen.“

 AK: Schicksal oder Bestimmung?

„Ausgleichende Gerechtigkeit. Jeder bekommt früher oder später, was er verdient, zumal er aussendet und anzieht.“

 AK: Die beste Entscheidung Deines Lebens?

„Da muss ich zwei nennen: die für meinen Mann und die, Bücher zu schreiben.“

 AK: Darf ich weiter meine überreizten und durchgedrehten Fragen stellen und Dir mit meinem Übermut anzustecken versuchen.

„Nur zu.“

 AK: Wann wurdest Du das letzte Mal hinterhältig reingelegt?

„Wissentlich 2005. Ich nenne keine Namen oder Hintergründe. Nur so viel: Es hat zu meiner Entscheidung geführt, mich hinzusetzen und mich als Schriftstellerin zu versuchen. Also, herzlichen Dank!“

 AK: Wann angenehm überrascht?

„2014 von der Nachricht, dass ich für meinen Krimi ‚Steirerkreuz‘ mit dem Österreichischen Buchliebling ausgezeichnet wurde.

 AK: Was hältst Du von der Entwicklung des Buchmarktes?

„Das ist ein viel zu komplexes Thema, um es hier abzuhandeln zu können. Natürlich finde ich es schade, dass so viele Buchhändler ums Überleben kämpfen oder bereits aufgeben mussten. Und ich hoffe, dass sie nicht zu den aussterbenden Berufen zählen, wie zum Beispiel die Schriftsetzer, die es in meinen Anfängen als Werberin noch gab und die durch den Einzug der Computer in den Agenturen überflüssig wurden. Fakt ist, dass neue Technologien die Welt verändern. Das lässt sich weder aufhalten noch umkehren. Als Autorin hoffe ich, dass meine Texte, in welchem Medium auch immer veröffentlicht, zu den Lesern gelangen und dass ich damit weiterhin meine Brötchen verdienen kann.

 AK: Magst Du E-Books? Warum?

„E-Books sind auf Flugreisen unverzichtbar für mich – bei 20-Kilo Gepäcksbeschränkung. Als Leserin schätze ich es sehr, mir sofort die neuen Bücher runterladen zu können, dich ich gerade lesen möchte, überall auf der Welt. Zu Hause sind mir gedruckte Bücher lieber. Als Autorin fände ich es enorm wichtig, endlich den illegalen Gratis-E-Book-Plattformen das Handwerk zu legen, die es jedermann ermöglichen, mich und meine Kollegen zu bestehlen. Auch ein angemessener Preis für E-Books ist wichtig. Wir arbeiten hart und verdienen viel zu wenig an unseren Werken. Oder ist es zu viel verlangt, von seiner Arbeit auch leben zu wollen?

AK: Welche Bücher befinden sich gerade auf Deinem Nachttisch?

„Keines. Ich lese nie im Bett, höchstens, wenn ich krank bin, und das bin ich zum Glück nur alle zehn Jahre. Auf meiner Couch liegt gerade ein Kochbuch mit Low-Carb-Rezepten. Schreiben macht leider nicht schlanker.“

 AK: Wie riechen Bücher?

„Vielversprechend.“

 AK: Welches Buch ist schon mal gegen die Wand geflogen?

„Keines. Was mir nach 20 Seiten nicht gefällt wird zugeklappt und verschwindet ungelesen im Regal.“

 AK: Gibt es einen Klassiker, der Dich völlig kalt gelassen hat?

„Ich kann mich nur erinnern, dass ich Grillparzer nicht besonders prickelnd fand, als wir ihn im Deutschunterricht durchgenommen haben. Ich weiß nicht einmal mehr, welches Werk das war. Vielleicht würde es mir heute sogar gefallen, einen Versuch wäre es wert.“

 AK: Musik beim Schreiben?

„Nein. Absolute Ruhe.“

 AK: Essen oder Trinken zur Lektüre?

„Trinken ja, essen nein.“

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AK: Prosecco oder Selters?

„Prosecco, aber noch viel lieber guten Wein.“

 AK: Lieblingsname aus einem Deiner Romane?

„Nekisha.“

 AK: Deine Lieblingsautoren?

„Alle, die es schaffen, mich in eine Geschichte oder ein Thema zu ziehen, ohne dass ich über Formulierungen oder nebensächliche Gedanken stolpere.“

 AK: Gibt es ein gutes Lesen im schlechten Leben?

„Bestimmt gibt es Menschen, die ihrem Alltag, den sie als schlecht empfinden, durch Lesen entfliehen und sich dadurch besser fühlen.”

 AK: Führt gutes Lesen automatisch zu einem besseren Leben?

„Lernen und das Gelernte nutzen zu können führt zu einem besseren Leben. Lesen ist ein guter Weg, um zu lernen. Aber nicht der einzige.“

 AK: Jetzt aber! Ist Facebook eher männlich oder weiblich?

„Beides.“

 AK: Twitter?

„Nein, danke. Aber seit wenigen Tagen Instagram.“

 AK: Google?

„Als Suchmaschine unverzichtbar.“

 AK: Braucht man diese Portale tatsächlich? Warum?

„Mir hat Facebook schon viele gute Kontakte beschert – dich zum Beispiel. J Auch andere Interviews, Lesungen und Anthologiebeiträge, bestimmt auch neue Leser für meine Bücher und etliche Stimmen bei der Wahl zum Buchliebling.“

 AK: Alternative zum Kriminalroman: Liebesgeflüster oder Kinderbuch?

„Kinderbuch.“

 AK: Wann gibt es etwas Neues aus Deiner Feder?

„Am 4. Februar erscheint der fünfte Band meiner Krimiserie mit dem Titel ‚Steirerland‘, im Juli dieses Jahres die Anthologie, ‚Wer mordet schon in der Steiermark?‘, bei der ich Herausgeberin bin (beides bei Gmeiner).

 AK: Magst Du Abschiede?

„Wer mag die schon? Ich habe aber kein allzu großes Problem mit Abschieden. Menschen kommen und gehen, so ist das Leben.“

 AK: Worüber könntest Du locker eine Nacht mit mir und einer Flasche Rotwein am Kamin sitzend, diskutieren? Wie wär’s mit einem Beispiel?

„Da gäbe es bestimmt viele Themen. Sex, Schönheits-OPs, Literatur, Filme, das perfekte Verbrechen, den Weltfrieden … Such dir was aus. Aber bitte kein Rotwein, der macht mich nämlich schrecklich müde. Lieber wäre mir ein spritziger, trockener, gut gekühlter Rosé oder Weißwein. (Ich nehme die Autorin beim Wort)

 AK: Hat Dir die Verfilmung Deines Kriminalromans „Steirerblut‘ gefallen?

Und wie! Ich hatte riesiges Glück. Mit dem Regisseur Wolfgang Murnberger, der auch die Wolf Haas Bücher verfilmt hat, der Drehbuchautorin Susanne Freund, die meinen Humor verstanden und in den Dialogen noch auf die Spitze getrieben hat, und mit der Besetzung, allen voran den beiden Hauptdarstellern Miriam Stein und Hary Prinz, die meine Figuren Sandra Mohr und Sascha Bergmann zum Leben erweckt haben.

 AK: Welche Vorsätze hast Du für 2015?

„Möglichst ohne Zeitdruck einen spannenden und unterhaltsamen sechsten Steirerkrimi zu schreiben und das Manuskript termingerecht abzugeben.“

 AK: Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?

„Es ist so beglückend für mich, dass ihr meine Bücher zu schätzen wisst. Ihr seid mein größter Ansporn weiterzuschreiben, auch wenn ich mal keine Lust habe.“

Vielen Dank, liebe Claudia und viel Erfolg mit dem neuen Roman: Steirerland_PS Erschienen im Gmeiner-Verlag.

Das Interview führte Astrid Korten

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