„#metoo: gigantische Selbstinszenierung einiger Frauen“

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Finanziell schwache Ein- und Zwei-Eltern-Familien, Rentner, die unter Altersarmut leiden und Opfer von Verbrechen – sie alle haben in Deutschland keine Lobby. Auch wenn Politiker dies oft anders darstellen.

Einer, der seit drei Jahrzehnten in der Politik aktiv ist, findet hierzu deutliche Worte: Detlef Alsbach (im Bild).

Er sagt: „immer und immer wieder habe ich erlebt, wie der Bürger schamlos betrogen wurde“.

Der engagierte Kölner, der sich unermüdlich dem Kampf für soziale Gerechtigkeit und für alleingelassene Opfer widmet, wundert sich zudem, dass der Großteil der Bürger diese Zustände hinnimmt, thematisiert aber auch, wie Menschen, die sich gegen die aktuelle Politik stellen, diffamiert und mundtot gemacht werden.

Den aktuellen Geschehnissen im Land widmet sich Detlef Alsbach auch als Autor.

In einem seiner Bücher („Schuldige Opfer“ – siehe Bild) geht es um Männer, die zu Unrecht des sexuellen Missbrauchs bezichtigt werden und aufgrund dessen vor den Trümmern ihres Lebens stehen. Ein hochbrisantes Thema – gerade in Zeiten, in denen Kampagnen wie #metoo, #aufschrei und #gegenschrei von sich reden machen.

Wir haben mit Detlef Alsbach über dieses Buch und über Parallelen zu aktuellen Vorfällen und Diskussionen in Deutschland gesprochen. Wer über das Interview hinaus mit ihm in Kontakt treten möchte, kann das über den Facebook-Account von Herrn Alsbach tun – er ist für seriöse Fragen und Informationen jederzeit offen und bietet zudem den Frauen, die sich aktuell gegen die grassierende Gewalt engagieren, jederzeit seine Hilfe an. Bezugsadressen zum Buch sowie den Kontakt zu Detlef Alsbach finden Sie am Ende des Interviews.

FP: Herr Alsbach, in Ihrem Buch „Schuldige Opfer“ geht es um Frauen, die fälschlicherweise behaupten, dass Männer sie sexuell belästigt oder ihnen gar Gewalt angetan haben. Sie beziehen sich in ihrem Vorwort sowohl auf Fälle aus der jüngsten Vergangenheit (Jörg Kachelmann) als auch auf aktuelle Debatten (Harvey Weinstein, Sawsan Chebli). Wann konkret hatten Sie die Idee zu dem Buch und was war der Auslöser, sich diesem Thema zu widmen?

DA: Der Auslöser war ganz klar ein Vorkommnis aus dem Internet, dort haben sich drei Mädchen verabredet, Lehrer zu bezichtigen, sie sexuell missbraucht und/oder belästigt zu haben. Dies war ein realer Fall, den ich zur Anzeige gebracht habe. Die Täterinnen haben zwischen 20 und 60 Sozialstunden „aufgebrummt“ bekommen.

Ich habe mich damals gefragt, wie weit Täterinnen gehen würden und musste – gerade auch durch den Fall Jörg Kachelmann und Karl Dall – feststellen, dass die Hemmschwelle sukzessiv gesunken ist. Jörg Kachelmann wurde zwar freigesprochen, aber in den Augen der Gesellschaft ist er weiterhin ein Täter, er ist ein unschuldiger Täter, weil er ein Täter sein soll.

FP: Ihr Buch basiert auch auf tatsächlichen Geschehnissen. Im Inhalt wird mehrfach darauf eingegangen, dass die zu Unrecht beschuldigten Opfer sich niemals mehr von den Anschuldigungen erholen. Was für Einblicke in dieses Thema haben Sie während Ihrer Recherche gehabt, dass Sie die Situation männlicher Opfer so dramatisch beschreiben?

DA: Zunächst einmal habe ich den Werdegang von Herrn Kachelmann und von Herrn Dall verfolgt. Herr Kachelmann war auch nach dem Freispruch nicht mehr im Fernsehen und Herr Dall war über zwei Jahre auf dem Index. Kontakt habe ich zu zwei weiteren Opfern, die auch als Täter angezeigt worden sind und unschuldig waren. Beide Opfer wurden freigesprochen, und beide Opfer wurden ruiniert. Nicht nur die Männer wurden ruiniert, sondern auch die Familien. Die Kinder wurden in der Schule gemieden und ausgegrenzt, die Männer haben ihre Arbeit verloren. Eine Frau eines Opfers hat sich scheiden lassen, weil sie den seelischen Druck nicht mehr ertragen konnte. Mit derlei Anschuldigungen wird auch immer wieder der böse Stachel des Zweifels am Partner gesät. 

FP: Derzeit steht in Deutschland Dieter Wedel im Fokus. Er soll Frauen sexuell behelligt und ihnen auch Gewalt angetan haben – bewiesen ist noch nichts. Ausgewogen und neutral wird eher nicht berichtet, sondern hat man den Eindruck, dass von vornherein nur den Frauen geglaubt wird. Wo doch bei vielen anderen Verbrechen die Medien erst einmal vage bleiben und keine derartige Hatz auf einen Verdächtigen entfachen. Haben Sie eine Erklärung dafür?

DA: Es scheint mir, dass wenn ich sage, dass es derzeit politisch korrekt ist, „eine andere Sau durchs Dorf zu treiben“, um bei dem Sprichwort zu bleiben, es zu einfach wäre als Erklärung, aber ich sehe es so. Man muss sich die Situation einmal vor Augen führen. Als ich von dem Fall hörte – und es schien so, dass sich plötzlich die Opferzahlen von Herrn Wedel explosionsartig vervielfachten – war ich wieder einmal entsetzt, sowohl über die Medien, als auch über die Justiz und natürlich auch über die Gesellschaft.

Vorausschicken möchte ich an dieser Stelle, dass wer ein Opfer geworden ist von sexueller Gewalt, ist ein Opfer und braucht unsere Hilfe. Täter müssen hart bestraft werden, viel härter als es geschieht. Die Justiz trägt eine große Schuld an der Situation.

Eine Frau behauptet, von Herrn Wedel schikaniert worden zu sein, er soll sie belästigt und erniedrigt haben und gerade lese ich, dass sich Herr Wedel seine Opfer ausgesucht haben soll. Die Vorkommnisse sind teils viele Jahre alt und nun soll er sich verteidigen. Wie, ist die Frage? Warum stellen die Medien nicht die Frage, warum sich die mutmaßlichen Opfer erst jetzt melden und glaubt man diesen Medien, muss man lesen, dass die Opfer noch viele Jahre mit Herrn Wedel zusammengearbeitet haben.

Herr Wedel ist bereits verurteilt, ohne Prozess. Er muss es gewesen sein und diese Debatte zeigt doch wieder einmal, wie opportunistisch Schauspieler und angebliche Promis sein können, denn nun zerreißen sie einen Mann, gemeinsam und stellen sich selbst nicht die Frage, warum sie bis dato geschwiegen haben.

Die Justiz spielt dabei eine böse Rolle, denn es wird gegen einen mutmaßlichen Täter ermittelt, der aufgrund einer Aussage zum Täter stigmatisiert wird. 

FP: In jüngster Zeit macht international die Kampagne #metoo von sich reden. Hier scheint vom wirklichen Vergewaltigungsopfer bis hin zu Trittbrettfahrerinnen alles vertreten zu sein. Wie sehen Sie diese Aktion?

DA: Die Kampagne von #metoo hat durchaus ihre Berechtigung, wenn sie ehrlich ist, aber ist sie das? Ich sehe diese Kampagne als Ablenkung gegen die Gewalt, die Frauen tagtäglich immer häufiger erleben. Sie wurde erst richtig aktiv nach den zahllosen Übergriffen in der Sylvesternacht 2015/2016, als es bundesweite sexuelle Übergriffe gab.

Dort haben Frauen in der Tat den Missbrauch erlitten und von den Medien wurde er zuerst ignoriert und dann verharmlost. Die Medien haben alles getan, um die Ausschreitungen gegen Frauen zu bagatellisieren. Hätten die Medien in selbiger Weise darüber berichtet wie über Dieter Wedel, wäre damit den wahren Opfern Genüge getan.

Die Initiatoren von #metoo bekommen eine ungeahnte Aufmerksamkeit oder werden nochmals berühmt. Aus unbekannten „Opfern“ wurden nun Berühmtheiten, die damit viel Geld machen. Es scheint so, dass plötzlich die Masse der Frauen Opfer geworden sind. Kommen dann aber einige Frauen zu Wort, die sich schon deshalb als Opfer fühlen, weil man komisch angeguckt wurde, dann müssen sich diese Frauen die Frage stellen lassen, ob sie wissen, dass mit solchen „Vorwürfen“ gerade die Frauen verhöhnt werden, denen man mit Gewalt deren Willen gebrochen hat, die tatsächlich gedemütigt worden sind, erniedrigt und die gezwungen worden sind, Haut, Hände, Zunge und Geschlechtsteil überall an und in ihrem Körper zu spüren. Und es ist eine echte Ohrfeige für jede Frau, die echte Angst für sich oder ihre Kinder empfindet, weil sie um solche Verbrechen in ihrer Gegend weiß!

FP: In Ihrem Buch wird deutlich, dass Frauen, die Männern absichtlich schaden wollen, leichtes Spiel haben, wenn sie dem jeweiligen Mann sexuellen Missbrauch unterstellen. In Ihrem Realkrimi kommen die Täterinnen in diesem Zusammenhang durch Erpressungen auch zu sehr viel Geld. Würden Sie sagen, dass es solche Fälle auch im realen Leben häufig gibt?    

DA: Wie häufig es diese Fälle gibt, darüber werden wir niemals Auskunft erhalten, dass es sie gibt, dürfte mehr als eindeutig sein. Als Beispiel führe ich hier Michael Jackson an, dem man Sex mit Kindern nachgesagt hat. Es geht hier um einen Fall aus dem Jahre 1993, als Jackson ein Schweigegeld von 25 Millionen Dollar gezahlt hat. Männer, die in der Öffentlichkeit stehen, wissen wie schnell ein Ruf mit derartigen Vorwürfen zerstört werden kann und es ist plausibel, Geld zu zahlen, damit der eigene Ruf nicht zerstört wird.

Man muss bedenken, dass es vielleicht ein Entrinnen aus einem unberechtigten Vorwurf gibt, aber beim zweiten Vorwurf dieser Art steigt der Zweifel an einer Unschuld ins Unermessliche und ganz sicher ist man beim dritten Vorwurf ruiniert. 

FP: Ganz aktuell ist der Fall Gauck. Dieser Tage machte eine Frau Sexismus-Vorwürfe gegen den ehemaligen Bundespräsidenten öffentlich. Sein „Vergehen“ war eher eine derbe Bemerkung, wie sie wahrscheinlich viele Frauen im Alltag von Männern kennen. Die meisten Frauen kontern solche Harmlosigkeiten selbstbewusst zurück und belassen es dabei. Andere Frauen wiederum – wie im Fall Gauck – machen sowas öffentlich. Haben Sie eine Erklärung, warum viele Frauen, wenn Ansehen und Prominenz bei dem jeweiligen Mann im Spiel sind, so agieren?

DA: Gerade wie im Fall beim Herrn Gauck habe ich zuerst an eine Groteske geglaubt, aber beim Lesen des Artikels in der Berliner Zeitung wurde mir klar, was der Grund für diese infame Anschuldigung war. Diese Dame, die gerne ihren Busen als Aktivistin in der Öffentlichkeit zeigt, hat mit dem Aufmacher „Gauck“ nun die Öffentlichkeit bekommen, die sie beabsichtigte. Und sie hat eine grandiose und vor allem kostenlose Werbung erhalten.

Ich kann nur hoffen, dass niemand das Buch kauft, denn dann würde man lesen können, wie heftig Herr Gauck diese Frau sexuell belästigt hat, denn er hat für ein Foto einen Arm um sie gelegt. Echt der Wahnsinn, was ist da schon eine Vergewaltigung gegen solch einen Übergriff. Um die Frage speziell zu beantworten, kann ich ohne Skrupel sagen, dass es die reine Profitgier war, warum sie das getan hat.

Um die Frage pauschal zu beantworten, stelle ich eine Frage, die der Leser – nein, ich schreibe nicht Leser und Leserinnen – sich selbst beantworten kann: Ist es interessant und aufregend, sich mit einer Berühmtheit fotografieren zu lassen als mit einen einfachen völlig unbekannten Menschen? Der Artikel hätte ganz sicher keinerlei Aufsehen erregt, wenn die Aktivistin zum Beispiel den Hausmeister des Schloss Bellevue als „Täter“ genannt hätte. Zugpferd für Ansehen, Ruhm und Geld sind immer die Promis.

FP: Wie eingangs bereits erwähnt, schreiben Sie in Ihrem Vorwort auch über Sawsan Chebli, eine SPD-Staatssekretärin. Sie wurde einer breiten Öffentlichkeit erst bekannt, als sie sich mit Sexismus konfrontiert sah. In ihrem Fall war es ein Kompliment eines älteren Mannes, das sie zur Weißglut brachte. Auch die Medien schwammen auf der Empörungswelle mit. Das alles passierte zeitgleich zu Straftaten im öffentlichen Raum, bei denen Frauen Opfer wirklicher Gewalt wurden. Diese Verbrechen aber bekommen medial und politisch nicht annähernd die Aufmerksamkeit, wie Fälle á la Chebli. Das erzürnt mittlerweile viele Frauen im Land, die das Thema auch in Form von politischen Aktionen publik machen. Aber dennoch unterstellt man den Frauen aus der Bevölkerung „Populismus“ oder gar eine „rechte Gesinnung“ und widmet sich unter dem Sexismus-Motto weiterhin ungeniert vielen Petitessen. Selbst die #metoo-Aktivistinnen in Deutschland klammern die aktuelle Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum komplett aus. Woran kann das liegen – was meinen Sie?       

DA: #metoo ist politisch korrekt, die Aktionen gegen die Gewalt von Frauen eben nicht. So muss man zumindest die Medien und auch die Politik verstehen. Als Frau Chebli durch ein Kompliment schockiert wurde, haben die Medien mal wieder politisch korrekt ganze Arbeit getan, denn man konnte wieder einmal vom eigentlichen Geschehen und vom Versagen des Staates ablenken. Dass der Staat versagt, ist eindeutig, denn die Missbrauchszahlen explodieren. Es vergeht kein Tag, an dem nicht von einer oder mehreren Vergewaltigungen berichtet wird.

Die Unterstützer und Fürsprecher von #metoo sind viele Promis, die abseits vom realen Leben leben, sie sind privilegiert und können gut die Probleme der „einfachen“ Bevölkerung ausblenden. Hingegen sind die Aktivistinnen gegen die Gewalt der Frauen oftmals eben nicht Promis, sondern sie kommen aus der bürgerlichen Mitte und unterliegen nicht dem Zwang der politischen Korrektheit.

Diese Frauen sagen, wovor sie Angst haben und das ist eben politisch nicht gewollt. Diese Frauen zeigen der Öffentlichkeit auf, dass der Staat versagt und seine Frauen und Kinder nur noch rudimentär schützen kann. Wie macht man diese Frauen oder diese Aktionen zunichte? Indem man sie mit dem Makel des Populismus oder der rechten Gesinnung behaftet.

Diese ganze #metoo-Posse ist zum Speien und frei nach Kurt Tucholsky fällt mir dazu ein: „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.“ Ich begründe das, weil sich die ganzen Aktivistinnen nicht gegen das Verhüllen oder das Tragen einer Burka eingesetzt haben oder gegen die Beschneidung von Mädchen, wo sind nun die ganzen Frauenverbände? Warum setzen sich diese Frauen nicht ein für mehr Frauenhäuser, für mehr Hilfe für Opfer? 

FP: Wie auch in Ihrem Buch thematisiert, bleibt an dem schlechten Ruf, der auch Männer ereilt, die zu Unrecht der sexuellen Belästigung beschuldigt wurden, immer etwas haften. Haben Sie im Rahmen Ihrer Recherche Fälle kennengelernt, wo sich Frauen für derartige Lügen juristisch verantworten mussten? Öffentlich sind solche Fälle ja eher rar.  

DA: Rar sind die Fälle in der Tat, dass sich Täterinnen verantworten müssen. Mir fällt Gina-Lisa Lohfink ein, die eine lächerliche Strafe für die Falschbeschuldigung erhalten hat, aber den Namen der Täterin, die Herrn Kachelmann beinahe ruiniert hätte, habe ich durch das Internet erfahren. Und das ist das Problem. Über Wochen und Monate wurde Herr Kachelmann in den Medien erwähnt, als mutmaßlicher Täter. Als er dann freigesprochen wurde, gab es in vielen Zeitungen eine Meldung und dann nicht mehr wieder. Aus meiner Sicht müsste man der Gerechtigkeit in der Form Genüge tun, dass man in gleicher Anzahl einen Freispruch veröffentlich wie eine Anschuldigung.

Die Täterinnen werden geschützt, nur schwer bekommt man Informationen über sie, somit haben wir einen Täterschutz. Erklärt wird das gerne damit, dass auch diese Menschen ein Recht auf Schutz der Privatsphäre haben.

Wenn Frauen vergewaltigt werden und Kinder missbraucht, dann kann man die Täter auch nicht erkennen, die Opfer sind aber zumeist gut zu erkennen. Hat die Bevölkerung kein Anrecht auf den Schutz gegen Täter? 

FP: In Sachen sexueller Belästigung haben Sie eine Selbstanzeige gestellt, was hat es damit auf sich?

DA: Diese #metoo-Kampagne betrachte ich als eine gigantische Selbstinszenierung einiger Frauen, wohl gemerkt nicht aller Frauen. Aber es scheint so, dass pauschal alle Männer nun Spießrutenlaufen sollen und ich möchte vielen der Frauen zeigen, wie grotesk manche von ihnen sind.

Es scheint so, dass ein Mann zum Täter wird, wenn er eine Frau nur begehrlich anguckt, ihr Komplimente macht oder sie in einem Lokal anspricht. Ja, ich habe zuerst meine Auserwählte angestarrt und sie wahrscheinlich schon sexuell belästigt. Gut so, habe ich gerne gemacht. Dann kamen meine Gedanken hinzu und der unbändige Wunsch, diese Frau nicht nur kennenzulernen, sondern sie auch noch anzufassen. In den Augen der #metoo-Aktivistinnen dürfte ich also schon mehrmals der Täter sein. Schließlich habe ich diese Frau auch noch geküsst, der helle Wahnsinn, wie schnell man zum Täter wird.

Meine Selbstanzeige sollte den Wahnsinn aufzeigen, dem sich eben nicht nur Männer, sondern auch Frauen ausgesetzt sehen. Wie sollen Mann und Frau zusammenfinden? Durch Zettelchen wie in der Schule, auf dem steht, ob man sich treffen möchte? Wir leben in einer westlichen Gesellschaft, die sich aber immer mehr zurückentwickelt, durch Kampagnen, die an Absurdität kaum noch zu überbieten sind. 

FP: Was müsste sich – Ihrer Meinung nach – gesellschaftlich und juristisch ändern, damit Männern ein Schicksal, wie Sie es in „Schuldige Opfer“ beschreiben, zukünftig erspart bleibt?

DA: Das ist wohl die schwierigste Frage, denn ich bezweifele, dass es eine Änderung geben kann. Die Justiz könnte, nein müsste, die Strafen drakonisch erhöhen, für alle Täter. Wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt, so kann es nicht sein, dass dieser Täter nur ein paar Jahre Gefängnis bekommt oder wie in den letzten Wochen und Monaten zu lesen, gar nur Bewährung. Das Opfer muss ein Leben lang mit diesem Trauma leben.

Solche lächerlichen Strafen sind eher Aufforderung zur nächsten Tat als Abschreckung. Ebenso muss es auch bei den Täterinnen sein, die durch eine falsche Anschuldigung unter Umständen eine Familie ruinieren. Diese Täterinnen müssen öffentlich gemacht werden. Aber das große Problem ist die Gesellschaft, die sich hat verändern lassen. Die Gesellschaft stürzt sich wie die Fliege auf den Speck, wenn es eine derartige Nachricht gibt und berücksichtigt dabei nicht, ob es sich um Tatsachen handelt oder nicht. Der Fall Gauck hat es doch gezeigt. Die Sensationslust steigt und die Politik ist froh darüber, das Volk mal wieder von den eigentlichen Problemen ablenken zu können. Die Zeiten werden immer schwerer und rücksichtsloser, da kann ein Opfer durchaus ein Ventil sein, um die eigenen Schwächen zu überdecken.

FP: Warum kämpfen Sie für die Opfer? 

DA: Einfach deshalb, weil Opfer kaum eine Lobby haben, sie werden oftmals an den Rand der Gesellschaft gerückt und alleine gelassen. Mein Kampf gilt den Frauen, Mädchen und Kindern, die missbraucht werden. Es muss viel härtere Strafen geben, für beide Seiten der Täter. Es kann nicht sein, dass ein Vergewaltiger wie in der Vergangenheit mehrfach geschehen, Bewährung bekommt und man dem Opfer zumutet, dem Täter eventuell zu begegnen.

Die Zahlen der Vergewaltigungen sind explodiert und wenn man die Medien verfolgt, dass alte Frauen und sehr kleine Kinder missbraucht werden und der Staat diesem perfiden Treiben indirekt zustimmt, weil er nichts dagegen unternimmt, dann muss man zu dem Schluss kommen, sich selbst zu wehren. Ebenso verhält es sich mit den Täterinnen, die Unschuldige bezichtigen. Davor ist kein Mann geschützt, es kann theoretisch jedem passieren und auch dies lässt der Staat zu.

Frauen, die häusliche Gewalt erleben, haben keinerlei Lobby und es ist erschreckend, dass die Gesellschaft teilweise diesen Umstand ignoriert. Opfer werden alleine gelassen, sie werden für publizistische Zwecke in den Medien benutzt und anschließend „entsorgt“.

Das Buch „Schuldige Opfer“ kann über https://tredition.de/autoren/detlef-alsbach-22542/schuldige-opfer-paperback-98861/ sowie auf amazon.de und in jedem Buchladen erworben werden.

Detlef Alsbach ist hier via Facebook erreichbar.

Bildnachweise: Detlef Alsbach

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