Was die Figur mit einer guten Beziehung zu tun hat

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Die Jeans zwickt, die Bluse sitzt nicht richtig und irgendwie gibt der Spiegel heute Morgen einfach kein zufriedenstellendes Bild her. Das hat wohl jede Frau schon einmal gehabt und hier die erste gute Nachricht: Sie sind nicht allein.

Jede (!) Frau fühlt sich mal schlecht mit ihrem Aussehen.

Ob groß, klein, dick, mollig oder dünn – und auch Heidi Klum wird sicherlich an dem einen oder anderen Morgen von Selbstzweifeln überfallen. Glauben Sie nicht? Wir sind uns da recht sicher. Und auch Studien belegen, dass jede Frau mal ein schlechtes Gefühl in Bezug auf ihr eigenes Aussehen hat.

Die Studie „ Predictors of Media Effects on Body Dissatisfaction in European American Women” beschäftigte sich im Jahr 2007 mit der Frage, wie Frauen sich beim Anblick von Supermodels fühlen. Dazu befragten die Forscher 81 Probandinnen zu ihrem allgemeinen Wohlbefinden, dem Gefühl ihrem Körper im Allgemeinen, ihrem Gewicht im Speziellen, ihrem Haar und allerlei anderen Faktoren gegenüber. Dann setzte sie einem Teil der Gruppe ein neutrales Bild vor, während ein anderer Teil für ein bis drei Minuten eine typische Magazin-Werbung mit einem Model ansehen sollte.

Das Ergebnis: Jede (!!!) der Magazin-Werbung betrachtenden Frauen fühlte sich nach dem Anblick des Models in der Magazinwerbung schlechter als zuvor – und das ganz unabhängig von ihrem Gewicht.

Das suggeriert, dass vor allem die Medien wieder ihre Finger im Spiel haben, wenn es um die Selbstwahrnehmung und die Zufriedenheit mit der eigenen Figur geht. Vor allem Frauen werden so häufig dazu verleitet, sich mit anderen zu vergleichen. Dabei ist doch jede(r) einzigartig.

„Nicht ist wie Du, nichts war wie Du und nichts wird je wie Du sein“

Das stand heute Morgen noch auf meinem Teebeutel. Gut, die Sorte nennt sich „Heartwarming“, aber am Ende ist es doch genau das, was jede von uns fühlen sollte. Und zwar jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde. Stattdessen fühlen viele Frauen sich vor allem unter Druck gesetzt. Der Punkt ist aber: Der Druck ist hausgemacht. Nicht die Medien schreiben vor, dass Frauen sich schlecht fühlen sollen. Sie raten vielmehr auf zig Ebenen dazu, es sich so gut wie möglich gehen zu lassen – die Werbung der Größe-32-Frau daneben macht es nur einfach wieder zu Nichte. Heißt das jetzt, dass die Medien sich ändern müssen?

Nein, eigentlich nicht. Nur wir Frauen müssen uns ein anderes und vor allem stabileres Bild von uns selbst zu legen – und lernen dass Vergleiche immer unglücklich machen. So lange hilft nur eins: Die Magazine und Online-Ratgeber links liegen lassen, die zwanghaft zeigen wollen, dass man „selbst in jeder Form und Größe“ schön ist. Die haben zwar Recht, aber auch hier sind die Vergleiche wieder der Knackpunkt. Wer sich mit Frauen mit Größe 42 vergleicht, wird es auch mit Damen der Größe 32 versuchen – Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Viel schlimmer noch: Das hat nicht nur Auswirkungen auf uns selbst. Tatsächlich ist ein schlechtes Selbstbildnis und daraus resultierendes mangelndes Selbstvertrauen der Grund für viele Probleme im Leben. Die Beziehung läuft schlecht? Häufig ein Zeichen eigener Unzufriedenheit. Angst davor, dass der Mann fremdgeht? Selbst diese resultiert häufig aus dem Bild vom eigenen Selbst – das sich nur dann ein klein wenig positiver gestalten lässt, wenn die Zahl auf der Waage das richtige anzeigt.

Wer sich so abhängig von äußeren Faktoren macht, der kann auf Dauer gar nicht glücklich werden und bleiben. Es wird Zeit, sich von den kleinen Dingen zu lösen, die über Glück und Unglück entscheiden können. Die Zahl auf der Waage? Ist nur eine Zahl! Sein grimmiger Blick heute Morgen? Hat er wohl schlecht geschlafen.

Die Kollegin ist wieder zickig? Na, dann war ihre Waage heute vielleicht auch ein Auslöser für ein schlechtes Gefühl. Nicht alles hat mit Ihnen zu tun. Tatsächlich sind nur die wenigsten Verstimmungen anderer Menschen auf unser eigenes Verhalten/Aussehen/Sein zurück zu führen. Die Menschen haben schließlich wichtigeres zu tun, als sich stets an anderen auszurichten – oder knallhart auf den Punkt gebracht: Nicht die ganze Welt dreht sich um Sie!

Street fashion, plus size model

Es ist traurig, wie oft Frauen an ihrem Spiegelbild aufhängen und daraus eine schlechte Laune ableiten – dabei ist alles eine Frage der Einstellung und der Verpackung. Ein Beispiel: Wir kennen alle diese eine Frau, die wirklich nicht zu den schlanksten Exemplaren gehört aber dennoch immer ein gewisses „Wow!“ in uns hervorruft. Sie sieht immer umwerfend aus, das Kleid sitzt wie angegossen, es verhüllt und versteckt nichts, aber der Auftritt sitzt einfach. Woran liegt das?

Nun, zum einen wohl an einem tollen Kleidungsstil, der sich vermutlich an ihrem Figurtyp, ihrer Haarfarbe und ihrem Haut-Ton orientiert. Auch ein Vollweib mit X-Figur sieht schließlich wahnsinnig toll aus, wenn sie ein rotes Kleid trägt, in der Mitte gebunden, dass ihrer Figur schmeichelt und nichts verhüllt, aber die Stärken betont und in den Vordergrund rückt. Das andere Geheimnis ist aber das Selbstvertrauen und die Selbstverständlichkeit, mit der die Verkörperung dieser Frau einfach einhergeht. Selbstzweifel?

Kein Thema. Unzufriedenheit mit sich selbst? Das sowieso nicht. Wer so auftritt, kann nur gewinnen.

Und jetzt ein „wild guess“: Diese Frau hat auch noch einen wahnsinnig tollen, gutaussehenden Ehemann, zwei tolle Kinder und eine richtig steile Karriere – alles läuft wie geschmiert. Dabei würde sich jede andere mit dieser Figur ständig fürchten, ihr Mann gehe ihr fremd und suche eine attraktivere Frau. Sind das Ihre Gedanken? Dann sollten Sie schleunigst etwas an Ihrem Selbstbewusstsein tun.

Auch Beziehungen sind nämlich gewissermaßen eine Sich-Selbst-Erfüllende-Prophezeiung. Wer glaubt, dass der Mann fremdgeht – und das muss er ja, schließlich sind Sie mit der aktuell ja doch recht hohen Zahl auf der Waage seine Liebe und Treue nicht wert – der verhält sich auch entsprechend. Unzufriedenheit mit sich selbst schlägt sich ganz automatisch in schlechter Laune, Zickigkeit und einem Hang zum „Klammern“ nieder. Da wird ein ganz normaler Abend mit Überstunden zum „Wo bist du gewesen?“-Drama und die neue Kollegin, die ihm gerade zur Einarbeitung unterstellt wurde, zum Hassobjekt, das sich garantiert nur an ihn heranmacht.

Er, weil er der schieren Attraktivität (ganz zu schweigen von der Wahnsinns-Figur!) erliegt, muss sich ja schließlich drauf einlassen – schließlich erwartet ihn zu Hause keine halb so attraktive Frau und nach einigen Jahren Beziehung ist das lodernde Feuer der Leidenschaft auch eher zu einem kleinen Flämmchen geworden. Und so ergeht sich dann zu Hause ein Eifersuchtsdrama, das völlig unberechtigt und eigentlich nur in Ihrem Kopf stattfindet.

Der Mann ist enttäuscht, weil ihm auch nach so vielen Jahren kein Vertrauen entgegen gebracht wird, er hat nur wenig Lust wieder nach Hause zu kommen und so wird eine eigentlich gute, stabil laufende Beziehung am mangelnden Vertrauen und unbegründeten Eifersuchtsdramen zu Grunde gerichtet. Die Frustration siegt irgendwann – und dann ist es vielleicht nicht unbedingt die attraktive Kollegin, aber eine flüchtige Bekanntschaft in der Bar, mit der dann doch der Seitensprung passiert.

Romantic couple in love gesturing a heart with arm,Tourists on vacation or during their honeymoon in Osaka, Japan

Wo ist nun das Problem entstanden? Ganz einfach: An einem einzelnen Morgen, wo frau sich im Spiegel anschaut und so ganz und gar nicht mit sich zufrieden ist. Weil die Waage ein Kilo mehr angezeigt hat oder die Lieblingsjeans irgendwie nicht so sitzt, wie sie soll, weil sie vielleicht bei der Wäsche ein wenig eingegangen ist. Traurig und völlig unsinnig, nicht?

Das zeigt klar und deutlich: Ein Selbstbild, das von minimalen Einflüssen unserer Umwelt abhängt, ist also schlichtweg gefährlich. Und obendrein noch völlig unsinnig. Niemand fragt Sie am Tag „Wie viel haben Sie heute Morgen gewogen?“ und misst seinen Umgang mit Ihnen oder Ihren Verdienst daran. Sie sind als der Mensch, der Sie sind, so unendlich viel Wert, dass das keine Zahl dieser Welt aufwiegen kann.

Also hören Sie auf, Ihren persönlichen Wert daran zu bemessen, was der Spiegel oder die Waage sagt. Wenn Sie wirklich unzufrieden mit etwas sind, ändern Sie es. Aber nehmen Sie an, dass nur Sie für sich verantwortlich sind, für Ihr Gedanken, Ihr Selbstbild, Ihr Selbstbewusstsein, Ihr Selbstvertrauen. Aber auch für Ihr Gewicht.

Der Herzens-Mann wird es Ihnen danken, das Selbstbewusstsein lieben und Sie genau so großartig finden, wie Sie sind und sich selbst sehen. Denn auch das ist eine Sich-Selbst-Erfüllende-Prophezeiung.

Bildquelle:

Bild 1: fotolia.de ©Rostislav Sedlacek #65315304

Bild 2: fotolia.de ©Alena Ozerova #122992942

Bild 3: fotolia.de ©Nmaneer #143872635

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