„Ein Freizeitnazi“ – mit seinem aktuellen Buch legt Detlef Alsbach Finger in die Wunde

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Der Freizeitnazi - Buch von Detelef Alsbach

Das aktuelle Buch von Detlef Alsbach

„Du Nazi“ – wie schnell ist man heutzutage mit dieser Bezeichnung konfrontiert. Selbst wer aktuell lediglich regierungskritisch ist, bekommt die Nazikeule rasch zu spüren. Ein absurder Zustand, der die noch absurdere – und auch gefährliche – Politik der gegenwärtigen Bundesregierung immer wieder in den Fokus rückt. Es sind bewegende und hochpolitische Zeiten, die wir derzeit erleben. Oftmals hat man das Gefühl, dass der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet werden und zwei plus zwei als fünf verkauft werden soll.

Autoren wie Alsbach sind wichtig in dieser Zeit

Umso wichtiger sind Autoren wie Detlef Alsbach, die immer wieder den Finger in die gesamtgesellschaftliche Wunde legen und Debatten anstoßen. Ganz gleich, ob es um Nazis oder um eine Verzerrung der Selbstbestimmung der Frau geht – Alsbach hat zu allem etwas zu sagen und am liebsten tut er das in Form von Publikationen.

Sein aktuelles Werk heißt „Ein Freizeitnazi“ und zu diesem stand er uns Rede und Antwort:

FP: Herr Alsbach, wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Buch „Ein Freizeitnazi“ gekommen? 

Entstanden ist die Idee in London, als ein Mann im Bus die Treppe herunterstürzte und ich ihm half. Im Gespräch stellte sich heraus, dass er Israeli war. Sofort fiel mir die alte belastete Beziehung zwischen Juden und Deutschen ein und ich fragte mich, was er wohl über mich denkt, als er erfahren hat, dass ich Deutscher bin. Wir haben uns lange unterhalten und sind freundschaftlich auseinander gegangen und ich war überzeugt, dass er mir auch geholfen hätte.

FP: Worum geht es in dem Buch?

Ein junger Mann lebt in zwei Welten, der bösen in Köln und der guten in London. Zuhause ist er der gewaltbereite Nazi, der seinen Hass ausleben kann, in London ist er der Gast und braucht nicht zu hassen. Sein Vater hat ihn zum Hass und zur Gewalt erzogen. Dann lernt er eine Muslimin kennen und beginnt, seinen Hass selbst zu hassen. In London rettet er ein jüdisches Ehepaar vor Neonazis. Der Jude reist nach Köln und will sich bedanken, dabei entdeckt er, dass der Retter ein Nazi ist. Er beschließt, den Nazi zu retten. Am Ende geht die Geschichte gut aus.

FP: Denken Sie, dass eine solche Konstellation, wie sie sich aus den Protagonisten Ihres Buches zusammensetzt, auch im Deutschland der heutigen Zeit möglich wäre? In einer Situation, wie der von Ihnen im Buch beschriebenen oder einer ähnlichen?

Möglich wäre sie wohl schon, aber ich frage mich, ob die Gesellschaft dafür bereit wäre, denn die Intoleranz steigt immer schneller an, die Gleichgültigkeit auch und die Menschen hierzulande sind nicht mehr bereit, von ihren Vorurteilen abzurücken. Mein Protagonist will kein Nazi mehr sein, aber die Gesellschaft muss es zulassen. Die Gewalt des Nazis, ich habe ihn Hans genannt, beruht auf ein erlebtes Trauma, welches man ihm in der realen Welt nicht zugutehalten würde. Ein Nazi darf kein Trauma haben.

FP: „Nazi“ ist ja heute ein Begriff, der oftmals schon für Leute verwendet wird, die die Politik der aktuellen Regierung kritisieren. Wie nehmen Sie das aktuelle gesellschaftliche Klima wahr?

Dieses Klima ist nur noch ekelerregend und so unfassbar hasserfüllt gegen Menschen, die einfach nur ihre Meinung sagen. Wer diese sagt, ist ein Nazi und wegen genau dieses pauschalen Vorwurfs trauen sich immer weniger Menschen ihre Meinung zu sagen. Früher sagte man, dass die Gedanken frei seien, aber die Menschen haben immer seltener den Mut, frei zu denken.

Die Nazikeule wird immer wieder geschwungen

Die pauschale Keule des Nazivorwurfs zieht immer noch. Wer heutzutage nicht die Meldungen des Mainstreams schluckt, ist ein Nazi. Wer die Gewalt auf den Straßen anspricht, ist ein Nazi. Man wird ja schon zum Nazi, wenn man sich anstatt für einen Döner für eine Currywurst entscheidet, weil die zu deutsch ist. Gerade die Politiker der Grünen machen es vor, wie man die Nazikeule schwingt.

FP: Ist es mit dem Buch Ihr Ansinnen, den Leuten den Spiegel vorzuhalten? Oder wollen Sie eher den derzeitigen Zeitgeist widerspiegeln? Oder ist es am Ende ein Plädoyer gegen den Hass?

Nun, alle drei Punkte sind gleichwertig relevant. Eigentlich ist das Buch gut zu verstehen. Die Geschichte mag ein wenig überzogen sein, das ist aber bei Autoren schon üblich. Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht, welchen Titel ich nehmen soll. Beim Titel kommt in der Tat der Spiegel zum Tragen, den ich gerne den Leuten vor das Gesicht halten und rufen würde: Schämt Euch! Die Leute, hier insbesondere die Linken, die Gutmenschen und alle anderen Menschen auch, die bei dem Titel denken: Typisch rechts. Nein, das ist es eben nicht. Linke werden ungläubig staunen über den Ausgang des Buches. Und sie werden weiter staunen, dass ein Mann wie der Autor über die Liebe eines Nazis zu einer Muslimin schreibt. Linke erwarten von Rechten immer nur Hasspamphlete, da passt dieses Buch so gar nicht mehr in die Denkweise. Nein, ein Nazi muss ein Nazi bleiben, es kann und darf nicht sein, dass sich ein Nazi ändert, denn das würde nicht in das krude Weltbild eines Linken passen. Linke werden sehr enttäuscht, weil die eigenen Hassfantasien im Buch nicht erfüllt werden.

FP: Welche Reaktioen erwarten sie zu Ihrem Buch?

Die Reaktionen werden sehr unterschiedlich sein. Linke werden sich in Hass ergehen, so wie sie es gerne machen und mich und sicher auch andere Leser als Nazis beschimpfen, denn die Erwartungen werden nicht erfüllt. Rechte Leser haben eher andere Erwartungen, sie sind neugierig und offen. Das liegt auch daran, weil Rechte eben nicht einen grundsätzlichen Hass gegen alle Ausländer haben, wie ihnen gerne unterstellt wird. Die allermeisten Rechten sind offener und toleranter als Linke, deshalb wird es zu sehr unterschiedlichen Reaktionen zum Buch kommen. Und ich hoffe natürlich, dass die eine oder andere Leserin weint, denn auch diese Szenen kommen vor.

FP: Wer sollte Ihr Buch lesen?

Ich hoffe, dass alle Linken und Gutmenschen und eben auch die Grünen das Buch lesen werden und sich schämen. Und für die anderen Leser, die offen an diese außergewöhnliche Geschichte heran gehen, kann ich nur sagen, dass sie sich verführen lassen sollen in eine offene Welt.

Leser erfährt viel zu menschenzerstörender Gewalt

Der offene Leser wird erfahren, warum die Gewalt nahe daran war, einen Menschen zu zerstören. Dies ist keine Entschuldigung für die Gewalt, aber eine nachvollziehbare Erklärung.

FP: Sie sind ja dafür bekannt, in Ihren Büchern gesellschaftskritische Themen zu verarbeiten. Zum Beispiel haben Sie in der Hochphase von #metoo „Schuldige Opfer“ herausgebracht. Was treibt Sie an?

Mich treibt die Pflicht an, den Menschen den Spiegel vorzuhalten. Ich möchte nicht nur, ich will, dass die Menschen über die Dinge, die im Mainstream gesendet werden, real nachdenken. Ich will, dass die Menschen aufwachen und eben nicht nur die Nachrichten, die immer und gerne gefordert werden, konsumieren, sondern auch danach handeln. Es war noch nie so einfach, sich binnen weniger Sekunden umfangreich zu informieren, aber sich nur zu informieren reicht nicht mehr. Die Menschen müssen handeln, bevor es zu spät ist. Ich will die Menschen wachrütteln, will am liebsten laut schreien, warum ihr dies alles zulässt? Warum schluckt ihr die Lügen? Warum denkt ihr nicht? Und die wichtigste Frage ist: Warum lasst ihr Euch so einfach ohne Gegenwehr manipulieren und zum Spielzeug der Eliten und der Politiker machen, denn ihr seid das Volk?

FP: Gibt es bereits Pläne für neue Buchprojekte? Wenn ja, wie sehen die aus?

Pläne gibt es sehr viele und wenn ich ungefähr 150 Jahre alte werde, könnte ich diese Idee alle schreiben und umsetzen. Aber in Angesicht des herrschenden Wahnsinns will ich gar nicht so alt werden. Aktuell schreibe ich an drei Büchern gleichzeitig und diese handeln natürlich ebenfalls vom Wahnsinn. Konkret geht es in einem Buch um den perfekten Terroranschlag in Deutschland, das zweite Buch ist eine völlig neue Art, der Leser darf sich darin für ein Ende selbst entscheiden und aktuell wurde ich gebeten, ein Buch über die Lage der dort kämpfenden Frauen in Teheran zu schreiben, die unter Lebensgefahr gegen das Kopftuch kämpfen.

„Man kann sich nur noch an den Kopf fassen“

Man kann sich nur noch an den Kopf fassen, denn hier soll das Kopftuch, welches eindeutig ein Unterdrückungssymbol ist, etabliert werden. Im nächsten Jahr kommt ein Buch auf den Markt über die Sterbehilfe und ich bin davon überzeugt, dass man beim Lesen sehr viele Taschentücher braucht.

Copyright: Detlef Alsbach

 

 

 

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