Der Ehevertrag als Vorsorge der Frau 


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Mann und Frau vor einem DokumentFür verliebte Paare soll die Hochzeit der schönste Tag des gemeinsamen Lebens sein. Da passt es nicht in das romantische Bild der Liebe, an einen Ehevertrag zu denken. Für viele Paare ist es sogar ein Tabuthema, darüber nachzudenken. Sie verschwenden keinen Gedanken daran, die eigene Liebe mit einem Vertrag abzusichern.

Das eine Ehe scheitert ist ganz und gar nicht unüblich. Rückläufig sind die Scheidungsraten in Deutschland, und doch scheitern noch immer ein Drittel aller Ehen in der Bundesrepublik. Frauen stehen nach einer Scheidung oftmals finanziell schlechter da. Für sie lohnt sich der Abschluss eines Ehevertrags fast immer.

Kein Rosenkrieg mit Ehevertrag

Lange Zeit profitierten Männer von einem Ehevertrag, konnten sie doch so ihr Vermögen im Falle einer gescheiterten Ehe retten. Heute unterstützt der Vertrag vielmehr die Person, die sich für Kind und Kegel beruflich zurückgehalten hat. Männer- und Frauenbilder sind im Wandel, und doch sind auch heute noch die Frauen dafür zuständig. Sie verlassen aufgrund von Schwangerschaft und Erziehung die Arbeitswelt, während der Mann arbeitet. Das wirkt sich dauerhaft auf die Rentenansprüche aus und sehr kurzfristig auf die finanzielle Situation bei einer Scheidung. Oftmals mit katastrophalen Folgen für die Frau.

Ein Ehevertrag regelt die finanzielle Situation der Ehepartner im Falle einer Scheidung. Ein langwieriger Rosenkrieg, der physisch und psychisch eine enorme Belastung für alle Beteiligten ist, wird dadurch verhindert. Der Ehevertrag kann jederzeit abgeschlossen werden, auch während der Ehe. Es empfiehlt sich, mit Bedacht und professioneller Unterstützung einen Ehevertrag abzuschließen.

Wann sich ein Ehevertrag immer lohnt

Für Frauen gibt es zahlreiche Gründe, die für den Abschluss eines Ehevertrags sprechen. Der häufigste Grund sind die Vermögensverhältnisse. Besitzt der Ehepartner ein deutlich größeres Vermögen, sprechen Anwälte von einer sogenannten Diskrepanz-Ehe. Mit dem Ehevertrag wird geregelt, wie die Aufteilung des Vermögens im Falle einer Scheidung aussieht.

Sinnvoll ist ein Ehevertrag auch immer dann, wenn ein Kinderwunsch besteht. In diesem Fall kann mit dem Vertrag verbindlich geregelt werden, wie die Frau für die Zeit der beruflichen Abstinenz finanziell entschädigt wird. Sie ist in dieser Zeit von ihrem Ehepartner abhängig. Frauen arbeiten vermehrt in Teilzeit oder sind ganz ohne Beruf, eine Scheidung kann da sogar in die Privatinsolvenz führen. Die Empfehlung der Rechtsexperten bei Paaren mit Kinderwunsch ist deutlich: Ehevertrag abschließen und einen Rosenkrieg bei der Scheidung abwenden.

Grundsätze eines Ehevertrags

Der Bundesgerichtshof hat in einem letztinstanzlichen Urteil festgelegt, dass ein Ehevertrag keine Vertragspartei benachteiligen darf. Im Falle einer Scheidung müssen die Lasten gleichmäßig verteilt und den ehelichen Verhältnissen entsprechend angepasst sein. Ist das nicht der Fall, kann ein Ehevertrag vor Gericht für unwirksam erklärt werden.

Aus diesem Grund sollten Ehepaare sich beim Abschluss eines Ehevertrags stets professionelle Hilfe suchen. Der Gesetzgeber hat sogar festgelegt, dass der Vertrag notariell beglaubigt sein muss. Bei der Gestaltung haben die Paare dennoch weitgehende Möglichkeiten zur individuellen Absprache. 

Bildnachweis: pexels.com

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