Omega-3-Fettsäuren: Neue Studie lässt Zweifel am gesundheitlichen Effekt aufkommen

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Fische

Omega-3-Fettsäuren-Lieferant: Makrelen

Omega-3-Fettsäuren galten bislang als eine Art Wunderwaffe. Sie wurden und werden nicht nur bei diversen gesundheitlichen Einschränkungen, sondern stets auch für eine gesündere Ernährung empfohlen. Kaum eine Diät oder ein Nahrungsumstellungsplan, der nicht die Einnahme von Fisch, in dem das Fischöl steckt, empfiehlt. Zudem läuft der Handel mit Omega-3-Fettsäure-Kapseln gut, da so mancher, der im Alltag zu ungesund isst, seine Dosis lieber auf diese Art zu sich nimmt.

Dass aber – vor allem heutzutage – nichts in Stein gemeißelt ist, besagt eine aktuelle Studie unter Federführung der Medizinischen Universität Innsbruck. Das Nachrichtenmagazin SPIEGEL hat darüber berichtet und schreibt, dass die Forscher Mäusen mit Fischöl angereichertes Futter verabreicht haben und etliche Nager daraufhin eine Entzündung des Dickdarms entwickelten. Ist das womöglich auch auf den Menschen übertragbar?

Eine aktuelle Studie zu Omega-3-Fettsäuren lässt aufhorchen

Eine Passage hierzu im SPIEGEL lässt dies vermuten, denn da wird der an der Studie beteiligten Arzt Timon Adolph wie folgt zitiert:

„Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können auch beim Menschen den Darm krank machen“

Der forschende Arzt hat laut dem Nachrichtenmagazin vor allem die Darmkrankheit Morbus Crohn im Blick, die in der westlichen Welt immer weiter auf dem Vormarsch ist. Deutschland weist für dieses Krankheitsbild sogar eine der höchsten Raten weltweit auf.

Eine falsche Ernährung könnte im Zusammenhang mit der Krankheit durchaus eine Rolle spielen – und hier kommt die bislang so gepriesene Omega-3-Fettsäure ins Spiel. Im Gegensatz zu den Fetten in Butter & Co. wird das Fischöl ja fast immer als „gutes Fett“ bezeichnet, was gegebenenfalls falsch sein könnte.

So zumindest ist die eingangs erwähnte Studie eben auch zu verstehen. Zumal Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein laut SPIEGEL in einer Studie herausgearbeitet hat, dass viele der Publikationen, die die Omega-3-Fettsäure im Zusammenhang mit Ernährung als positiv darstellen, heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen nicht standhalten. Auch sieht der Forscher in den seriösen Studien noch lange keinen Nutzen der entsprechenden Nahrungsergänzungsmittel.

Besitzt das Fischöl doch nicht die Wirkung, die ihm stets zugesprochen wurde?

Martin Smollich wird im SPIEGEL deshalb wie folgt zitiert:

„Aufgrund der aktuellen Datenlage gibt es keine Rationale dafür, die derzeit verfügbaren Omega-3-Fettsäuren-Supplemente bei irgendeiner Patientengruppe zur Senkung des kardiovaskulären Risikos zu empfehlen. Gleiches gilt für die Anwendung zur Prophylaxe oder Therapie von Krebs, Demenzen, neurodegenerativen Erkrankungen, Depressionen, Tumorkachexie und für die unspezifische Anwendung bei kritisch Kranken“

Interessant ist auch, dass die Forscher vermuten, dass beim Menschen die Zellen in der Darmwand durch falsche Ernährung, Rauchen und weitere Stressfaktoren ihre Fähigkeit verlieren, den Verfall der eigenen Membranen zu verhindern. Kommen dann durch die Nahrungsaufnahme Omega-Fettsäuren ins Spiel, könnten diese wie ein Schadstoff wirken, der den Darm zerstört.

Frisch und regional einzukaufen lohnt sich!

Da all diese Forschungsergebnisse allerdings noch weiter erforscht werden müssen und hier zukünftig mit Sicherheit konkretere Erkenntnisse folgen, sollte man in Sachen Ernährung das tun, was führende Ernährungsexperten immer schon predigen: Dem Körper eine Mischung verschiedenster gesunder Lebensmittel zuführen, möglichst regional gekauft und frisch.

Dass das im Alltag schwer ist, ist klar – aber: Unmöglich ist es nicht!

Deshalb lieber einmal mehr zum Bauern aufs Land raus fahren und sich frische Nahrungsmittel besorgen, als (Fischöl)Nahrungsergänzungs-Kapseln im Überfluss zu schlucken….!

Bildnachweis: pexels.com / energepic.com
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