Den richtigen Frauenarzt finden

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Arzt

Der Frauenarzt – auch eine Sache des Vertrauens!

Eigentlich sollte der regelmäßige Gang zum Gynäkologen für alle Frauen ein Pflichttermin sein. Den richtigen Arzt zu finden ist aber nicht immer leicht – und das kann ernsthafte Probleme mit sich bringen.

Das gilt vor allem für die Krebsvorsorge und Früherkennung wie etwa bei Mammakarzinomen oder Gebärmutterhalskrebs.

Wer hier Termine ausfallen lässt, verpasst im Zweifelsfall seine Chancen auf schnellere und vollständige Heilung.

Doch zunächst einmal müssen Frauen einen Gynäkologen finden, zu dem sie Vertrauen haben und dementsprechend auch regelmäßig gehen. Portale wie Doctolib leisten da erste Entscheidungshilfe. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Punkten, die man prüfen sollte, bevor man sich für einen Frauenarzt entscheidet.

Vertrauen beim Frauenarzt ist das A und O!

Eines steht fest: Mehr noch als bei jedem anderen Mediziner muss man zu seinem Gynäkologen Vertrauen haben. Denn er ist oft genug Ansprechpartner für wirklich intime Themen. Ein Blick auf die Homepage des Arztes kann dabei einen ersten Einblick geben: Wirken er und sein Team sympathisch? Wie sieht es mit Weiterbildungen aus? Wie modern wirken Praxis und Ausstattung? Diese Fragen lassen sich oft schon online beantworten.

Auch der erste Live-Eindruck der Praxis ist wichtig: Wenn das Personal kompetent wirkt und im Wartezimmer kein Gedränge herrscht, spricht das für eine gute Organisation. Aber auch dafür, dass hier die einzelne Patientin so wertgeschätzt wird, dass man ihr lange Wartezeiten nicht zumuten möchte. Diese Wertschätzung sollte sich auch beim Erstgespräch bemerkbar machen. So haben gute Frauenärzte ein Behandlungszimmer, in dem der gynäkologische Stuhl vom Gesprächsbereich getrennt ist. Zudem nehmen sie sich Zeit für die Anamnese und können medizinisch komplexe Vorgänge allgemeinverständlich vermitteln.

Die Patientin selbst kann dem Frauenarzt aber auch helfen, indem sie sich auf den Besuch vorbereitet. Die Stuttgarter Zeitung hat dazu einige Tipps zusammengestellt.

Die bereits erwähnte Krebsvorsorge ist beim Gynäkologen ein wichtiger Bereich. Immerhin liegt bei frühzeitiger Erkennung von Brustkrebs die Zehn-Jahres-Überlebensrate bei 82 Prozent. Dementsprechend sollte ein Frauenarzt seine Patientinnen nicht nur auf die Möglichkeiten der Früherkennung hinweisen, sondern sie auch aktiv an Termine erinnern.

Wann man den Gynäkologen wechseln sollte

Es gibt jedoch nicht nur gute Gründe, sich für einen bestimmten Frauenarzt zu entscheiden – ebenso gibt es Gründe einen Gynäkologen zu verlassen.

Ein Frauenarzt beispielsweise, der Krankheiten wie die Endometriose kleinredet oder sie überhaupt nicht kennt, sollte sofort durchs Raster fallen. Denn als Patientin hat man ein Recht auf einen informierten und kompetenten Arzt.

Vorsicht ist dann geboten, wenn der Arzt oftmals zu kostspieligen Untersuchungen drängt, die von den Krankenkassen nicht bezahlt werden. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen zur Früherkennung von Eierstockkrebs. In Studien mit insgesamt knapp 300.000 Probandinnen zeigte sich jedoch: Frauen, die sich regelmäßig per Ultraschall untersuchen ließen, starben ebenso häufig an dieser Krebsart wie solche, die diese Form der Früherkennung nicht wahrnahmen. Damit nicht genug: Nur bei rund 10 Prozent der Frauen, die aufgrund einer Ultraschall-Untersuchung operiert wurden, wurde tatsächlich Eierstockkrebs festgestellt. Das bedeutet im Umkehrschluss: Bei 90 Prozent der Frauen war die Operation unnötig.

Bitte objektiv bleiben!

Einige gynäkologische Untersuchungen sind unangenehm, bisweilen sogar schmerzhaft. Dementsprechend ist es wichtig, dass der Frauenarzt die Patientin auch darauf hinweist. So kann sie sich besser auf den Schmerz einstellen und fühlt sich nicht ausgeliefert. Ein Mediziner, der das missachtet, ist ebenfalls ein guter Grund, der Praxis den Rücken zu kehren.

Das sollte man auch dann tun, wenn der Mediziner über den Patienten urteilt: Ganz gleich, ob ungewollte Schwangerschaft oder sexuell übertragbare Krankheit – der Arzt ist verpflichtet, objektiv zu bleiben. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil beim Frauenarzt auch Themen zur Sprache kommen, die bisweilen peinlich sind, beispielsweise der Zusammenhang zwischen Wechseljahren, Verdauungsproblemen und Übergewicht.

Neben Vorsorge und Routineuntersuchungen ist die Empfängnisverhütung ein wichtiges Thema für den Besuch beim Frauenarzt. Hier sollte man als Patientin stutzig werden, wenn wenig oder gar keine Beratung zu den unterschiedlichen Methoden erfolgt, beispielsweise über das Thromboserisiko bei Einnahme der Pille.

Ein Arztwechsel sollte mit der Krankenkasse besprochen sein

Auch über die Tatsache, dass die Hormonspirale zu Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen führen kann, muss ein Arzt seine Patientin informieren. Im besten Fall übrigens, ohne dass sie nachfragen muss.

Bevor man sich als gesetzlich Versicherte allerdings aus guten Gründen einen neuen Frauenarzt sucht, sollte man ein Gespräch mit der Krankenkasse führen. Zumindest während eines laufenden Quartals ist ein Arztwechsel nicht ohne weiteres möglich. Damit wollen die Krankenkassen das sogenannte Ärztehopping verhindern, was aus ihrer Sicht einen Missbrauch der freien Arztwahl darstellt.

Bildnachweis: stock.adobe.com / goodluz

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Luzie, der Schrecken der Straße
Luzie, der Schrecken der Straße
3 Monate zuvor

Frage an das Redaktion Team.
Weswegen schreibt Ihr nur von einem Frauen-„Arzt“?
Bin seit der 1. Untersuchung nur bei Frauen-Ärztinnen gewesen und stets „gut damit gefahren.“
Wieso „Männer“ diesen Berufszweig überhaupt ausüben, bleibt mir wohl für immer verborgen.
Bekommen Männer Kinder nach vorheriger,10-monatiger Schwangerschaft, ihre Monatsblutungen mit eventuellen Problemen/Schmerzen, postnatale Depressionen??? Um nur ein paar Dinge aufzuzählen.
Es gibt ja wohl Dinge bei Frauen, wovon Männer so gar keine Ahnung haben, da nie erlebbar und aber anders herum.
Oder wie fühlt sich bei einer Frau Störungen an, die mit der Prostata zutun haben???

Linda
Admin
3 Monate zuvor

Hallo Luzie,

wir schreiben das so, weil wir mit „Arzt“ oder auch – zum Beispiel – „Zuschauer“ immer auch das weibliche Geschlecht mit meinen. Herzlichst, Ihr Frauenpanorama.de-Team!

Luzie, der Schrecken der Straße
Luzie, der Schrecken der Straße
3 Monate zuvor
Reply to  Linda

Danke für Info!

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